Panorama

Urlauber gerettet, Züge geräumt Wetter-Chaos in Norddeutschland

Ein Sturmtief zieht über den Norden Deutschlands. Im Nah- und Fernverkehr kommt es zu Einschränkungen. Die Deutsche Bahn lässt Aufenthaltszüge bereitstellen. Auf Norderney kommt sogar ein Rettungshubschrauber zum Einsatz.

Ein Richtung Baltikum ziehendes Sturmtief sorgt vor allem im Norden und Nordosten Deutschlands für Schauer und Sturmböen. Vorwiegend an der vorpommerschen Küste, aber auch weiter landeinwärts sei auch in der Nacht noch mit teils schweren Sturmböen aus nordwestlicher Richtung zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Auch in den östlichen Mittelgebirgen sollte es teils stürmisch werden. Die Schauer sollten im Verlauf der Nacht nach DWD-Angaben zumindest im Küstengebiet anhalten.

Von starken Winden wurde bereits die Besatzung eines Segelboots auf der Müritz an der Mecklenburgischen Seenplatte überrascht. Bei stürmischem und böigem Südwestwind bis Stärke acht kenterte das Boot - und der Mast des Schiffs bohrte sich in den Boden des Sees, wie die Polizei mitteilte. Ein Fahrgastschiff nahm die fünf Segler auf, die Feuerwehr barg das havarierte Schiff bei Wassertemperaturen um 16 Grad.

Auch Deutsche Bahn beeinträchtigt

Für Ungemach sorgte das Wetter auch im norddeutschen Bahnverkehr: Wegen Sturmschäden auf mehreren Bahnstrecken sind 200 Reisende in Hannover gestrandet und haben die Nacht in Zügen verbracht. Die Deutsche Bahn habe dafür zwei ICEs mit insgesamt 1400 Plätzen zur Verfügung gestellt, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Auch in Kassel-Wilhelmshöhe und Hamburg standen Züge für Passagiere zur Übernachtung bereit, wurden aber nicht in Anspruch genommen.

Derweil harrten 300 Menschen über Stunden in einem ICE bei Nienburg wegen eines Oberleitungsschadens auf dem Weg nach Hamburg aus. Gegen 23 Uhr war der von Chur aus der Schweiz kommende Zug nach Hamburg teilweise evakuiert worden. 150 Menschen wurden mit drei Bussen nach Hannover gefahren. Die restlichen Fahrgäste mussten zweieinhalb Stunden im Zug auf die Weiterfahrt warten.

Besonders im Norden und Nordosten Deutschlands war der Zugverkehr am Dienstagabend und frühen Mittwochmorgen gestört. Passagiere hätten auf andere Züge ausweichen müssen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer hätten in den Gleisen gelegen und Oberleitungen seien beschädigt worden, hieß es. Die Strecke Hannover-Bremen war zeitweise gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wurde über eine Güterzugstrecke umgeleitet. Auch auf der Strecke Hamburg-Hannover hatte es über mehrere Stunden große Probleme gegeben.

Rettungseinsatz auf Norderney

Auf der ostfriesischen Insel Norderney wurden Urlauber von Wassermassen eingeschlossen. Die Gruppe war nach Angaben der Feuerwehr im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Das Hochwasser war wegen eines Sturms in der Nordsee deutlich höher als normal ausgefallen. Ein Rettungshubschrauber nahm die Urlauber an Bord und brachte sie zurück auf einen Parkplatz.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatte für Dienstag und die Nacht zum Mittwoch vor erhöhten Wasserständen an der niedersächsischen Küste gewarnt. Demnach besteht Überflutungsgefahr für Strände und Flächen vor den Deichen.

Quelle: n-tv.de, ame/dpa