Panorama

Studie zu psychischer Belastung "Wir sind alle Patienten in der Pandemie"

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Eine Mehrheit von 59 Prozent leidet laut der Studie an coronabezogener Furcht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Pandemie ist eine Ausnahmesituation, die uns alle fordert. Manche stecken die Herausforderungen vielleicht besser weg. Eine Studie zeigt allerdings: Rund zwei Drittel stehen unter psychisch belastendem Stress. Das Horten von Toilettenpapier sehen die Experten als "Pseudokontrolle".

Frauen und jüngere Menschen fühlen sich in der Corona-Pandemie überdurchschnittlich psychisch belastet. Das zeigt eine seit März laufende Studie der Universität Duisburg-Essen mit fast 25.000 Menschen, wie die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) berichtete. Bei Frauen könnte dies an der häufigen Doppelbelastung durch Homeoffice und Homeschooling liegen. Heranwachsenden wiederum setzen vermutlich Bildungssorgen und die fehlenden Kontakte mit Gleichaltrigen zu.

Insgesamt ergab die Umfrage, dass mit 65 Prozent rund zwei Drittel der Befragten unter psychisch belastendem Stress und eine Mehrheit von 59 Prozent an coronabezogener Furcht leiden. "Man könnte sagen: Bis zu einem gewissen Grad sind wir alle Patienten in der Pandemie", erklärte Martin Teufel vom Universitätsklinikum Tübingen und DGPM-Experte. An den Daten sei zudem klar erkennbar gewesen, dass die Fernsehansprache von Kanzlerin Angela Merkel im März 2020 "Angst und Depression in der deutschen Bevölkerung reduzierte".

Dies zeige, wie wichtig es in Krisensituationen sei, dass Regierungen transparent und verständlich informierten. Wer sich gut informiert fühle oder Vertrauen in die staatlichen Maßnahmen habe, leide weniger unter Corona-Angst, betonte Teufel.

Als Formen einer "Pseudokontrolle" sehen die Experten hingegen beispielsweise das massenhafte Horten von Toilettenpapier oder hochkalorischen Lebensmitteln. Aber auch das vollständige Leugnen der Gefährlichkeit des Virus oder gar Verschwörungserzählungen könnten eine Art psychologischer Abwehrmechanismen sein, um mit Unsicherheit und Angst umzugehen.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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