Panorama

Anhörung vor Gericht Wird Kim Dotcom bald ausgeliefert?

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Ernste Miene bei der Anhörung im Gerichtssaal: Kim Dotcom droht die Auslieferung in die USA.

(Foto: REUTERS)

Es wird ernst für Kim Dotcom: Wenn Neuseeland ihn in die USA überstellt, drohen dem Megaupload-Gründer bis zu 20 Jahre Haft. Dotcom selbst spielt auf Zeit.

Geldwäscherei, Unterschlagung, Urheberrechtsverletzungen - die Vorwürfe der US-amerikanischen Justizbehörden gegen Kim Dotcom wiegen schwer. Bis zu 20 Jahre Haft drohen dem 41-Jährigen und drei seiner engsten Mitarbeiter. Dafür muss das Gericht in Auckland allerdings entscheiden, der US-Geheimdienst habe genügend Beweise, um eine Auslieferung der vier zu rechtfertigen.

In Begleitung seiner Verteidiger betrat der 41-Jährige am Morgen das Gerichtsgebäude in Auckland. Im Vorfeld wies er auf die Bedeutung der anstehenden Entscheidung hin: "In diesem Fall geht es nicht nur um mich. In diesem Fall geht es darum, wie viel Kontrolle wir US-Unternehmen und der US-Regierung über das Internet geben", schrieb Dotcom bei Twitter.

Seit sein Anwesen im Januar 2012 von bewaffneten Einheiten der neuseeländischen Polizei gestürmt wurde und Dotcom kurzzeitig verhaftet worden war, wehrt er sich gegen eine Auslieferung in die USA. Ein Gericht kritisierte später, die neuseeländischen Geheimdienste hätten den als Kim Schmitz in Kiel geborenen Deutschen ausspioniert - offenbar im Auftrag Washingtons. Der sich ausschließlich in Schwarz kleidende, 2,05 Meter große Mann hat immer bestritten, den illegalen Tausch von Daten gefördert zu haben. Er wirft der US-amerikanischen Filmindustrie in Hollywood vor, eine "Hetzjagd" auf ihn zu veranstalten.

Kim Dotcom alias Kim Schmitz

Kim Dotcom ist Gründer der geschlossenen Internetplattform Megaupload, auf der Computerbesitzer Daten ablegen und tauschen konnten. Die Vereinigten Staaten werfen dem früheren Besitzer von Luxusautos und Jachten vor, er habe damit die Piraterie von Filmen und anderen Daten ermöglicht und Millionen verdient.

Dotcom stellt sich als gewöhnlichen Unternehmer dar, den die US-Justiz auf Betreiben der mächtigen Unterhaltungsindustrie verfolgt. In der Anhörung zu dem US-Auslieferungsgesuch werden seine Anwälte voraussichtlich argumentieren, dass derart schwere Vorwürfe wie Geldwäsche üblicherweise nur Verbrechern gemacht werden. Urheberrechtsverletzungen würden hingegen üblicherweise in zivilrechtlichen Verfahren behandelt und für ein solches könne keine Auslieferung beschlossen werden.

Zunächst wird es in der Anhörung allerdings um Verfahrensfragen gehen. Weil Dotcom sein Verteidigerteam ausgetauscht hat, wollte er eine Verschiebung der Anhörung fordern, um seinen Anwälten mehr Zeit zur Einarbeitung zu geben. Sollte er damit scheitern, könnte die Anhörung am Donnerstag beendet sein. Anderenfalls dürfte das Verfahren drei Wochen dauern.

Quelle: ntv.de, dsi/AFP

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