Panorama

Anti-Corona-Proteste eskalieren Wütende Demonstranten randalieren in Italien

Sperrstunde ab 18 Uhr, Kultureinrichtungen komplett dicht - vielen Menschen in Italien gehen die neuen Alltagsbeschränkungen zu weit. Tausende demonstrieren gegen die Pandemie-Auflagen. Nicht überall bleiben die Proteste friedlich.

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Tausende Menschen gingen am Montagabend in Turin, Mailand und Neapel gegen die Beschränkungen auf die Straße. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hatte am Sonntag nach einer erneuten Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen weitere Alltagsbeschränkungen angekündigt. So müssen seit Montag alle Restaurants und Bars in ganz Italien um 18 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Bereits am Wochenende war es zu teils gewaltsamen Protesten gegen die nächtlichen Ausgangssperren in mehreren italienischen Regionen gekommen, darunter besonders in Neapel und der Hauptstadt Rom.

Italien war bereits während der ersten Corona-Infektionswelle im Frühjahr eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt. Damals hatte das EU-Mitglied mit einem strikten Lockdown reagiert, im Sommer entspannte sich die Virus-Lage. Seit Anfang Oktober nimmt die Zahl der täglichen Neuinfektionen jedoch wieder rasant zu, am vergangenen Sonntag wurde der bisherige Höchstwert von 21.273 Neuansteckungen binnen 24 Stunden registriert. Der Höchstwert während der ersten Infektionswelle hatte 6557 betragen.

Insgesamt wurden in Italien nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit Beginn der Pandemie 542.789 Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Demnach starben bislang mindestens 37.479 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Quelle: ntv.de, cri/AFP/dpa

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