Panorama

Chinesische Mauer schließt Wuhan will in wenigen Tagen Klinik bauen

Wuhan und andere chinesische Metropolen sind wegen des Coronavirus praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, die Krankenhäuser voll. Nun rollen die Bagger an: Innerhalb von wenigen Tagen soll ein Krankenhaus mit 1000 Betten entstehen.

Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wollen sich die chinesischen Behörden keine Untätigkeit vorwerfen lassen. In der Millionenmetropole Wuhan, von der die Krankheit ihren Ausgang nahm, soll deshalb eine Klinik mit 1000 Betten nur für die mit dem Virus infizierten Patienten errichtet werden - innerhalb von wenigen Tagen. Auf einem Video von der Baustelle sind Dutzende Bagger und Lastwagen zu erkennen, die das Gelände vorbereiteten.

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Die neue Klinik mit mehr als 25.000 Quadratmetern Fläche soll am 2. Februar in Betrieb gehen, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Vor der Ankündigung des Bauvorhabens hatte es Berichte über Bettenknappheit in Wuhans Krankenhäusern wegen der Infektionskrankheit gegeben. Derzeit werden die Coronavirus-Patienten in der Elf-Millionen-Einwohner-Stadt in 61 Krankenhäusern isoliert und behandelt. Die neue Einrichtung solle die Lage entspannen und "die Fähigkeiten, Patienten zu behandeln, verbessern", schrieb Xinhua.

Die neue Klinik wird laut Xinhua aus Fertigbauteilen gebaut. Auf die gleiche Weise war 2003 in einem Vorort der Hauptstadt Peking in knapp einer Woche ein Krankenhaus für die Behandlung der vielen Sars-Patienten gebaut worden. An der Atemwegserkrankung, die ebenfalls von einem Coronavirus ausgelöst wurde, waren 2002 und 2003 in China 349 Menschen und weitere 299 Menschen in Hongkong gestorben.

Historische Stätten schließen

Derweil treffen die Schutzvorkehrungen auch die wichtigsten historischen Stätten des Landes. Teile der Chinesischen Mauer werden geschlossen, und auch die Ming Gräber und die Yingshan-Pagode können ab Samstag nicht mehr besichtigt werden. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Verbotene Stadt in Peking und das Disneyland Shanghai ihre Tore schließen.

Seit dem ersten Auftreten des neuen Coronavirus Ende vergangenen Jahres wurden nach Behördenangaben landesweit mehr als 800 Infektionen bestätigt, es gibt Tausende weitere Verdachtsfälle. 26 Patienten starben.

Nachdem die Regierung während der Sars-Epidemie wegen zögerlicher Gegenmaßnahmen in die Kritik geraten war, hatte Staatschef Xi Jinping am Montag erklärt, das Retten von Menschenleben habe "oberste Priorität". Er forderte die Behörden auf, "Informationen zeitnah zu veröffentlichen und die internationale Zusammenarbeit zu vertiefen". Wuhan sowie einige andere chinesische Städte wurden unter Quarantäne gestellt, damit sich das Virus im bevölkerungsreichsten Land der Erde nicht weiter ausbreitet. Derzeit sind 43 Millionen Menschen in 13 Städten praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.

Quelle: ntv.de, ftü/AFP