Panorama

Fast 64.000 Infizierte in China Zahl der Coronavirus-Fälle bleibt hoch

In China sind die Zahlen der mit dem Coronavirus infizierten und gestorbenen Menschen weiterhin hoch. Während der Rückreisewelle nach den Neujahrsferien wächst zudem die Angst vor einer weiteren Ausbreitung.

Nach der neuen Zählweise der Virusfälle in China ist die Zahl der bestätigten Ansteckungen erneut stark gestiegen. Allein in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina kamen innerhalb eines Tages knapp über 4000 nachgewiesene Infektionen hinzu, wie die Gesundheitskommission der Provinz laut Staatsfernsehen berichtete. Damit steigt die Zahl landesweit auf fast 64.000. Die neue Zahl an Todesfällen wurde für China zunächst mit 1483 angegeben, später wegen eines statistischen Fehlers aber auf 1380 korrigiert. Auch die Zahl der Neuinfizierten wurde von 4800 auf rund 4000 korrigiert, wodurch die Gesamtzahl unter 64.000 Infizierte sank. Experten betrachten aber Zahlen aus China generell mit Vorsicht und befürchten eine hohe Dunkelziffer.

Am Donnerstag war die Zahl der neu bestätigten Infektionen bereits dramatisch um 15.000 angestiegen, weil in der neuen Zählweise auch die klinischen Diagnosen der Lungenkrankheit aus den vergangenen Wochen mitgerechnet wurden. Da mithilfe der DNA-Tests im Labor häufig die Infektion nicht festgestellt werden können, werden jetzt auch die Fälle mitgerechnet, bei denen Ärzte eine Lungenentzündung, Fieber, Atemprobleme und andere typische Symptome festgestellt haben und somit auch ohne Labortest zu einer Diagnose der Infektion kommen.

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Bei den 4823 neuen Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus am Freitag in Hubei wurden auch 3095 solche Fälle mit nur klinischen Diagnosen mitgerechnet, wie die Gesundheitskommission berichtete. Die neue Zählweise wird allerdings nur in der Provinz Hubei, nicht im Rest des Landes angewandt. Damit sollen die Patienten schneller angemessen behandelt und die weitere Ausbreitung des Virus wirksamer verhindert werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüßte das neue Vorgehen. Es erlaube, Betroffene in Hubei schneller zu isolieren und zu behandeln und Kontaktpersonen früher unter Beobachtung zu stellen. Da die Krankenhäuser in Hubei und ihr medizinisches Personal durch die hohe Zahl der Patienten völlig überfordert sind, wurden bereits mehr als 21.000 medizinische Fachkräfte aus anderen Teilen des Landes in die Krisenregion entsandt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Sorgen vor weiterer Ausbreitung

Mit der Rückreisewelle von zig Millionen Chinesen, die nach den wegen der Epidemie verlängerten Neujahrsferien wieder aus ihren Heimatdörfern zu ihren Arbeitsplätzen zurückreisen, wachsen Sorgen über eine weitere Ausbreitung des Virus. Bei einem Mitglied der Reinigungskräfte in einem Hochgeschwindigkeitszug wurde nach chinesischen Presseberichten eine Infektion festgestellt, was Befürchtungen über Ansteckungen im Zug auslöste.

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Außerhalb von Festland-China sind in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 580 Fälle bestätigt, die meisten in Japan. Dort gab es eine Anhäufung von mehr als 200 Fällen auf dem vor Yokohama liegenden Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess". Asiatische Länder zögern deswegen, Kreuzfahrtschiffe in ihre Häfen einlaufen zu lassen. So konnte zuletzt die "AIDAvita" mit rund 1.100 Passagieren zumeist aus Deutschland und 400 Crew-Mitgliedern nicht wie geplant in Vietnam anlegen. Die Reederei betonte, es gebe keine Virusfälle an Bord. Auch habe das Schiff keinen chinesischen Hafen angelaufen.

Quelle: ntv.de, bad/AFP