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Alarm jetzt auch in Elfenbeinküste Zahl der Ebola-Fälle steigt über 10.000

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Am Trans-West-African-Highway in Guinea

(Foto: AP)

In Westafrika wächst die Zahl der Ebola-Fälle. Betroffen ist vor allem Sierra Leone. Derweil ordnen New York und New Jersey verschärfte Quarantäne- und Überwachungsregeln an. Deutschland hält gar nichts davon und spricht von "reinem Aktionismus".

Die Zahl der Ebola-Toten ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auf 4922 gestiegen. Bis Donnerstag seien 10.141 Ansteckungen registriert worden, teilte die WHO in Genf mit. Die Dunkelziffer liege aber höher. So müsse damit gerechnet werden, dass in dem am schlimmsten betroffenen Land Liberia die Zahl der Infektionen zweieinhalb Mal so hoch sei wie die der registrierten Fälle. Viele Familien würden infizierte Angehörige zu Hause lassen anstatt sie in Krankenstationen zu bringen, wo sie unter Quarantäne behandelt würden.

Zudem warnte die WHO davor, dass die Epidemie in die Elfenbeinküste eingeschleppt werden könnte. Bislang sind Infektionen in acht Ländern bekannt. Am schlimmsten betroffen sind die westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone mit zusammen 10.114 Erkrankten und 4912 Toten. Einzelne Ansteckungen gab es auch in Spanien und den USA.

Nach der Ebola-Erkrankung eines Arztes in den USA haben dort die Bundesstaaten New York und New Jersey ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Wer in Westafrika mit Ebola-Patienten in Kontakt gekommen sei, müsse bei der Wiedereinreise in die USA künftig für bis zu 21 Tage in Quarantäne, teilten die Bundesstaaten mit.

Die verschärften Quarantäne-Regeln betreffen demnach Reisende, die aus Guinea, Sierra Leone und Liberia wieder an den Flughäfen JFK in New York und Newark in New Jersey eintreffen und in Westafrika Ebola-Patienten behandelt haben oder mit ihnen in Kontakt gekommen sind. Die Quarantäne kann für bis zu drei Wochen angeordnet werden - das ist die maximale Zeit, die nach einer Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen vergehen kann.

Deutschland geht anderen Weg

Das Bundesgesundheitsministerium lehnt indes eine automatische Quarantäne für zurückkehrende Helfer aus Ebola-Gebieten ab. Er wolle eine solche Maßnahme zwar nicht ausschließen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Aber vorerst würden die geltenden Schutzmaßnahmen als ausreichend betrachtet.

In Deutschland müssen sich zurückkehrende Ärzte und Krankenschwestern nach Angaben des Ministeriums beim Gesundheitsamt melden. Die Behörde könne dann eine Beschränkung ihrer beruflichen Tätigkeit anordnen, etwa einem Arzt bis auf weiteres den Kontakt zu Patienten untersagen. Zudem hätten die einzelnen Hilfsorganisationen selbst Richtlinien für ihre Helfer erlassen. Die Rückkehrer müssten demnach zwei Mal täglich Fieber messen und dürften teils für 21 Tage ihrem Beruf nicht nachgehen. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) empfehle Heimkehrern, 21 Tage lang Kontakte zu anderen Menschen zu meiden und in dieser Zeit auch beruflich eine Auszeit zu nehmen.

Ebola-Kontrollen bringen nichts

Die Experten des RKI halten auch zusätzliche Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen für nicht sinnvoll. Bei allen Reisenden die Körpertemperatur zu messen, gleiche der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher WDR 5. "Es gibt keine guten Daten, die belegen würden, dass das mehr als Aktionismus ist." Außerdem seien die Messungen alles andere als zuverlässig.

Das RKI geht zudem nach Angaben seiner Sprecherin davon aus, dass es in Deutschland höchstens einzelne Ebola-Fälle geben wird. Die Infektion sei nur übertragbar durch direkten Kontakt zu Körperflüssigkeiten, "also man muss jemanden schon wirklich anfassen und derjenige muss auch sichtbar erkrankt sein". Deutschland sei im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt, um diese einzelnen Patienten schnell zu behandeln.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

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