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Stärkster Rückgang in 25 Jahren Zahl der Verbrechen sinkt 2017 deutlich

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Etwa ein Drittel aller Verbrechen entfällt auf Diebstahlsdelikte.

(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)

Die Zahl der in Deutschland registrierten Straftaten ist laut einem Bericht im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent gesunken. Das ist der stärkste Rückgang seit mehr als zwei Jahrzehnten. Auffällig ist jedoch die Anzahl unaufgeklärter Wohnungseinbrüche.

In Deutschland sind 2017 fast zehn Prozent weniger Verbrechen erfasst worden als im Vorjahr - das berichtet die "Welt am Sonntag" und beruft sich auf die noch unveröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Einen derart starken Rückgang bei der Kriminalität habe es seit fast 25 Jahren nicht gegeben, heißt es weiter. Die Übersicht will CSU-Innenminister Horst Seehofer gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz am 8. Mai vorstellen.

Laut "Welt am Sonntag" weist die Statistik für das vergangene Jahr insgesamt 5,76 Millionen Straftaten aus - im Vergleich zu 2016 eine Abnahme um 9,6 Prozent oder um 611.542 Taten. Etwa ein Drittel aller Verbrechen entfällt demnach - wie in den Vorjahren - auf Diebstahlsdelikte: Es gab 2,09 Millionen Fälle, das ist ein Minus von 11,8 Prozent.

Der Ladendiebstahl nahm um 6,6 Prozent auf 353.384 Fälle ab, der Taschendiebstahl um 22,7 Prozent auf 127.376 Fälle. 33.263 Kraftfahrzeuge und 300.006 Fahrräder wurden geklaut - minus 8,6 beziehungsweise 9,8 Prozent. Bei der gemeldeten Gewaltkriminalität wurde laut dem Bericht ein Rückgang um 2,4 Prozent auf rund 189.000 Fälle verzeichnet.

Polizei warnt vor "voreiligen Schlussfolgerungen"

Bereits bekannt war, dass die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche in Deutschland 2017 um mehr als ein Fünftel zurückgegangen ist. Die Polizei erfasste für 2017 insgesamt rund 117.000 versuchte und vollendete Wohnungseinbrüche, wie Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur auf Grundlage der Kriminalstatistiken der Länder ergaben. Die Aufklärungsquote erhöhte sich leicht auf 17,8 Prozent. Im Jahr 2016 hatte sie noch bei 16,9 Prozent gelegen. Das bedeutet, dass immer noch mehr als 80 Prozent der Wohnungseinbrüche nicht aufgeklärt werden.

Vor "voreiligen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Sicherheitslage" warnt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow der Zeitung. Es sei aber richtig, "dass wir seit der ersten gesamtdeutschen Kriminalitätsstatistik 1993 noch nicht einen solch hohen Rückgang zu verzeichnen hatten".

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/AFP

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