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Donnerstag, 12. Juli 2018

382 Tote im vergangenen Jahr: Zahl der tödlichen Radunfälle bleibt hoch

In Deutschland werden täglich im Schnitt neun Menschen im Straßenverkehr getötet und weitere 1100 verletzt. Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Doch eine Gruppe ist nach wie vor extrem gefährdet, mit steigender Tendenz.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 382 Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt zwischen 2010 und 2017 um 13 Prozent gesunken ist, blieb die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer nahezu konstant. Es gelte, die Sicherheit der Fahrradfahrer zu verbessern, sagte Bernhard Veldhues vom Statistischen Bundesamt in Berlin.

Besonders schwere Folgen hätten Unfälle mit Lastwagen. Bei etwa jedem dritten Unfall mit Personenschaden, an dem ein Fahrrad und ein Lkw beteiligt waren, handelte es sich um einen Abbiege-Unfall. Bei Unfällen mit einem Lastwagen trugen Radfahrer laut Bundesamt nur in rund 20 Prozent der Fälle die Hauptschuld.

Politisch wird derzeit diskutiert, wie schwere Unfälle mit Lastwagen verhindert werden können. Im Zentrum der Debatte stehen elektronische Hilfssysteme für Lkw-Fahrer, sogenannte Abbiegeassistenten. Als "besorgniserregend" bezeichnete der Präsident des Bundesamts, Georg Thiel, dass sich die Zahl der Unfälle mit einem Pedelec, einem Fahrrad mit Hilfsmotor, zwischen 2014 und 2017 mehr als verdoppelt hat. Besonders betroffen waren ältere Radfahrer. Der Bestand an Pedelecs ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen.

Insgesamt kamen 2017 bei Verkehrsunfällen 3180 Menschen ums Leben. Das ist laut Behörde der niedrigste Stand seit mehr als 60 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 0,8 Prozent. Das entsprach 26 Toten weniger als im Jahr 2016. Zwischen 2010 und 2017 reduzierte sich die Zahl der Verkehrstoten damit um insgesamt 13 Prozent. Das Bundesamt warnte zugleich vor zu viel Optimismus. Täglich würden im Schnitt neun Menschen im Straßenverkehr getötet und weitere 1100 verletzt. Es gebe "keinen Grund zur Entwarnung", erklärte Thiel.

Quelle: n-tv.de