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Notstand ausgerufen Zehn Menschen sterben bei Flut in Rio

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Am schwersten wurde der Süden von Rio de Janeiro getroffen.

(Foto: REUTERS)

Behörden sprechen vom schwersten Unwetter in 20 Jahren: In der brasilianischen Großstadt Rio de Janeiro wurden Einwohner von Regenmassen überrascht. Mindestens zehn Menschen kamen durch das Hochwasser ums Leben. Die Zeitung "O Globo" gibt die Schuld für die Katastrophe der Stadt.

In der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro sind bei Überschwemmungen und Erdrutschen mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden mitteilten, wurden nach heftigen Regenfällen mehrere Straßen überschwemmt. Die Opfer ertranken in ihren Autos, wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen oder bei Erdrutschen getötet, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Bei den seit Montag andauernden heftigen Regenfällen soll es sich um das schwerste Unwetter seit über 20 Jahren in Rio de Janeiro handeln. Rettungskräfte mussten in Autos, Bussen und Gebäuden festsitzenden Menschen zu Hilfe eilen. Bürgermeister Marcelo Crivella rief den Notstand aus.

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Viele Menschen saßen in Bussen und Autos fest.

(Foto: REUTERS)

Nachdem zunächst von drei Toten die Rede gewesen war, stieg die Opferzahl im Verlauf des Tages auf mindestens zehn. Im oberhalb des Strandes von Copacabana gelegenen Armenviertel Morro da Babilonia starben zwei Schwestern und ein Nachbar bei einem Erdrutsch. In einem von Schlammmassen verschütteten Taxi fand die Feuerwehr drei Tote. Im Stadtteil Gavea wurde die Leiche eines Mannes gefunden, der in einer überschwemmten Straße offenbar von seinem Motorrad gestürzt und von den Wassermassen fortgerissen wurde.

Regen "völlig untypisch"

Am schwersten betroffen war der Süden von Rio de Janeiro mit den bekannten Vierteln Copacabana und Ipanema sowie einigen Favelas. Dort fielen nach Angaben des Senders TV Globo binnen weniger Stunden knapp 25 Zentimeter Regen - während es normalerweise im gesamten Monat April nicht einmal zehn Zentimeter sind.

In der ganzen Stadt blieben die Schulen geschlossen, in einigen Gebieten fiel der Strom aus. Bereits im Februar waren infolge schwerer Regenfälle in Rio Janeiro mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Bürgermeister Crivella nannte den Regen "völlig untypisch". Er sprach von einer Tragödie. Viele Häuser seien in "ungeeigneten Gebieten" gebaut worden, in denen Wasser frei fließe. "Wir haben versucht, die Leute dort zu warnen", sagte er örtlichen Medien.

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Feuerwehrhelfer suchen unter eingestürzten Bäumen nach Überlebenden.

(Foto: REUTERS)

"Völlige Inkompetenz" der Behörden

Heftiger Regen sorgt in Rio immer wieder für flutartige Überschwemmungen, da die veraltete Infrastruktur mit den Wassermassen überfordert ist. Am schwersten betroffen sind meist die Slums entlang der Hügel mit ihren ungeteerten Straßen und behelfsmäßigen Abwasserkanälen.

Die Zeitung "O Globo" warf den Behörden vor, "so gut wie nichts zu tun", um sich gegen das "vorhersehbare Phänomen" zu wappnen. "Einmal mehr wurde uns völlige Inkompetenz dargeboten - mit wenigen ehrenhaften Ausnahmen wie etwa bei der Feuerwehr", kommentierte das renommierte Blatt und fügte hinzu, "nach so vielen Tragödien" hätte man sich gewünscht, die Stadt hätte ihre Lektion gelernt.

Nach Angaben der Website für Wirtschaftsnachrichten, "Valor", sanken die städtischen Ausgaben für Projekte wie etwa Kanalisationsarbeiten zwischen 2016 und 2018 um 79 Prozent.

Quelle: n-tv.de, vck/AFP

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