Panorama

Lösten Wunderkerzen Brand aus?Zeugen berichten vom Inferno: "Es war wie in einem Horrorfilm"

01.01.2026, 14:10 Uhr
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Im Schweizer Skiort Crans-Montana kommt es zu einem verheerenden Brand, Dutzende Menschen sterben. Die Behörden machen noch keine Angaben zur Ursache des Brandes, zahlreiche Augenzeugen melden sich aber.

Bei einem furchtbaren Brand in einer Bar kommen in der Silvesternacht im Schweizer Skiort Crans-Montana nach Angaben der Behörden "mehrere Dutzend Menschen" ums Leben. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch völlig unklar. Einen Anschlag schließen die Ermittler schnell aus. Mehrere Überlebende berichten, dass das Feuer durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst wurde. "In nicht mal einer Minute stand die gesamte Decke in Flammen", berichtete eine junge Frau dem Sender "BFMTV". Dann sei Panik ausgebrochen.

In der Nacht hatten mehr als hundert Menschen in einem im Keller gelegenen Teil des "Le Constellation Bar and Lounge" gefeiert, bevor um 1.30 Uhr das Feuer ausbrach. Mehrere Augenzeugen sagten dem Portal "24 Heures", dass Wunderkerzen an Champagnerflaschen befestigt worden seien und eine davon die Decke in Brand gesetzt habe.

Wie die "Daily Mail" unter Berufung auf einen Zeugen berichtete, soll ein Kellner die Flasche, auf den Schultern eines Kollegen sitzend, nach oben gereckt haben. "Wir können dazu keine Angaben machen", sagte Daniel Imboden, Sprecher der Kantonspolizei. "Wie immer wird in alle möglichen Richtungen ermittelt."

"Wie in einem Horrorfilm"

Nach Ausbruch des Brandes sei eine Massenpanik unter den Gästen ausgebrochen, sagte eine junge Französin "BFMTV", die Menschen seien zur einzigen Treppe gestürmt, die ins Erdgeschoss des Hauses führt. "Alle Fenster waren schwarz und undurchsichtig vom Rauch", sagte sie. Ein anderer beschreibt die Momente wenig später: "Eltern rasten mit ihren Autos heran. Es war wie in einem Horrorfilm." Es habe "absolute Panik" geherrscht. Im "Le Constellation" sollen sich zum Unglückszeitpunkt zahlreiche junge Leute befunden haben, die die Silvesternacht feierten. Ein Video zeigt schreiende Menschen, die vor den Flammen fliehen.

Eine Touristin aus Stuttgart sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert", so Christina Lutz. "Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren." Wie die zuständige Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud erklärte, konnte bislang noch kein Opfer identifiziert werden. Wie das italienische Außenministerium mitteilte, seien viele Opfer aufgrund ihrer schweren Verbrennungen noch nicht identifizierbar.

"Es roch nach Verbranntem"

Der Leiter für Helikoptereinsätze der Rega in Zürich, Philipp Simmen, berichtete von zahlreichen Schwerstverletzten, die in Spezialkliniken in der Schweiz und Deutschland geflogen wurden. "Es zeichnete sich ab, dass es auch eine Vielzahl an jungen Patientinnen und Patienten darunter hat."

Eine Frau, die mit ihrer Mutter über Nacht im Krankenhaus von Sion war, berichtete der Zeitung "Le Nouvelleiste" von dem Moment, als die ersten Opfer des Brandes eintrafen. Die Frau sagte, eine Krankenschwester habe alle im Warteraum aufgefordert, den Raum zu verlassen, als die Verletzten eintrafen. "Ich ging schnell nach draußen, um den Zugang zur Notaufnahme freizumachen, und dann brach Chaos aus", sagte sie. "Von überall her kamen Menschen, schwer verletzte Menschen in Autos, es roch nach Verbranntem. Sie alle ließen ihre Fahrzeuge mitten auf der Zufahrtsrampe stehen."

Die Bar "Le Constellation" ist laut dem Sender SRF besonders bei 16- bis 25-Jährigen beliebt gewesen. Es wird erwartet, dass auch zahlreiche Touristinnen und Touristen unter den Opfern sind.

Quelle: ntv.de, ter

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