Panorama
Zahlreiche Züge nach Berlin sind verspätet.
Zahlreiche Züge nach Berlin sind verspätet.(Foto: imago/Ralph Peters)
Sonntag, 20. August 2017

Nach Sabotageakten an Bahn: Züge fahren nach Berlin - mit Verzögerung

Am Samstag kommt es zu Brandanschlägen auf Signalanlagen der Bahn, die den Zugverkehr lahmlegen. Jetzt sind einige Strecken wieder befahrbar, wenn auch mit Verzögerung. Die Ermittler haben indes einen Verdacht, was hinter den Anschlägen stecken könnte.

Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover ist nach einem Brandanschlag wieder befahrbar. Einige Schäden an der Signalanlage seien jedoch noch nicht behoben, sagte ein Bahnsprecher am Morgen.

Daher sollen zunächst nur die Fernverkehrszüge der Linie 10 (Berlin - Düsseldorf/Köln) auf der Strecke fahren. Dabei ist mit Verzögerungen von 30 bis 45 Minuten zu rechnen. Alle weiteren Linien werden weiterhin über Magdeburg umgeleitet. Die Strecke nach Hamburg ist noch gesperrt, auch diese Züge fahren weiterhin über Magdeburg und brauchen nach Bahn-Angaben etwa 60 Minuten länger.

Unbekannte hatten am Samstag bei Berlin Brandanschläge auf Signalanlagen an den Strecken nach Hamburg und Hannover verübt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, hält aber einen Zusammenhang mit einer Neonazi-Demo in Berlin für naheliegend.

Infolge der Brandanschläge waren etwa 250 Neonazis auf dem Weg nach Berlin in Brandenburg hängengeblieben und hatten dort für Unruhe gesorgt. Eigentlich wollten sie am Samstag in der Hauptstadt am Aufmarsch zum 30. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß teilnehmen. Die Gruppe meldete daraufhin eine Spontandemonstration in Falkensee im Havelland an, lief zwei Stunden lang durch die Kleinstadt und beschädigte dabei das Schaufenster eines Büros der Grünen. Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit 200 Beamten.

Im Juni war es ebenfalls in Berlin sowie in anderen Regionen Deutschlands zu Beschädigungen von Bahnanlagen gekommen. Damals bekannten sich Linksextremisten zu den Sabotageakten.

Quelle: n-tv.de

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