Panorama

Baby Kaliumchlorid gespritzt Zwei Frauenärzte wegen Totschlags verurteilt

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Der Fall der beiden Ärzte könnte noch den BGH beschäftigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einer Zwillingsgeburt im Juli 2010 injizieren zwei Ärzte einem schwer erkrankten Baby während des Kaiserschnitts tödliches Kaliumchlorid. Nun werden die beiden Mediziner von einem Berliner Gericht verurteilt.

Wegen Totschlags sind zwei Frauenärzte in Berlin schuldig gesprochen und zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Sie hatten bei einer Geburt einen Zwilling getötet, der an einer massiven Hirnschädigung erkrankt war. Das Landgericht verhängte ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung, beziehungsweise ein Jahr und neun Monate auf Bewährung. 

Die Angeklagten - eine 58 Jahre alte Oberärztin und ein 73 Jahre alter Chefarzt im Ruhestand - hatten erklärt, sie seien davon ausgegangen, dass ihr damaliges Vorgehen bei einer Geburt per Kaiserschnitt rechtlich zulässig sei. Es wird damit gerechnet, dass der Fall vor den Bundesgerichtshof (BGH) geht.

Die Mutter der eineiigen Zwillinge war in der 32. Schwangerschaftswoche, als es im Juli 2010 zu Komplikationen kam. Laut Anklage hatten die beiden Ärzte eine tödliche Dosis Kaliumchlorid während der Geburt injiziert. Zu diesem Zeitpunkt sei es jedoch rechtlich nicht mehr zulässig gewesen, da es sich nicht mehr um einen Fötus gehandelt habe.

Die Verteidiger argumentierten, ihre Mandanten seien von einer zulässigen Spätabtreibung ausgegangen. Sie hätten "den maximal sicheren Weg" für den gesunden Fötus gehen wollen. Eine medizinische Indikation für einen späten Abbruch habe vorgelegen. Die Eltern der Zwillinge hätten sich nach ausführlicher Beratung für einen sogenannten selektiven Fetozid im Mutterleib entschieden.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa