Panorama

Schwimmerin sprang vom SchiffSterbendem Wal genähert - Polizei begleitet Ausflugsschiff

15.04.2026, 14:23 Uhr
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Rund um den Wal wurde eine Schutzzone eingerichtet. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Wal in der Wismarer Bucht soll in Ruhe gelassen werden. Einige Demonstranten versuchen sich dennoch, dem sterbenden Tier zu nähren. Nun erhält es noch mehr Polizeischutz.

Nachdem die Wasserschutzpolizei am Wochenende eine Frau in der Nähe des bei Wismar gestrandeten Wals aus dem Wasser geholt hat, begleiten Beamte ein in dem Bereich fahrendes Ausflugsschiff inzwischen teilweise per Schlauchboot. Die 67-Jährige in einem Neoprenanzug sei von der "Adler nature" ins Wasser gesprungen, bestätigte eine Polizeisprecherin.

Berichten zufolge kam ein Schlauchboot dem Schiff entgegen und begleitete es bis in den Hafen auf Poel. Medien hatten zuvor über die Eskorten berichtet.

Die "Adler Nature" verkehrt laut Fahrplan täglich zwischen Wismar und der Insel Poel, vor der der Wal gestrandet ist. Es gebe weiterhin eine freie Fahrrinne in dem Bereich, erklärte die Sprecherin. Die Wasserschutzpolizei sei deshalb auch auf dem Wasser, um zu gewährleisten, dass niemand die um den Wal eingerichtete Schutzzone verletzt.

Wilde Spekulationen

Die Einschätzung von Experten, nach der dem Wal nicht sinnvoll geholfen werden kann und man ihn besser in Ruhe sterben lassen sollte, sorgt teils für Zorn. Nach Demos in den vergangenen Tagen seien bereits weitere Proteste angekündigt, sagte die Polizeisprecherin, nicht nur auf Poel.

Zuletzt waren Demo-Teilnehmer auf dem Land in einen Sperrbereich eingedrungen. Die Polizei musste sie zurückdrängen. Zusätzlich zu den bestehenden Absperrungen habe man einen Sichtschutzzaun errichtet, sagte die Polizeisprecherin. Im Internet werde spekuliert, man wolle irgendetwas verbergen. Der Sichtschutz gelte aber lediglich zur Abschirmung des für die Beamten aufgestellten Toilettenhäuschens. Der Wal sei weiterhin sichtbar.

Berichten zufolge bewege sich das Tier aktuell sichtbar hoch und runter, wohl beim Atmen. Zudem sei ein deutliches Dröhnen zu hören.

Privatinitiative meldet Ansprüche an

Nach Angaben des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern soll es dem Meeressäuger zusehends schlechter gehen. Zuletzt gingen die wissenschaftlichen Berater davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammeln würde. Dies sei ein Hinweis, dass seine Organe schwer geschädigt seien, teilte Umweltminister Till Backhaus mit.

Eine Privatinitiative hat angemeldet, den gestrandeten Wal in Obhut nehmen zu wollen. Der Umweltminister will im Rahmen einer Pressekonferenz die rechtliche Situation und die Haltung des Ministeriums dazu darstellen.

Der kranke und geschwächte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten aktiven Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen. Am Wochenende wurde erfolglos versucht, den Wal mit seinen eigenen Walgesängen zu animieren, sich selbst zu befreien.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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