Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 07:43 Chef von größer russischer Bank besorgt über Konsumrückgang +++
Der Chef von Russlands größtem Geldhaus, der Sberbank, German Gref, äußert sich besorgt über die russische Wirtschaft und warnt vor einem nachlassenden Konsum sowie einer anziehenden Inflation. "Der Konsum geht seit Juni zurück... Das gibt Anlass zur Sorge", sagt Gref auf einem Wirtschaftsforum in der Hafenstadt Wladiwostok. "Wir sehen erste Tendenzen." Das Anziehen der Teuerung führt er vor allem auf den Ausfall von Ölraffineriekapazitäten durch Drohnenangriffe der Ukraine zurück. Die russische Wirtschaft war nach offiziellen Angaben im Juli im Jahresvergleich nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni.
+++ 07:12 Bei Angriffen auf Region Odessa mindestens 17 Menschen verletzt +++
Die ukrainische Region Odessa ist in der Nacht erneut angegriffen worden. Gouverneur Oleg Kiper spricht von mindestens 17 Verletzten, darunter drei Kinder. Von ihm veröffentlichte Fotos zeigen schwere Schäden an der Fassade eines Hochhaues. 20 Wohnungen – vom 10. bis zum 17. Stock – seien beschädigt worden, schreibt Kiper bei Telegram Hinzu kämen Schäden an zwölf geparkten Autos. Bereits in der Nacht zufolge waren mindestens acht Menschen bei Angriffen auf die Hafenstadt Odessa verletzt worden.
+++ 06:54 Bericht: Minister bremsten Merz bei Benennung des Urhebers von Leipzig-Angriff +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Kabinettsklausur in Neuhardenberg einem Bericht zufolge darauf gedrungen, Russland schnell öffentlich als Urheber des Anschlagsversuchs auf den Flughafen Leipzig/Halle zu benennen. Nach Informationen des "Spiegel" war Merz zum Zeitpunkt des Treffens in der vergangenen Woche überzeugt, dass die Indizienkette dafür ausreichend sei. Demnach sprachen sich jedoch Innenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul zunächst dagegen aus. Dobrindt verwies dem Bericht zufolge darauf, dass die laufenden Ermittlungen nicht gefährdet werden dürften, indem die Regierung Russland öffentlich des Angriffs bezichtige. Wadephul wendete ein, dass sein Ressort Vorbereitungen treffen müsse für den Fall, dass Moskau deutsche Sanktionen mit Gegenmaßnahmen beantworte: Deutsche Diplomaten müssten vorgewarnt, Dokumente und Daten in Sicherheit gebracht werden.
+++ 06:30 Bericht: Zwei Moskauer Flughäfen unterbrechen Betrieb nach Selenskyj-Drohung +++
Nachdem der ukrainische Präsident Selenskyj davor gewarnt hat, den russischen Luftraum zu nutzen, hätten die Moskauer Flughäfen Wnukowo und Scheremetjewo in der zweiten Nacht infolge zumindest zeitweise ihren Betrieb unterbrochen, meldet die "Moscow Times". Zum Airport Moskau-Wnukowo schreibt die Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Abend, es seien vorübergehende Beschränkungen für die Nutzung des Luftraums eingeführt worden. Auch beim Airport Scheremetjewo war von Beschränkungen die Rede. Diese seien wieder aufgehoben worden, teilen die Behörde und der Flughafen am späten Abend auf Telegram mit. Laut der "Moscow Times" hatten am Vortag drei Moskauer Flughäfen den Betrieb vorübergehend ausgesetzt.
+++ 06:00 Kiesewetter plädiert für Nato-Beratungen +++
CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hält die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen gegen Russland nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle für unzureichend. "Das Russische Haus und das Generalkonsulat hätten ohnehin längst aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müssen", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Kiesewetter fordert Konsultationen nach Artikel 4 des Nato-Vertrages. "Denn die Systematik der Angriffe richtet sich auch gegen die Nato und soll das Verteidigungsbündnis spalten und schwächen", sagt er. Artikel 4 sieht Beratungen der Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat für von außen gefährdet erklärt. Die Bundesregierung will ihn aber nicht ziehen. "Russland sehe rein diplomatische und symbolische Maßnahmen als Zeichen von Schwäche, sagt der CDU-Politiker weiter.
+++ 05:26 Reaktion auf deutsche Strafmaßnahmen: Moskau macht Goethe-Institut dicht +++
Russland schließt nach Anschuldigungen wegen eines Drohnen-Zwischenfalls am Flughafen Leipzig/Halle Niederlassungen des Goethe-Instituts. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Die Bundesregierung hatte Moskau für den Vorfall verantwortlich gemacht und als Reaktion unter anderem ein russisches Konsulat in Bonn geschlossen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Deutschland am Dienstag beschuldigt, Beweise fingiert zu haben, um Moskau die Schuld zuzuweisen. Mehr dazu hier.
+++ 05:05 KI-Chatbots können Sanktionen umgehen +++
Zahlreiche KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini können einem Bericht zufolge EU-Sanktionen gegen russische Medien umgehen und ermöglichen Zugang zu deren Inhalten. Wenn die Chatbots einen entsprechenden Auftrag bekämen, führten sie diesen aus, ohne Verbreitungsverbote zu berücksichtigen, heißt es in einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen. Die Tests bestanden unter anderem darin, Chatbots um eine Presseschau russischer Medien zu bitten. Einige der getesteten Modelle meldeten, dass die gewünschten Websites blockiert seien, fanden die gewünschten Inhalte aber auf Umwegen, etwa über russische Onlinenetzwerke. Reporter ohne Grenzen fordert daher eine bessere Regulierung der KI-Chatbots. Das Unternehmen OpenAI, das ChatGPT entwickelt hat, erklärt, den Bericht ernst zu nehmen und sich mit den Vorwürfen zu beschäftigen.
+++ 04:20 Hochhaus in Odessa bei Luftangriff getroffen - acht Verletzte +++
Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa ist ein mehrstöckiges Wohngebäude beschädigt worden. Das teilt die örtliche Militärverwaltung auf Telegram mit. Es gibt acht Verletzte. Schon in der letzten Nacht war in der Stadt bei einem massiven Angriff ein Hochhaus teilweise zerstört worden.
+++ 03:30 Bulgarien lässt Ausnahmen von Russland-Sanktionen für Atomkraftwerk zu +++
Die bulgarische Regierung genehmigt Ausnahmen von den EU-Sanktionen gegen Russland, um den Import von Eisen und Stahl für das Kernkraftwerk Kosloduj zu ermöglichen. Für die Reaktoren sowjetischer Bauart seien regelmäßig Ersatzteile russischer Hersteller nötig, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten, teilt die Regierung mit. Kosloduj ist das einzige Atomkraftwerk des Landes und liefert mehr als ein Drittel des bulgarischen Stroms.
+++ 03:00 Pistorius warnt vor militärischem Erfolg Russlands +++
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat erneut vor einem militärischen Erfolg Russlands in der Ukraine gewarnt. "Wenn Russland, wenn Wladimir Putin diesen Krieg gewinnt, dann ist das eine Blaupause für alle Autokraten dieser Welt zu sagen: Was schert mich das Recht, das souveräne Recht von anderen Nationen?", sagt der SPD-Politiker in Braunschweig. Sie würden denken: "Es gibt ja niemanden, der sich mir entgegenstellt und die Angegriffenen unterstützt." Der russische Präsident ist für den deutschen Verteidigungsminister der Einzige, der den Krieg beenden könne, wenn er es wollte. "Stattdessen führt er einen hybriden Krieg gegen europäische Länder, vor allem gegen Deutschland", erklärt der Verteidigungsminister. Deutschland sei im Fokus, weil es die Ukraine unterstütze.
+++ 02:08 Erdogan: Sicherheitsmechanismus für Schifffahrt im Schwarzen Meer nötig +++
Zur Vermeidung einer neuen Getreidekrise fordert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen dauerhaften Sicherheitsmechanismus für die Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer. Vor allem in Afrika zeichne sich erneut eine Krise ab, sagt Erdogan vor Journalisten auf dem Rückflug von einer Reise nach Kirgisistan. Es müsse gehandelt werden, bevor sich das Problem verschärfe.
+++ 01:23 Russland greift die siebte Nacht in Folge Kiew an +++
Die siebte Nacht in Folge wird Kiew von russischen Drohnen angegriffen. Reporter des "Kyiv Independent" melden am späten Abend zwei Explosionsserien. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko ist die Luftabwehr im Einsatz. Er ruft die Bevölkerung dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Im Laufe der Nacht gibt es weitere Explosionen. Über mögliche Schäden oder Opfer ist noch nichts bekannt.
+++ 00:56 Ukraine will Diesel im Untergrund lagern +++
Die Ukraine legt angesichts der täglichen russischen Angriffe auf ihr Energiesystem nach eigenen Angaben ein Netzwerk unterirdischer Treibstofflager an. Priorität habe die ununterbrochene Versorgung mit Diesel, insbesondere für Verteidigungszwecke und kritische Infrastruktur, erklärt Energieminister Denys Schmyhal. Zudem haben die Ukraine und Rumänien Schmyhal zufolge vereinbart, die Kapazitäten für Treibstofflieferungen nach Kiew auf der Schiene und über Flusshäfen auszubauen. Russland hat in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf Tankstellen verstärkt und rund 300 davon vor allem in den Frontregionen zerstört oder beschädigt.
+++ 23:54 Nachrichtendienst: Russland bereitet Sabotage in Dänemark vor +++
Russland soll Sabotageaktionen in Dänemark planen. Dortige Behörden hätten die Vorbereitungen aufgedeckt, meldet die Zeitung "Berlingske". Geplante Ziele seien insbesondere Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, sagt der Chef für Spionageabwehr beim dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET, Emil Græsholm, der Zeitung. "Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppe", so Græsholm weiter. "Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen."
+++ 23:15 Merz verspricht Selenskyj weitere Unterstützung +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine anhaltende zivile und militärische Unterstützung zugesichert. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Merz diesen darüber informiert, dass Deutschland Russland für den hybriden Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig verantwortlich mache, teilt ein Regierungssprecher mit. Selenskyj habe sich für die deutsche Hilfe, auch bei der Luftverteidigung, bedankt.
+++ 22:15 Selenskyj ernennt neuen Kommandeur der Landstreitkräfte +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wechselt den Kommandeur der Landstreitkräfte aus. Neuer Befehlshaber wird Oberst Swjatoslaw Sajiz, der zuvor bei den Luftlandetruppen diente, wie aus einem Dekret auf der Website des Präsidenten hervorgeht. Die Personalentscheidung ist Teil von Veränderungen in der Militärführung unter dem neu ernannten Oberbefehlshaber.
+++ 21:44 Ukraine erhält bei EU-Treffen Zusagen für Luftverteidigung +++
Die Ukraine hat bei einem EU-Außenministertreffen in Irland neue Zusagen zur Unterstützung ihrer Flugabwehr erhalten. "Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen", sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in der Grafschaft Wicklow. Dies sei etwas, worum man seit langem gebeten haben. Wer die neuen Zusagen machte und was sie konkret umfassen, will Kallas nicht verraten. Die Mitgliedstaaten, die entsprechende Ankündigungen gemacht hätten, würden diese auch selbst öffentlich bekanntgeben, sagt sie. "Aber für die Ukraine war es wichtig zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt."
+++ 21:15 Nach Tankstellen‑Angriffen werden Ukrainer kreativ +++
Die Ukraine bombardiert gezielt russische Ölraffinerien. Daher gehen die Behörden davon aus, dass Russland nun ebenso gezielt Tankstellen mit Drohnen angreift. Etliche davon sind komplett zerstört und können nicht mehr aufgebaut werden. Die anderen Zapfsäulen schützen die Ukrainer mit kreativen Maßnahmen.
+++ 20:42 Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein +++
Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot ausgegeben, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Onlinediensten mit. "In der Regel wird die Stufe gelb einen Drohnenangriff anzeigen, während die Stufe rot auf eine Raketenbedrohung hinweisen wird", erläutert er. Den überarbeiteten Luftalarm-Regeln zufolge werden die Ausgangssperren in Kiew verkürzt. Zudem wird während einer Bedrohung der Stufe gelb eine U-Bahn-Linie, die den Fluss Dnipro überquert, vollständig in Betrieb bleiben. Die Maßnahmen seien eine Reaktion auf "Russlands sich wandelnde Taktiken" und "den Einsatz von Drohnen, um das zivile Leben in unseren Städten zu zermürben und die normale wirtschaftliche Tätigkeit in unserem ganzen Land zu stören", erklärt Selenskyj weiter.
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