Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:50 US-Abgeordnete für Verlängerung der Schutzmaßnahmen ukrainischer Flüchtlinge +++
US-Senatoren der Demokraten und Republikaner bringen einen Gesetzentwurf zur Verlängerung des vorübergehenden Schutzstatus (TPS) für ukrainische Flüchtlinge ein – wenige Wochen vor dem geplanten Auslaufen der Maßnahmen. Darunter die US-Senatoren Richard Blumenthal, Lisa Murkowski, Chris Coons und Bill Cassidy. „Ukrainer, die hier Sicherheit suchen, fliehen vor unvorstellbarem Grauen in ihrer Heimat – blutige Raketen- und Drohnenangriffe, rücksichtsloses Entführen von Kindern, ein kalter Winter ohne Heizung“, sagt Blumenthal in einer Pressemitteilung. „Sie zu zwingen, unter solch grausamen Bedingungen zurückzukehren, wäre der Gipfel der Unmenschlichkeit.“ TPS, ein rechtlicher Einwanderungsstatus, der ausländischen Staatsangehörigen gewährt wird, die nicht sicher in ihre Heimatländer zurückkehren können, wurde den Ukrainern ursprünglich im April 2022 nach dem groß angelegten Einmarsch Russlands gewährt. Der Status läuft derzeit am 19. Oktober aus.
+++ 06:14 Ukraine überstellt nordkoreanische Kriegsgefangene an Südkorea +++
Die Ukraine übergibt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei nordkoreanische Kriegsgefangene an Südkorea. "Diese Männer sind nicht leicht lebend zu fassen", sagt Selenskyj in einer Rede vor der UN-Vollversammlung. Einer von ihnen habe versucht, sich das Leben zu nehmen, als er gefangengenommen worden sei. Die beiden Soldaten waren im vergangenen Jahr in der russischen Region Kursk gefasst worden. Das südkoreanische Außenministerium teilt mit, man könne den Vorgang zum Schutz der Männer und ihrer Familien nicht bestätigen. Nordkorea unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine Schätzungen zufolge mit rund 14.000 bis 15.000 Soldaten.
+++ 05:38 Rotes Kreuz hat seit 2024 keinen Kontakt mehr zu Kriegsgefangenen in Russland +++
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren keinen Kontakt mehr zu Kriegsgefangenen in Russland. Zwischen dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 und August 2026 seien insgesamt mehr als 9800 Kriegsgefangene beider Seiten besucht worden, aber "hauptsächlich in der Ukraine", erklärt ein Sprecher der Organisation. Der letzte Besuch in Russland sei im Jahr 2024 gewesen. Bis heute habe das IKRK im Ukraine-Krieg keinen vollständigen Zugang zu allen Kriegsgefangenen, sagte der Sprecher. Die Organisation bemühe sich darum, erneut Zugang zu den Hafteinrichtungen in Russland zu erhalten, "um Menschen, denen die Freiheit entzogen wurde (einschließlich der Kriegsgefangenen), gemäß unserem Mandat besuchen zu können".
+++ 04:44 Anwältin: In Russland inhaftierte Regisseurin Berkowitsch auf 42 Kilo abgemagert +++
Die in Russland inhaftierte Theaterregisseurin und Kriegsgegnerin Jewgenija Berkowitsch ist nach Angaben ihrer Anwältin im Gefängnis auf 42 Kilogramm abgemagert. "Sie ist wieder in eine Strafzelle gesteckt worden", sagt Ksenia Karpinskaja. Ihren Angaben zufolge ist es das dritte Mal, dass die 41-Jährige in Isolationshaft muss. Berkowitsch und die Dramaturgin Swetlana Petrijtschuk waren im Mai 2023 in Moskau festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, 2021 im einem ausschließlich mit Frauen besetzten Stück "Terrorismus gerechtfertigt" zu haben. In dem preisgekrönten Werk "Finist, der tapfere Falke" geht es um russische Frauen, die im Netz rekrutiert werden, um Islamisten in Syrien zu heiraten.
+++ 03:45 Selenskyj: Russen greifen Kiew an, während die Menschen schliefen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommentiert die nächtlichen Raktenangriffe auf Kiew: "Während die Menschen schliefen, erleuchteten die Blitze von Explosionen den Himmel", schreibt er auf der Plattform X. "Einmal mehr waren die Hauptziele der Angriffe Kiew und zivile Infrastruktur, Wohnhäuser, eine Entbindungsklinik sowie Energie- und Logistikinfrastruktur", schreibt Selenskyj nach einem Treffen in den USA mit Abgeordneten. Er erneuert dabei seine Forderung nach harten Sanktionen gegen Russland und Moskaus Unterstützer. Zudem brauche die Ukraine mehr Abfangraketen, um die ballistischen Raketenangriffe abwehren zu können.
+++ 02:51 Slowakei verurteilt Russlands Angriffe auf Zivilisten scharf +++
Der slowakische Präsident Peter Pellegrini hat Russland in einer Rede vor den Vereinten Nationen vorgeworfen, absichtlich zivile Ziele in der Ukraine anzugreifen. Die meisten russischen Angriffe der letzten Zeit hätten "nichts mehr mit militärischen Zwecken zu tun", sondern würden nur Leid für die Zivilbevölkerung bringen, sagte er in seiner auf Englisch gehaltenen Rede vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Eine so ungewohnt scharfe Russland-Kritik des slowakischen Staatsoberhaupts steht im Kontrast dazu, dass die derzeitige politische Führung der Slowakei innerhalb der Europäischen Union oft als prorussisch kritisiert wird.
+++ 01:50 Russland feuert ballistische Raketen auf Kiew +++
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht von Russland erneut mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Nach Auslösen des Luftalarms waren in der Stadt mehrere schwere Explosionen zu hören. Militärnahe Telegramkanäle zählen mindestens vierzehn Raketen in den ersten drei Angriffswellen. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt, eine Person sei ums Leben gekommen, zwei weitere seien verletzt worden. Rettungskräfte seien in mehrere Stadtteile gerufen worden. In einem Stadtbezirk sei ein Haus beschädigt worden, möglicherweise seien dort Menschen unter den Trümmern eingeschlossen, schreibt Klitschko auf der Plattform Telegram weiter. Örtliche Medien berichten von mehreren Bränden im Stadtgebiet. Der Angriff nach 1.00 Uhr Ortszeit folgt auf einen Tag, an dem es bereits elfmal Luftalarm gegeben hatte.
+++ 00:45 Russische Angriffe auf Ukraine: 51 Länder "zutiefst besorgt" +++
Vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats zur Lage in der Ukraine haben sich 51 Länder solidarisch mit Kiew gezeigt und ihre Sorge wegen der jüngsten russischen Angriffe zum Ausdruck gebracht. "Wir sind zutiefst besorgt über die Eskalation Russlands gegen Zivilisten und zivile Infrastruktur in der gesamten Ukraine, die in den vergangenen Monaten zu einer Rekordzahl an Opfern geführt hat", las die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Mittwoch in New York aus einer gemeinsamen Erklärung. "Besonders besorgt sind wir über die Angriffe im Schwarzen Meer", fuhr Kallas fort. Russland versuche, die ukrainischen Getreideexporte "abzuwürgen" und gefährde damit die globale Ernährungssicherheit.
+++ 23:33 Analyse: So viele russische Angriffe auf Region Kiew wie seit vier Jahren nicht +++
Die Region Kiew ist seit Anfang September so oft von russischen Angriffen getroffen worden wie seit mehr als vier Jahren nicht. Vom 1. bis 18. September wurden 118 Angriffe oder Angriffsserien verzeichnet, wie aus einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Daten der Nichtregierungsorganisation Acled hervorgeht.Ähnlich viele Angriffe auf die Region um die ukrainische Hauptstadt hatte Russland zuletzt im März 2022 ausgeführt. Damals wurden im gesamten Monat 174 Vorfälle registriert. Laut der noch unvollständige Auswertung für diesen September sind die Angriffe in diesem Monat sogar noch massiver als im März 2022. Zudem ist 2026 bereits jetzt das Jahr mit den meisten Angriffen oder Angriffsserien auf die Region seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022.
+++ 22:22 Selenskyj nennt Putin "Patient Null" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die Weltgemeinschaft zu einer Eindämmung Russlands auf. In der UN-Generaldebatte in New York beschreibt er nicht nur die Last, die sein Land in mehr als viereinhalb Jahren des Moskauer Angriffskriegs tragen müsse. Russland unter Kremlchef Wladimir Putin bedrohe auch die Republik Moldau, Polen und die baltischen Staaten, warnt Selenskyj. Moskau respektiere die Selbstständigkeit der Staaten im Südkaukasus und in Zentralasien nicht. Syrien und Länder in Afrika hätten leidvolle Erfahrungen mit russischer Brutalität gemacht. Selenskyj belegt Putin mit einem medizinischen Fachbegriff: "Er ist der Patient Null, von dem die Idee des Krieges sich immer weiter verbreitet." Durch ihn werde die Welt für alle anderen gefährlicher. "Deshalb muss der Patient Null gestoppt werden, man muss ihm den Raum nehmen, zu handeln und das Böse zu verbreiten."
+++ 22:07 Nach zehn Jahren Eiszeit: Hochrangige Vertreter aus Polen und Belarus sprechen miteinander +++
Nach zehn Jahren diplomatischer Eiszeit hat es während der UN-Vollversammlung in New York erstmals wieder eine hochrangige Begegnung von Vertretern Polens und Belarus' gegeben. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski sagt dem polnischen Sender TVP, das Treffen mit seinem Kollegen Maxim Ryschenkow habe auf dem "neutralen Territorium" der Vereinten Nationen stattgefunden. Er deutet eine mögliche Verbesserung in den Beziehungen der Nachbarländer an. Es habe sich um das erste, einleitende Treffen gehandelt, aber es fänden auch Gespräche auf anderer Ebene statt, sagt Sikorski. "Wir haben jetzt, mehr als in der Vergangenheit, eine normalisierte Situation an der Grenze", fügt er an. Zudem seien Gefangene wie der polnisch-belarussische Journalist Andrzej Poczobut freigelassen worden. Die beiden Nachbarstaaten hätten "jetzt mehr Gründe, zu versuchen, ihre Beziehungen zu stabilisieren".
+++ 21:45 Russland greift Kiew den ganzen Tag lang mit Drohnen an - Tote gemeldet +++
Die russische Armee attackiert die ukrainische Hauptstadt Kiew den ganzen Tag über mit Kampfdrohnen. Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Bis zum Abend wurden 43 Verletzte gezählt. In der Millionenstadt sind immer wieder Einschläge und das Feuer der Flugabwehr zu hören, die auf die jet-getriebenen russischen Drohnen schießen. Zwei Internetprovider melden Probleme nach einem Treffer in einem Datenzentrum. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wirft Russland vor, speziell die Alarmvorrichtungen zum Schutz der Bevölkerung zu attackieren.
+++ 21:10 Selenskyj berichtet Erschütterndes über nordkoreanische Soldaten +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet in der UN-Vollversammlung von der Überstellung zweier nordkoreanischer Soldaten nach Südkorea. "Diese Männer lassen sich nicht so leicht lebend gefangennehmen", sagt Selenskyj. Als einer von ihnen bemerkt habe, dass ihm die Gefangenschaft drohe, habe er versucht, sich das Leben zu nehmen. Er sei schockiert gewesen, dass das Schicksal ihn nicht sterben ließ. "So werden die Menschen im Norden erzogen. Das ist die Realität. Man nimmt ihnen das Recht auf Selbstbestimmung und hämmert ihnen ein, dass sie sterben müssen, komme, was wolle", so Selenskyj.
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