Politik

Widerstandskämpferin spricht10.000 Menschen demonstrieren in Berlin gegen iranische Regierung

07.02.2026, 17:36 Uhr
On-Saturday-February-7-2026-thousands-of-demonstrators-gathered-at-the-Brandenburg-Gate-for-a-Free-Iran-rally-carrying-placards-with-slogans-such-as-No-Shah-No-Mullah-Democracy-for-Iran-and-SOS-for-Iran-Protesters-held-up-portraits-of-Iranian-opposition-figures-Maryam-Rajavi-and-her-husband-Massoud-Rajavi-voicing-support-for-democratic-change-and-an-end-to-the-Islamic-Republics-rule-The-rally-was-organized-by-groups-affiliated-with-the-National-Council-of-Resistance-of-Iran
Im Verlauf des Protestzuges kamen immer mehr Teilnehmer. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Die Lage im Iran ist mehr als prekär. Angehörige von getöteten iranischen Demonstranten fordern Aufklärung und Anklagen. In Berlin gehen dafür Tausende auf die Straßen.

Tausende Menschen demonstrieren in Berlin gegen die autoritäre Regierung in Teheran und für Solidarität mit den Menschen im Iran. Nach Polizeiangaben versammelten sich in der Spitze etwa 10.000 Menschen am Brandenburger Tor. Zu der Kundgebung "Freiheit für Iran" hatte ein breites Bündnis internationaler Organisationen in sozialen Medien, mit Flugzetteln und großen Anzeigen in einigen Zeitungen aufgerufen.

Die Polizei sprach von einem "absolut friedlichen" Verlauf. Sie begleitete die Versammlung nach eigenen Angaben mit rund 380 Kräften. Die Demonstranten zogen am Nachmittag zum Potsdamer Platz und dann zurück zum Brandenburger Tor.

Der Veranstalter rechnete nach eigenen Angaben mit 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Viele Menschen seien aber noch auf der Anreise, sagte ein Sprecher. So seien Flüge aus Schweden und Dänemark gestrichen worden. Die Menschen seien nun im Bus unterwegs.

Rund 340 internationale Organisationen sowie politische Persönlichkeiten unterstützen die Demonstration. Nach Angaben des Deutschen Solidaritätskomitees für einen freien Iran wird sie von insgesamt 312 iranischen Vereinen aus mehreren europäischen Ländern getragen.

Laut Veranstalter gehörten zu den Demonstranten viele Angehörige von Menschen, die während der jüngsten Proteste im Iran getötet oder festgenommen wurden. Viele schwenkten iranische Fahnen. Auch Fotos von der Präsidentin des im Iran verbotenen Nationalen Widerstandsrates (NWRI), Maryam Rajavi, wurden hochgehalten. Manche Menschen trugen gelbe Westen mit dem Schriftzug "Free Iran".

Widerstandskämpferin Rajavi spricht zu Berlinern

Rajavi sprach zu den Demonstrierenden in Berlin. Sie forderte unter anderem ein sofortiges Eingreifen des UN-Sicherheitsrates, um Hinrichtungen von Aufständischen und politischen Gefangenen zu stoppen. Der oberste Führer Ali Chamenei müsse vor einem internationalen Gericht angeklagt werden wegen der Tausenden toten Demonstranten.

Der frühere US-Außenminister Mike Pompeo wurde live zugeschaltet. Weitere Redner waren der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier von der CDU sowie die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP.

Die Demonstration richtete sich auch gegen eine Rückkehr der Schah-Familie an die Macht. Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat die Massenproteste gegen die iranische Führung unterstützt und gilt als bekanntester und einflussreichster iranischer Oppositioneller im Exil.

Eine dramatische Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten Ende Dezember Proteste im Iran ausgelöst. Die Demonstrationen entwickelten sich zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam dagegen vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa

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