Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 03:51 Russland-Geschäft von Nestlé und Auchan unter russische Verwaltung gestellt +++
Die Russland-Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé und der französischen Einzelhandelskette Auchan sind unter russische Verwaltung gestellt worden. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin wurden die Anteile an eine russische Gesellschaft namens L.E.V. Management übertragen. Betroffen ist demnach auch die Bauhauskette Leroy Merlin, die 2024 in Russland in Lemana Pro umbenannt worden war. Im Fall Nestlé betrifft das Dekret unter anderem die Vermögenswerte der Nestlé Deutschland AG in Russland.
+++ 02:32 Ukraine erhält 3,3 Milliarden Euro für Raketen und Drohnen von der EU +++
Die EU zahlt der Ukraine 3,3 Milliarden Euro für die Beschaffung von Raketen und Drohnen. Das teilt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mit. Das Geld soll sofort überwiesen werden.
+++ 01:15 Trump sieht "große Fortschritte" in Gesprächen über US-Stützpunkt in Polen +++
US-Präsident Donald Trump hat sich positiv über die Gespräche über die Einrichtung eines US-Armeestützpunktes in Polen geäußert. Dank der "mutigen Führung" des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki seien bei dem Thema "große Fortschritte" erzielt worden, schreibt Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Im Falle einer Einigung werde der Standort des Stützpunktes "sehr bald bekannt gegeben".
+++ 23:44 Energie, Waffen, Ernährungssicherheit: Selenskyj stellt neue Gespräche mit USA in Aussicht +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt baldige Gespräche mit den USA an. Dabei werde es um Aussichten auf eine Friedenslösung gehen, aber auch um Energie, Ernährungssicherheit und Waffen, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. "Es wird neue Hilfspakete für die Ukraine geben, insbesondere bei der Flugabwehr." Der Präsident nennt indes keine Details, wann und mit wem von US-Seite gesprochen werde. Selenskyj reist aber kommende Woche zur UN-Generalversammlung nach New York. Anfang September hatten Unterhändler von US-Präsident Donald Trump zuerst Moskau und dann Kiew besucht. Ein Ausweg aus dem seit viereinhalb Jahren dauernden russischen Angriffskrieg zeichnete sich aber nicht ab. Moskau stellt weiter Bedingungen, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen.
+++ 22:46 Russlands Parlamentswahl für Putins Krieg hat begonnen +++
In Russland hat die erste Parlamentswahl seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine begonnen. In dem flächenmäßig größten Land der Erde mit seinen elf Zeitzonen öffneten zuerst auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka die Wahllokale. Aufgerufen sind bis Sonntag mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen zur Wahl von 450 Abgeordneten für die neue Staatsduma in Moskau. Die Opposition ist nicht zugelassen. Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als kremlnah und unterstützen den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieg. Erste Ergebnisse werden nach Schließung der letzten Wahllokale in Kaliningrad (früher Königsberg) am Sonntag um 20.00 Uhr erwartet.
+++ 22:00 Insider: Ukraine erzwingt mit Drohnenangriff Produktionsstopp bei russischer Ölraffinerie +++
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff hat die russische Ölraffinerie YANOS Insidern zufolge heute die Rohölverarbeitung eingestellt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den nächtlichen Angriff auf die Anlage, die etwa 250 Kilometer nordöstlich von Moskau liegt. Der Gouverneur der Region Jaroslawl, Michail Jewrajew, teilte über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, dass 65 Drohnen abgewehrt worden seien. Es habe keine Toten oder Verletzten gegeben, die Raffinerie sei jedoch beschädigt worden und Löscharbeiten seien im Gange. Vier mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge wurde die Haupt-Rohöldestillationsanlage getroffen. Diese macht mit einer Kapazität von gut 17.000 Tonnen pro Tag etwa 40 Prozent der gesamten Verarbeitungskapazität des Werks aus. Eine weitere Anlage befand sich nach einem früheren Drohnenangriff Ende August bereits in Reparatur, wie die Insider weiter sagten. Auf der inländischen Rohstoffbörse wurde am Donnerstag Marktteilnehmern zufolge kein Treibstoff aus dem Werk zum Verkauf angeboten. Die Pressestelle von YANOS äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Die Raffinerie gehört zu Slavneft, das gemeinsam von Rosneft und Gazprom Neft kontrolliert wird. Sie ist auf 300.000 Barrel pro Tag oder 15 Millionen Tonnen im Jahr ausgelegt. Im Jahr 2024 verarbeitete die Anlage knapp 15 Millionen Tonnen Rohöl und produzierte daraus Insidern zufolge unter anderem Benzin, Diesel und Heizöl.
+++ 21:20 Tusk sieht "kritischsten Moment" auf Ukraine zukommen und rechnet mit Angriffen auf Unterstützer +++
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk rechnet für die kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine wie auf ihre Unterstützer. Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnte es zu scheinbar versehentlichen Attacken mit Drohnen und Raketen auf die Länder kommen, die der Ukraine Beistand leisten - darunter Polen. Das sagte Tusk im polnischen Parlament in Warschau, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. Allen Quellen zufolge sei für Spätherbst und Winter "der kritischste Moment im bisherigen russisch-ukrainischen Krieg" zu erwarten, sagte Tusk. Am Vormittag hatten russische Drohnen in der Nähe des ukrainischen Grenzübergangs Jahodyn nach Polen angegriffen. Dies löste Luftalarm auch auf polnischer Seite aus; Kampfjets stiegen auf. Für Freitag kündigte Tusk einen Besuch in der Ukraine an, um mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zu sprechen. Dabei solle es vor allem um die von russischen Angriffen bedrohte Energieversorgung der Ukraine gehen. Auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico wird nach Angaben aus Bratislava in die Ukraine reisen.
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