Politik

Viele stürzen von Grenzzaun 18 Migranten sterben bei Ansturm auf Exklave Melilla

295131635.jpg

Regelmäßig versuchen Menschen von Marokko aus die spanischen Exklaven Ceuta oder Melilla zu erreichen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Bei einem neuerlichen Versuch zahlreicher Menschen über Marokko in die spanischen Exklave Melilla zu gelangen, sterben 18 Migranten. 100 bis 200 verletzen sich bei dem Übertrittversuch. Eine Annäherung der beiden Länder könnte die Lage künftig verändern.

Nach dem Ansturm von etwa 2000 Migranten auf die in Marokko liegende spanische Exklave Melilla, ist die Zahl der Todesopfer auf 18 gestiegen, zunächst wurden fünf Todesopfer vermeldet. 13 weitere Menschen seien ihren bei der versuchten Überwindung des meterhohen Grenzzaunes erlittenen Verletzungen erlegen, erklärten die Behörden der marokkanischen Provinz Nador in der Nacht zum Samstag. Wie die Vertretung der spanischen Regierung in Melilla mitteilte, stürmten die Migranten am Morgen auf den Grenzzaun zu. 130 Menschen aus den Staaten südlich der Sahara seien bis in die Exklave vorgedrungen.

Nach Angaben eines Vertreters der marokkanischen Behörden starben fünf Migranten bei dem Versuch, den Grenzzaun zu überwinden. Einige seien von oberhalb des Zauns herabgestürzt. Er sprach von mehr als 200 Verletzten, unter ihnen 140 Angehörige des Sicherheitspersonals und mehr als 70 Migranten. Vonseiten der spanischen Behörden hieß es, 57 Migranten hätten Verletzungen erlitten. 49 spanische Polizisten seien leicht verletzt worden.

Die Grenzzäune sind mit Stacheldraht, Videokameras und Wachplattformen ausgestattet. Fotos in spanischen Medien zeigten Bilder von Migranten, die erschöpft auf dem Gehweg lagen, einige mit blutenden Händen und zerrissener Kleidung. Ceuta und Melilla, welche die einzigen EU-Landgrenzen in Afrika bilden, sind regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen.

Spanien geht auf Marokko zu

In den vergangenen Jahren haben Tausende Migranten versucht, die zwölf Kilometer lange Grenze zwischen Melilla und Marokko oder die acht Kilometer lange Grenze zwischen Ceuta und Marokko durch das Überklettern von Zäunen, schwimmend oder in Autos versteckt zu überwinden. Die Migranten nehmen bisweilen Haken und Stöcke zur Hilfe, um den Grenzzaun zu überwinden.

Die spanische Regierung vollzog im März nach langem Streit über Marokkos Westsahara-Politik einen diplomatischen Kurswechsel. Madrid erkannte den marokkanischen Autonomieplan für das umstrittene Gebiet an, der unter anderem vorsieht, der Westsahara eine Autonomie unter marokkanischer Souveränität anzubieten.

Seitdem wurden etwa Fährverbindungen zwischen Spanien und Marokko wieder aufgenommen und Programme zur polizeilichen Zusammenarbeit unter anderem an den spanischen Exklaven gestartet. Vor der Beilegung des Streits hatte es Fälle gegeben, bei denen der marokkanischen Seite vorgeworfen wurde, sie habe die Migranten ungehindert auf Ceuta und Melilla zumarschieren lassen.

Quelle: ntv.de, Marie Giffard, AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen