Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 20:17 Reisner erklärt neue Frontlogik: Statt Nulllinie in Ukraine "haben wir jetzt Todeszone" +++
Militärexperte Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer sieht bei der Front zwischen der Ukraine und Russland eine Neuerung: statt der klassischen Nulllinie dehnen sich zu beiden Seiten - auch durch den Einsatz von Drohnen - unbegehbare Todeszonen aus.
+++ 19:53 AfD-Chef fordert Aus von Ukraine-Hilfe, um Sprit-Steuern zu senken +++
Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla plädiert dafür, unter anderem die deutsche Ukraine-Hilfe komplett zu streichen, um die Steuern und damit Preise für Diesel und Benzin zu senken. Im ntv-Talk "Blome & Pfeffer" sagt Chrupalla: "Wir haben ganz klar gesagt, dass wir die Ukraine-Hilfe, die ja auch mit diesen Steuersätzen finanziert wird, streichen wollen." Deutschland habe in den "letzten vier Jahren über 100 Milliarden Euro in die Ukraine gepumpt". Diesen Spielraum und den Klima-Transformationsfonds will der AfD-Chef für eine Steuersenkung bei Benzin und Diesel nutzen. Der Staat kassiere fast 60 Prozent Steuern und Abgaben auf den Treibstoff. Chrupalla: "Unser Vorschlag ist klar. Die Energiesteuer runter, CO2 Steuer auf Kraftstoffe komplett streichen und zwar dauerhaft." Am Sonntag wird in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt. Zu sehen ist die Sendung "Blome & Pfeffer" um 20:15 Uhr und 23:30 Uhr auf ntv, auf YouTube, ntv.de sowie auf der Streamingplattform RTL+.
+++ 19:18 Tennis-Profi zeigt zerbombte Wohnung in Odessa +++
Nach einem russischen Angriff ist die Wohnung der Familie von Dajana Jastremska in Odessa zerstört. Laut der ukrainischen Tennisspielerin ist ihr nur ein Handtuch der French Open geblieben. Zwei Menschen sterben bei dem Raketenangriff auf das Hochhaus.
+++ 18:52 Kiew bereit, gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen zu stoppen +++
Nach den Worten von US-Präsident Donald Trump sollen die Ukraine und Russland bereit sein, auf gegenseitige Angriffe auf Energie-Ziele zu verzichten. Nun äußert sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu. Die Ukraine habe ihren Partnern vorgeschlagen, eine Vereinbarung mit Russland zu erzielen, die der Zerstörung kritischer Infrastruktur ein Ende setzen würde, schreibt er in sozialen Medien. Zugleich erklärt Selenskyj, die Ukraine sei nicht überzeugt, dass sich Russland an eine solche Vereinbarung halten würde. "Wenn unsere Partner bereit sind, dafür zu sorgen, dass Russland tatsächlich davon Abstand nimmt, unser Stromnetz, andere Energieanlagen, kritische Infrastruktur und Lebensmittelversorgungswege anzugreifen, dann sind wir natürlich bereit, eine entsprechende Einstellung unserer Angriffe zu gewährleisten", so Selenskyj. Ein derartiger Schritt sollte allerdings nicht zusammenbrechen, "sobald die Russen ihre 'Wahlen' abgehalten haben und genau für diesen Zeitraum eine Entlastung beim Druck auf Benzin und Diesel erhalten", ergänzt er. Der Krieg müsse beendet werden und ein deeskalierender Schritt in Bezug auf kritische Infrastruktur könnte der erste Schritt in Richtung Frieden sein, schreibt Selenskyj. "Wir erwarten konkrete Vorschläge von unseren Partnern."
+++ 18:07 Jeden Monat sind Tausende Ukrainer mehr in Jobs +++
Rund viereinhalb Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs sind rund 400.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland beschäftigt, davon knapp 350.000 sozialversicherungspflichtig. Die Beschäftigungsquote ukrainischer Bürger lag zuletzt, also im Juni, bei 39,7 Prozent, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) sagt. Die Zahl der ukrainischen Grundsicherungsempfänger lag demnach zuletzt bei 474.534 (Mai). "Im Schnitt steigt die Beschäftigung von Ukrainerinnen und Ukrainern um mehr als 5000 pro Monat", sagt die BA-Sprecherin. So seien es zuletzt 64.000 mehr Beschäftigte aus der Ukraine in Deutschland gewesen als im Vorjahr. Die Zahl der Grundsicherungsempfänger aus der Ukraine ging innerhalb eines Jahres um 19.163 (3,9 Prozent) zurück.
+++ 17:16 Trump: Ukraine und Russland wollen keine Energieanlagen mehr angreifen +++
Die Ukraine und Russland wollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump keine Energieanlagen im jeweils anderen Land mehr angreifen. "Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele anzugreifen. Russland hat sich ebenfalls dazu bereit erklärt", schreibt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Die Führungen in Kiew und Moskau haben sich dazu bisher nicht öffentlich geäußert. Zudem behauptet Trump, "der weltweite Anstieg der Dieselpreise ist hauptsächlich auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen, nicht auf den Iran". Dabei lässt der US-Präsident außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen den Iran und die Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.
+++ 17:01 Fall Ilona W.: "Russland spielt auf gesamter Klaviatur" +++
Ilona W. war im politischen Berlin in höchsten Kreisen unterwegs und soll dabei sensible Informationen an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben. Terrorexperte Hans-Jakob Schindler blickt für ntv auf die Brisanz des Falles.
+++ 16:39 Litauen-Brigade fehlen Freiwillige: Pistorius ordnet Hunderte Versetzungen an +++
Verteidigungsminister Boris Pistorius wird für den vollständigen Aufbau der deutschen Panzerbrigade in Litauen nun auch verpflichtende Versetzungen anordnen. Dies sei für eine Zahl "im mittleren dreistelligen Bereich" nötig, also mehrere hundert Männer und Frauen, wie das Ministerium mitteilt. Mit Freiwilligen seien aktuell fast 80 Prozent der Stellen in der Panzerbrigade 45 "Litauen" besetzt, so das Ministerium. Es gebe aber einige "Mangelbereiche" in der Bundeswehr. Wie in der Zivilwirtschaft fehle es an Logistikern, genannt werden auch Fachkräfte der Informationstechnik. Mit dem Aufbau der Brigade reagiert die Bundesregierung auf die veränderte Sicherheitslage in Europa und das aggressive Auftreten Russlands. Der Kampfverband soll bis 2027 einsatzfähig sein. Dafür sollen 4800 Soldaten und Soldatinnen sowie 200 zivile Mitarbeiter vor Ort stationiert werden. Mehr dazu hier.
+++ 16:17 Moskau verteidigt Angriffe nahe Polens Grenze +++
Russland verteidigt seine Angriffe auf Ziele nahe der polnischen Grenze am Sonntag. "Es geht um ukrainisches Territorium", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Unser Militär führt seine Einsätze auf dem gesamten ukrainischen Territorium aus und wird dies auch weiter tun." Polnischen und ukrainischen Behörden zufolge hatte eine russische Drohne am Sonntag die Lokomotive eines Passierzugs auf der Strecke Kiew-Warschau getroffen. Der Angriff erfolgte demnach zwei Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt, ohne dass es dabei Verletzte gab. Eine weitere Drohne schlug nach polnischen Angaben in der Nähe des Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn ein. Der Angriffsort, eine Tankstelle im ukrainischen Grenzort Jahodyn, war nach Angaben des Innenministeriums zwei Kilometer von polnischem Staatsgebiet entfernt. Zwei Lastwagen gerieten demnach in Brand.
+++ 15:46 Europäer wollen "Bedrohung" durch Russland in der Arktis entgegenwirken +++
Zwölf europäische Länder fordern angesichts der wachsenden geopolitischen Bedeutung der Arktis ein größeres Engagement der EU in der Region. "Wir fordern die Europäische Union auf, in der europäischen Arktis eine strategischere und proaktivere Rolle einzunehmen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Teilnehmer eines EU-Arktis-Gipfels, die unter anderem von Deutschland, Frankreich, Dänemark und Schweden unterzeichnet wurde. Sie verweisen auf die "erhebliche und langfristige Bedrohung, die von Russland ausgeht". Angesichts der Bestrebungen Moskaus, seinen Einfluss in der Arktis auszubauen, sowie der "Zunahme hybrider Aktivitäten" sei eine Stärkung der Arktispolitik der EU notwendig. Bundeskanzler Merz hält die Arktis "für Europas Sicherheit und Stabilität von entscheidender Bedeutung". Nach den Beratungen beim EU-Arktis-Gipfel in Finnland sagt er: "Russland baut hier seine militärischen Kapazitäten aus und nutzt seine Präsenz täglich für hybride Aktivitäten." Mit "hybriden" Aktivitäten sind getarnte aggressive Handlungen gemeint.
+++ 15:23 Merz sieht entscheidende "Wochen oder Monate" für Europa +++
Bundeskanzler Friedrich Merz mahnt eine weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen Russland an. "Höchstwahrscheinlich liegen die entscheidenden Momente, vielleicht Wochen oder Monate vor uns, in denen es darum geht, die Freiheit und den Frieden unseres Kontinents zu verteidigen", sagt Merz beim EU-Arktis-Gipfel in Finnland. Deswegen werde er alles in seiner Macht Stehende tun, um die deutsche Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten und die Menschen davon zu überzeugen, dass dies im deutschen Interesse liege. "Jetzt müssen wir standhaft bleiben, bis dieser schreckliche Krieg vorbei ist. Wenn Russland Erfolg hat, wird dies unvorhersehbare und beispiellose Folgen für uns alle haben. Auch für Deutschland", fügt er hinzu.
+++ 14:50 Wie Pistorius Russlands Angriffe nahe Polens Grenze einschätzt +++
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nimmt den jüngsten Drohnenangriff an der ukrainisch-polnischen Grenze nach eigenen Worten sehr ernst. Der russische Präsident Wladimir Putin täusche immer wieder Gesprächs- und Friedensbereitschaft vor, um wenig später erneut zu eskalieren, sagt der SPD-Politiker. Dies solle den Menschen in Deutschland und Europa Angst vor einer Ausweitung des Krieges machen. "Das ist gefährlich, was Wladimir Putin da macht", erklärt Pistorius weiter. Es komme darauf an, besonnen zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen. Gleichzeitig dürfe kein Zweifel an der eigenen Verteidigungsbereitschaft aufkommen. Am Sonntag griff die russische Armee Ziele nahe der Grenze zum EU- und Nato-Mitglied Polen an. Polnischen und ukrainischen Behörden zufolge traf eine Drohne die Lokomotive eines Passagierzugs auf der Strecke Kiew-Warschau. Zudem war ein Zug mit westlichen Diplomaten wegen russischer Drohnenangriffe im Grenzgebiet gestoppt und teils evakuiert worden.
+++ 14:12 Polens Armee fischt Kampfdrohne aus der Ostsee +++
Polens Armee hat unweit der Küste eine Kampfdrohne aus der Ostsee geborgen. "Die erste Begutachtung deutet darauf hin, dass es sich um eine aus Russland stammende Militärdrohne handelt", schreibt Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X. Das Flugobjekt sei in der Nähe des Badeortes Rusinowo in Westpommern gefunden worden. Ein Sprecher des Oberkommandos der polnischen Armee sagt dem Sender TVN24, höchstwahrscheinlich sei es eine Drohne vom Typ Gerbera. Da die Flugabwehr seit dem 30. Juli keine Verletzung des Luftraums mehr registriert habe, sei die Drohne möglicherweise aus internationalen Gewässern angeschwemmt worden. Spezialisten würden nun untersuchen, ob das Flugobjekt Sprengstoff enthalte.
+++ 13:39 Trump: Ukraine könnte weniger fortschrittliche Patriot-Raketen erhalten +++
Die Ukraine könnte bald weniger fortschrittliche Patriot-Raketen erhalten. Das deutete US-Präsident Donald Trump gegenüber Reportern an Bord der Air Force One auf dem Weg zur Joint Base Andrews an. In Washington werde beraten, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung einer weniger fortschrittlichen Version der Patriot-Abfangraketen zu erteilen. "Wir sprechen darüber … eine weniger hochentwickelte Version", sagt Trump auf die Frage, ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zusätzliche Patriot-Systeme und Produktionslizenzen erhalten werde. Trump machte keine genauen Angaben dazu, welches Modell des Patriot-Abfangraketensystems Washington der Ukraine möglicherweise zur Herstellung gestatten würde.
+++ 12:45 Ukraine: Generalstaatsanwalt erhebt aus dem Ausland Vorwürfe +++
Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat wenige Tage nach seinem Rücktrittsgesuch im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre das Land verlassen. Aus dem Ausland erhebt er nun Vorwürfe gegen die Antikorruptionsbehörden in der Ukraine und fordert deren Chefs zum Rücktritt auf. Es seien Ermittlungen gegen den Chef der Antikorruptionsbehörde NABU eingeleitet worden, sagt Krawtschenko in einem auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Video. NABU-Chef Semen Krywonos habe offizielle Dokumente gefälscht, um unrechtmäßige Vorteile in besonders großem Umfang zu erlangen. Krawtschenko berichtet auch von weiteren Ermittlungen im Umfeld einer weiteren Behörde, die Korruption bekämpfen soll. Krawtschenko bestätigt, dass er auf einer "Dienstreise" im Ausland sei. Die Nichtregierungsorganisation Zentrum für Korruptionsbekämpfung erhob den Vorwurf, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj die Ausreise trotz laufender Ermittlungen zuließ.
+++ 12:05 Munz: Nato-Grenze im Visier? - Blogger vermutet anderen Grund +++
Verstärkte russische Angriffe in unmittelbarer Nähe zu Nato- und EU-Grenzen der Ukraine versetzen den Westen in Alarmbereitschaft. Ein prominenter russischer Blogger vermutet dahinter jedoch eher eine simple Zwickmühle, in der Kiew stecken könnte, wie Russland-Korrespondent Rainer Munz erklärt.
+++ 11:38 Mutmaßliche Spionin Russlands in Berlin angeklagt +++
Die Bundesanwaltschaft klagt die mutmaßliche Russland-Spionin Ilona W. an. Spätestens seit Oktober 2023 soll sie geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft gehabt haben, wie die Karlsruher Behörde mitteilt. W. wurde im Januar in Berlin festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Mehr dazu hier.
+++ 11:10 Finnland tritt französischer Initiative zur "erweiterten" nuklearen Abschreckung bei +++
Finnland tritt der von Frankreich angeführten Initiative zur "erweiterten" nuklearen Abschreckung ("Forward Nuclear Deterrence Initiative") bei, wie das Präsidialamt in Paris mitteilt. Frankreich hatte seinen europäischen Verbündeten im März eine engere Kooperation angeboten, um die Glaubwürdigkeit des eigenen Atomwaffenarsenals zu stärken. Das Vorhaben sieht gemeinsame Übungen, die Option einer kurzfristigen Verlegung atomwaffenfähiger Systeme auf das Gebiet von Verbündeten sowie engere Konsultationen vor. Einen formellen nuklearen Schutzschirm nach US-Vorbild bietet sie jedoch nicht.
+++ 10:46 Kallas: Russische Angriffe auf Bahnstrecken sollten dem Westen "Angst machen" +++
Bei den jüngsten russischen Angriffen auf Bahnstrecken in der Ukraine handelt es sich nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas um eine Abschreckungstaktik Moskaus. "Ich denke, es soll ganz offensichtlich westlichen Ländern Angst davor machen, die Ukraine zu unterstützen", sagt Kallas vor einem Treffen zur Sicherheit in der Arktis im finnischen Rovaniemi. Der Westen müsse als Antwort zeigen, "dass wir für die Ukraine da sind und keine Angst haben", betont Kallas. Anderenfalls würde Russland seine Ziele erreichen, "die Unterdrückung der Ukraine". Russland hatte am Sonntag Bahnstrecken in der Ukraine attackiert. Unweit der Grenze zu Polen traf eine Drohne nach ukrainischen Angaben einen Passagierzug nach Warschau. Russland erklärte, die attackierten Bahnstrecken würden für Rüstungstransporte aus Europa genutzt.
+++ 10:12 Selenskyj verhängt Sanktionen gegen ehemalige Pressesprecherin +++
Präsident Wolodymyr Selenskyj verhängt Sanktionen gegen seine ehemalige Pressesprecherin und lautstarke Kritikerin Iuliia Mendel. Sie habe russische Propaganda wiederholt, in der Selenskyj kritisiert wurde, heißt es in dem Dekret. Mendel werden ihre staatlichen Auszeichnungen aberkannt, sie darf kein Kapital aus der Ukraine abziehen, und ihr Vermögen wurde eingefroren.
+++ 09:16 Sachsens Ministerpräsident Kretschmer: "Es ist nicht unser Krieg" +++
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer verteidigt die Ansiedlung von Rüstungsbetrieben im Freistaat. Zugleich äußert er sich im Gespräch mit der "Sächsischen Zeitung" und "Leipziger Zeitung" kritisch zu den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. "Es ist nicht unser Krieg. (....). Wir haben immer gesagt, wir dürfen nicht Kriegspartei werden. Ich würde sagen, wir sind es längst. Das ist ein Riesenfehler." Kretschmer zufolge macht das den Menschen Sorgen und Angst. Gleichzeitig werde so der realistische Blick darauf verstellt, dass es nötig sei, in die eigene Verteidigungsfähigkeit zu investieren. Der beste Schutz sei ein Abschreckungsszenario, das einen Angriff auf Europa und Deutschland von vornherein unterbinde. "Raketen, die auf uns fliegen" müssten vernichtet werden. Für Kretschmer ist das der Grund, warum die Technik dafür hier produziert werden müsse.
+++ 08:25 Selenskyj dringt auf rasche Entlassung von Generalstaatsanwalt +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert das Parlament auf, der Entlassung des Generalstaatsanwalts unverzüglich zuzustimmen. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko, der vergangene Woche nach Korruptionsermittlungen in seiner Behörde zurückgetreten war, hat eigenen Angaben zufolge ein offizielles Verdachtsschreiben gegen den Chef der obersten Antikorruptionsbehörde des Landes unterzeichnet. Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden Nabu und Sapo hatten nach eigenen Angaben eine kriminelle Organisation aufgedeckt, die Betrugs-Callcenter betreibt. Die Gruppe soll von einem Beamten der Generalstaatsanwaltschaft gesteuert worden sein. Krawtschenko weist eine Verwicklung in den mutmaßlichen Betrug zurück und bezeichnete seinen Rücktritt als politische Entscheidung.
+++ 07:39 Ivashchenko: Russlands Ressourcen 2028 am Ende - Rekrutierung kann Verluste nicht auffangen +++
Der Chef des ukrainischen Nachrichtendienstes HUR, Oleh Ivashchenko, geht davon aus, dass Russlands Ressourcen im Krieg sich dem Ende neigen. "Russland verfügt über militärische und wirtschaftliche Ressourcen für das nächste Jahr, aber wir gehen davon aus, dass diese 2028 erschöpft sein werden", sagt er während seines ersten Interviews mit internationalen Medien wie der "Times". "Russland rekrutiert täglich etwa 1000 Menschen, manchmal sogar 1200. Aber schauen Sie sich diese Verlustzahlen an. Gestern waren es 1410, vorgestern 1551. Davon sind 835, also rund 60 Prozent, im Einsatz gefallen", sagt er. Aus dem Bericht des Generals geht hervor, dass die Todesrate von 60 Prozent über die gesamte Woche hinweg mehr oder weniger konstant blieb. Noch nie in der Geschichte menschlicher Konflikte war das Verhältnis von Toten zu Verwundeten so hoch. Im Vergleich dazu betrug der Anteil der Todesfälle an den US-Verlusten während des Vietnamkriegs etwas mehr als 16 Prozent.
+++ 06:52 Tusk: Russische Eskalation kann auch Polen treffen +++
Nach russischen Angriffen auf einen polnisch-ukrainischen Grenzübergang und einen Personenzug warnt der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, dass die Eskalation seitens Russlands in den kommenden Monaten zunehmen könnte. "Die Eskalation der Aktionen der Russischen Föderation wird zur Tatsache und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenzen heran", sagt Tusk bei einer Besprechung mit Vertretern des Verteidigungsministeriums. "Es ist zu erwarten, dass die nächsten Wochen und Monate von sehr intensiven Aktionen seitens Russlands geprägt sein werden. Leider können wir nicht ausschließen, dass diese Eskalation auch unser Staatsgebiet betreffen wird."
+++ 06:21 Russischer Angriff an polnischer Grenze: Französische Präsidentschaftskandidaten für härtere Sanktionen +++
Die französischen Präsidentschaftskandidaten Gabriel Attal und Édouard Philippe haben die Europäer aufgefordert, die Unterstützung für die Ukraine nach dem russischen Angriff auf einen Zug nahe der ukrainisch-polnischen Grenze zu verstärken. Der frühere französische Premierminister und Vorsitzende der Horizons-Partei, Édouard Philippe, schreibt auf der Plattform X, der Drohnenangriff auf einen zivilen Zug - der nach einem versuchten Anschlag in Leipzig stattfand - zeige die gefährliche Logik hinter den Aktionen des Kremls. "Dies beweist einmal mehr, dass Wladimir Putin glaubt, er könne tun, was er wolle", schreibt Philippe. Seiner Ansicht nach ist es an der Zeit, dass Europa die Sanktionen gegen Russland verschärft, deren Einhaltung sicherstellt und die Hilfe für den ukrainischen Widerstand verstärkt.
+++ 05:41 Ukraine startet Großangriff auf Sotschi +++
Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht die russische Stadt Sotschi angegriffen und Brände und Explosionen in der Stadt verursacht. Laut den ukrainischen Überwachungskanälen Exilenova+ und Supernova+ zielte ein großangelegter ukrainischer Drohnenangriff auf Ziele in dem Schwarzmeer-Kurort, der etwa 650 bis 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt in der russischen Region Krasnodar liegt. Der "Kyiv Independent" verweist auf Aufnahmen von Einwohnern Sotschis, die Explosionen vor dem erhellten Nachthimmel und mindestens einen Großbrand in der Stadt zeigen. Sotschis Bürgermeister Anatoli Pachomow bestätigte den Einsatz russischer Luftverteidigungssysteme.
+++ 05:08 Ukrainischer Militärgeheimdienst: Russland hat fast 30.000 Ausländer rekrutiert +++
Russland versucht, seine Verluste auf dem Schlachtfeld durch die systematische Rekrutierung ausländischer Söldner auszugleichen. Schätzungen des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) zufolge hat die russische Armee bereits mehr als 28.000 Ausländer für Russlands Angriffskrieg rekrutiert. Der Chef der HUR, Generalleutnant Oleh Ivashchenko, sagt in einem Interview mit der "Times", die Ukraine arbeite daran, Russlands Rekrutierungsbemühungen im Ausland zu stoppen. "Wir arbeiten daran, dies zu unterbinden, indem wir den zuständigen Sicherheits- und Nachrichtendiensten Informationen zur Verfügung stellen. Wir führen außerdem nicht-militärische Operationen durch, um die Bevölkerung der betroffenen Länder zu informieren", sagt er.
+++ 03:56 EU-Arktis-Gipfel: Finnischer Botschafter warnt vor wachsendem Einfluss Chinas und Russlands +++
Vor dem EU-Arktis-Gipfel im finnischen Rovaniemi warnt der finnische Botschafter in Deutschland vor wachsendem Interesse Chinas und Russlands an der Region. "Es besteht wirtschaftliches Interesse, es besteht Interesse an den seltenen Mineralien und auch an den sich öffnenden Seewegen", sagt der Diplomat Kai Sauer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das merkt man in Grönland und auch in unserem Umfeld." Der Botschafter äußert sich selbstbewusst über die Rolle Finnlands. "Wir sind ein starker Player in der Arktis und müssen uns nicht verstecken", sagt Sauer. Finnland plane 80 Prozent aller Eisbrecher weltweit, 60 Prozent dieser Schiffe würden in Finnland hergestellt - "auch wenn andere sich große Mühe geben".
+++ 03:02 Reservistenverband will "Operationsplan Deutschland" aus Sachsen-Anhalt zurückholen +++
Der Reservistenverband will den Operationsplan Deutschland aus der Staatskanzlei von Sachsen-Anhalt zurückholen, falls die AfD in Magdeburg die Regierung übernimmt. "Die AfD ist eine große Gefahr für unser Land", sagt Verbandschef Bastian Ernst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wenn sie in Sachsen-Anhalt die Regierung übernehmen würde, dann würden der Operationsplan Deutschland und weitere relevante Informationen mit ziemlicher Sicherheit nach Russland abfließen. Deshalb sollte man den Plan aus Sachsen-Anhalt zurückholen", fordert der CDU-Politiker. Der mehr als 1000 Seiten umfassende Operationsplan Deutschland liegt bei allen 16 Landesregierungen. Das streng geheime Dokument enthält die zentralen Vorkehrungen für die Landes- und Bündnisverteidigung im Ernstfall eines Krieges gegen Russland und umfasst auch vorgesehene Nato-Bewegungen in Europa.
+++ 01:42 Finnischer Botschafter fordert führende Rolle Deutschlands bei Nato-Veränderung +++
Der finnische Botschafter in Deutschland, Kai Sauer, mahnt eine führende Rolle der Deutschen bei der Neugestaltung der Nato an. Angesichts des nachlassenden Interesses der Amerikaner an dem Bündnis sei es wichtig, "dass die Nato strukturiert und stabil europäisiert wird", sagt Sauer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deutschland spiele dabei eine wichtige Rolle. Zugleich betont er Finnlands "neue Realität", wonach die Ostgrenze des Landes seit dem Nato-Betritt Helsinkis ebenfalls Nato-Grenze sei. Mit Blick auf den EU-Arktis-Gipfel am Montag im finnischen Rovaniemi sagt Sauer: "Schweden, Norwegen und Finnland sind traditionell Länder, die eher Stabilität erzeugen, als sie zu schmälern. Auch in der Arktis treten wir so auf - nicht aggressiv, aber ohne Kompromisse bei unserer Abschreckung zu machen."
+++ 00:32 Bericht: Ukraine greift besetztes Mariupol an +++
Ukrainische Streitkräfte haben am späten Abend die Energieinfrastruktur in der besetzten Stadt Mariupol attackiert. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf russische Nachrichtenkanäle. Nach den Angriffen sei ein Teil der Stadt ohne Strom gewesen, ein Gebäude im besetzten Mariupol sei getroffen worden, vorher sei die russische Luftabwehr aktiv geworden, heißt es mit Verweis auf den Telegram-Kanal Exilenova Plus.
+++ 23:15 Nach russischem Drohnenangriff: Polen evakuiert 600 Menschen an Grenze zur Ukraine +++
Mehr als 600 Menschen sind über Nacht von den polnischen Grenzübergängen "Dorohusk" und "Hrebenne" an der Grenze zur Ukraine wegen der Bedrohung durch russische Drohnen evakuiert worden. Laut Ukrinform wurde dies während einer Dringlichkeitssitzung im Sicherheitszentrum der polnischen Regierung berichtet. Daran nahmen Premierminister Donald Tusk und Vertreter der polnischen Grenzpolizei teil. Demnach wurde die Fahrzeugabfertigung auf ukrainischer Seite ab Samstag, 14:00 Uhr aufgrund der drohenden russischen Drohnenangriffe ausgesetzt. Auch Polen hat als Reaktion auf die Lage in der Ukraine die Abfertigung an seinen Grenzübergängen eingestellt.
+++ 22:15 Bericht: Kanada erwägt Unterstützung eines EU-Kredits für Kiew +++
Kanada ist derzeit offenbar in Verhandlungen über die Unterstützung eines Darlehens der Europäischen Union in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Beide Seiten hofften demnach, sich noch vor einem EU-Gipfel in Montreal Ende Oktober auf den Beitrag Kanadas zu einigen. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, Kanada strebe angesichts der verschlechterten Beziehungen zu den USA eine engere Anbindung an die EU an. Ministerpräsident Mark Carney prüfe dazu die Möglichkeit einer "assoziierten Mitgliedschaft".
+++ 21:33 Tusk nach Zug-Angriff: "Eskalation von russischer Seite nun Realität" +++
Die polnische Regierung wirft Moskau nach dem heutigen Angriff auf einen Personenzug in der ukrainischen Grenzregion eine Verschärfung des Konflikts vor. "Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden - und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran", sagt Polens Regierungschef Donald Tusk bei einer Sitzung des Krisenstabs.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.

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