Politik

Riskanter Seeweg statt Balkanroute 2000 Flüchtlinge aus Mittelmeer gerettet

15 Boote retten Küstenwache und Hilfsorganisation aus dem Mittelmeer. An Bord befinden sich circa 2000 Menschen aus Nordafrika. Seit der Schließung der Balkanroute wagen wieder mehr Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt.

*Datenschutz

  Internationale Rettungskräfte haben im Mittelmeer erneut etwa 2000 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Die Schiffe der italienischen und irischen Marine sowie der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mussten bei 15 verschiedenen Rettungseinsätzen Hilfe leisten, wie Italiens Küstenwache mitteilte.

Die Menschen waren auf insgesamt 14 Schlauchbooten und einem Holzboot auf dem Weg über das Mittelmeer nach Italien. Zwei italienische Kriegsschiffe nahmen allein rund 500 Flüchtlinge auf, so die Küstenwache weiter. Zwei Schiffe der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen holten 788 Menschen an Bord, ein irisches Kriegsschiff weitere mehr als hundert Flüchtlinge.

Vor allem bei gutem Wetter wagen weiter zahlreiche Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt, immer wieder müssen die internationalen Rettungskräfte einschreiten. Bis vor kurzem war der Großteil der Flüchtlinge mit dem Ziel EU über die Ägäis nach Griechenland und von dort aus über die Balkanroute weiter in Länder wie Deutschland gelangt. Nach der Schließung der Balkanroute Anfang März und der Einigung auf das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei könnte aber wieder verstärkt die Fluchtroute genutzt werden, die von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien führt.

EU plant Einsatz in Libyen

Indes treibt die EU ihre Pläne für eine Ausweitung des Militäreinsatzes vor der Küste Libyens im Kampf gegen illegale Einwanderung aus Afrika voran. Nach der Zustimmung der neuen libyschen Einheitsregierung wurde bei einem Außenministertreffen in Brüssel das Mandat für die Operation "Sophia" erweitert. Damit wird es ermöglicht, dass EU-Soldaten künftig auch Unterstützung beim Wiederaufbau einer libyschen Küstenwache und Marine leisten.

Die Sicherheitskräfte sollen vor allem in die Lage versetzt werden, Schleuserkriminalität zu bekämpfen. Die Vereinten Nationen gingen zuletzt davon aus, dass sich in Libyen bis zu eine Million Migranten aufhalten. Bislang hat der EU-Militäreinsatz die illegale Migration über Libyen kaum eindämmen können. Das liegt auch daran, dass er bis heute auf das Seegebiet außerhalb der libyschen Hoheitsgewässer begrenzt ist.

Quelle: ntv.de, lsc/AFP/dpa