Politik

Hoffnungslose Situation im Lager 2000 Flüchtlingskinder leben auf Lesbos

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Gerade kleine Kinder fangen sich in dem überfüllten Lager Moria Krankheiten ein.

(Foto: AP)

Der Massenansturm von Flüchtlingen auf die griechischen Inseln ist lange vorbei. Dennoch sitzen immer noch Tausende auf der Insel Lesbos fest. Laut Ärzte ohne Grenzen sind fast die Hälfte von ihnen Kinder, die besonders unter den Bedingungen leiden.

Bei rund 40 Prozent der Flüchtlinge und Migranten im Auffanglager "Moria" auf der griechischen Insel Lesbos handelt es sich um Kinder. Das sagte ein Vertreter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen dem griechischen Radiosender Athina984. Demnach lebten im stark überfüllten Flüchtlingslager mehr als 2000 Kinder, davon 432 unbegleitete Minderjährige. "In den Ambulanzen, die wir dort betreiben, sind 52 Prozent der Patienten unter fünf Jahre alt", sagte Apostolos Veizis, medizinischer Leiter von Ärzte ohne Grenzen in Griechenland.

Doch nicht nur die Kinder litten unter der Situation vor Ort, auch viele Schwangere gehörten zu den Patienten. Zudem stünden rund 500 Menschen auf einer Warteliste zur Behandlung schwerer psychischer Probleme. "Es gibt keinen politischen Willen, das Flüchtlingsproblem zu lösen", kritisierte der Mediziner. Sowohl die Europäische Union als auch Griechenland seien in einem EU-Türkei Abkommen gefangen, das sie für die Lösung des Problems hielten.

Seit dem Inkrafttreten des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Flüchtlinge, die nach Griechenland übersetzen, verringert. Neuankömmlinge werden seither auf den griechischen Inseln festgehalten und müssen dort Asyl beantragen. Die Bearbeitung der Anträge geht extrem langsam voran, so dass die Auffanglager (Hotspots) heillos überfüllt sind. Das Lager Moria auf Lesbos beispielsweise bietet Platz für 2330 Menschen, doch 5500 Menschen sind dort untergebracht.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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