Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 00:48 Zahl wehrfähiger Ukrainer in Deutschland deutlich gestiegen +++
Seit Anfang des vergangenen Jahres ist die Zahl der wehrfähigen Ukrainer in Deutschland deutlich gestiegen. Das ergibt sich aus Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegen. Der Grund ist offenbar eine Lockerung des Ausreiseverbots von Ende August 2025, seitdem wehrfähige Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren die Ukraine verlassen dürfen. Den Behördenangaben zufolge hielten sich am Stichtag 30. Mai 1.348.258 Menschen in Deutschland auf, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland eingereist waren, darunter 355.745 Männer zwischen 18 und 63 Jahren. Zum Stichtag 8. März 2025 waren es nur 1.253.569 gewesen, darunter 297.660 Männer zwischen 18 und 63 Jahren.
+++ 23:44 Moskau gibt Kraftstoff-Probleme wegen Kiews Angriffen zu +++
Das russische Energieministerium hat Probleme bei der Kraftstoffversorgung infolge ukrainischer Angriffe eingeräumt. In letzter Zeit hätten Unternehmen des Kraftstoff- und Energiesektors mit einer Zunahme von feindlichen Angriffen aus der Luft zu kämpfen, "was zu vorübergehenden Schwierigkeiten mit der Kraftstoffversorgung in einer Reihe von südlichen Regionen führt", heißt es in einer Mitteilung der Behörde bei Telegram. Ein nun im Energieministerium gebildeter Stab mit Unternehmen aus eben diesem Sektor soll eine stabile und effiziente Versorgung des Landes sicherstellen, teilt die Behörde weiter mit. Von Moskau eingesetzte Behörden auf der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim und dem ebenfalls annektierten Gebiet Luhansk in der Ostukraine hatten schon zuvor die Ausgabe von Benzin eingeschränkt.
+++ 22:54 EU überweist Ukraine Milliardenhilfe +++
Die EU zahlt der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro aus. "Das Tempo und das Engagement der Ukraine bei der Umsetzung bedeutender Reformen haben diese Zahlung gerechtfertigt", teilt EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos mit. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärt, die Gelder sollten für die Finanzierung der wichtigsten Staatsausgaben verwendet werden - darunter für den sozialen und humanitären Bedarf. Bei der Auszahlung handelt es sich der EU zufolge um die mittlerweile siebte aus der sogenannten Ukraine-Fazilität. Über dieses Finanzierungsinstrument sollen bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land gehen können.
+++ 22:21 Selenskyj spricht in Moldau mit Witkoff und Kushner +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet von einem "sehr positiven Gespräch" mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner während eines Zwischenstopps in Moldaus Hauptstadt Chişinău. Selenskyj schreibt: "Wir haben die Aussichten im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel und anderen Veranstaltungen im Juni erörtert. Ich skizzierte die Daten, die wir darüber haben, worauf Moskau aus ist."
+++ 21:43 Heftige Explosion im Raum Belgorod gemeldet +++
Es gibt Berichte über eine heftige Explosion in einem Waldstück nahe der russischen Stadt Belgorod. Sie soll von mehreren Orten im Umkreis aus zu sehen gewesen sein. Der Bürgermeister von Belgorod bestätigt Schäden durch eine Detonation. An 20 Mehrfamilienhäusern und zwei Einfamilienhäusern seien Fensterscheiben beschädigt worden, schreibt er bei Telegram. Auch eine soziale Einrichtung habe Schaden genommen. Verletzt worden sei dort niemand. Zur Ursache sagt er bislang nichts. Die unabhängigen russischen Telegram-Kanäle Pepel und Meduza schreiben unter Berufung auf die regionale Einsatzleitung, dass in dem Dorf Belovskoye im Bezirk Belgorod fünf Menschen verletzt worden seien. Wie der auf Nachrichten zu Belgorod fokussierte Kanal Pepel schreibt, könnte in der Nähe des Dorfes ein Munitionsdepot explodiert sein. Straßen und Vorgärten des Dorfes seien mit Blindgängern übersät. Die Behörden hätten damit begonnen, Bewohner zu evakuieren.
+++ 20:48 Russland: Luftangriffe stören Treibstoffversorgung im Süden +++
Eine Zunahme von Luftangriffen auf russische Energie- und Treibstoffanlagen beeinträchtigt die Treibstoffversorgung in mehreren südlichen Regionen des Landes. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Energieministerium.
+++ 20:06 Ukrainische Armee meldet Explosion in St. Petersburger Rüstungswerk +++
In einem Rüstungsbetrieb in St. Petersburg habe sich eine Explosion ereignet, schreibt die ukrainische Armee bei Telegram. Ersten Erkenntnissen zufolge soll in einer Halle mit Chemikalien ein Brand ausgebrochen sein, wie es weiter heißt. Das Maschinenbauwerk produziere unter anderem marine Artillerieanlagen und Raketenkomponenten.
+++ 19:34 Ukraine will russischen Auftragsmord verhindert haben +++
Ukrainische Ermittler wollen ein von Russland in Auftrag gegebenes Attentat auf einen hochrangigen ukrainischen Geheimdienstmitarbeiter vereitelt haben. Ein 38-jähriger aus Kiew sei festgenommen worden, teilen die Sicherheitsbehörden in sozialen Medien mit. Der Verdächtige sei von einem russischen Geheimdienst angeworben worden. Für den Mord seien ihm 100.000 Dollar versprochen worden, heißt es weiter. Demnach war ein Anschlag mit einer First-Person-View-Drohne geplant. Der Verdächtige habe einen Komplizen gesucht, der die Fähigkeiten hat, die Tat umzusetzen. Den Ermittlern zufolge droht dem 38-Jährigen eine Haftstrafe von 10 bis 15 Jahren oder sogar lebenslang. Die mutmaßlich vereitelten Anschlagspläne sollen sich gegen den Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Andriy Yusov, gerichtet haben. "Das ist nicht das erste Mal", schreibt er selbst bei Facebook.
+++ 19:03 Kallas: Sanktionen kosten Russland bis zu 1,5 Billionen Dollar +++
Westliche Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs haben Russland nach Angaben der EU-Außenbeauftragten schätzungsweise bereits 1,2 bis 1,5 Billionen Dollar (1,0 bis 1,3 Billionen Euro) gekostet. "Die Zahlen sprechen Bände", sagt Kaja Kallas in einer Pressekonferenz zum EU-Verteidigungsministertreffen in Nikosia. Stein für Stein bringe man das Fundament von Russlands Kriegswirtschaft zum Einsturz.
+++ 18:30 BSW-Europaabgeordnete werben in Moskau für Dialog - ohne Regierung +++
Die BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich und Michael von der Schulenburg sind nach Moskau gereist, wo sie für einen Friedensdialog unterhalb der Regierungsebene werben. Weil die Bundesregierung nicht in der Lage sei, einen Ausweg aus dem Krieg zu finden, brauche es einen Dialog auf einer Ebene darunter, sagt von der Schulenburg in einer Rede im Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften. Solch eine Plattform solle in Deutschland organisiert werden, sagt er weiter. Teilnehmen an dem Dialog sollten Russen und Deutsche mit politischem Einfluss. Die Überlegungen dafür stünden am Anfang, Ergebnisse seien abhängig auch von Gesprächen in Moskau. Bei dem dreitägigen Besuch sind nach Angaben der Abgeordneten Gespräche mit Vertretern des Präsidialamts, der Duma und der Zivilgesellschaft geplant.
+++ 17:55 Russische Angriffe töten und verletzen Zivilisten +++
Durch russische Angriffe sind in der Ukraine mindestens drei Zivilisten getötet worden. Wie ukrainische Behörden mitteilen, starben zwei Menschen bei einem Drohnenangriff auf die Großstadt Saporischschja, 15 weitere Menschen wurden verletzt. Im Gebiet Sumy starb ein Mann bei einem russischen Angriff mit Mörsern und Drohnen. Zudem seien mindestens sieben Menschen bei Bombenangriffen auf die Stadt Slowjansk verletzt worden, heißt es weiter.
+++ 17:40 Zugverkehr auf der Krim anscheinend teilweise unterbrochen +++
Auf der von Russland besetzten Krim ist der Zugverkehr anscheinend teilweise ausgesetzt. Laut einem regionalen Nahverkehrsbetreiber sind mehrere Verbindungen von und nach Simferopol unterbrochen, als Ersatz sind Shuttlebusse im Einsatz. Dem sollen ukrainische Drohnenangriffe vorausgegangen sein. Der von Russland ernannte Gouverneur der Krim, Sergei Aksyonov, wirft der Ukraine einen Angriff auf einen Passagierzug vor, bei welchem der Lokführerassistent getötet worden und der Lokführer selbst verletzt worden sei. Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau-Simferopol getroffen worden. "Fahrgäste blieben unverletzt", teilt Aksjonow mit. Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.
+++ 16:52 Russische Verluste in der Ukraine steigen +++
Russland verliert bei den Kampfhandlungen in der Ukraine im Schnitt deutlich mehr als 1100 Soldaten pro Tag. Wie aus den täglich veröffentlichten Schätzungen des ukrainischen Generalstabs hervorgeht, zieht die Anzahl der gemeldeten Toten und Verwundeten seit einigen Tagen deutlich an. Mit Beginn der russischen Frühjahrsoffensive meldete das ukrainische Militär im mehrwöchigen Mittel rund 1050 bis 1095 getötete oder anderweitig kampfunfähige Angreifer. Seit Ende Mai bewegen sich die Verlustschätzungen nach oben. Zuletzt gab das ukrainische Verteidigungsministerium die Zahl der innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden getöteten oder verwundeten russischen Soldaten sogar mit 1330 an. Das mehrwöchige Mittel stieg dadurch auf 1176.
+++ 16:39 G7 und EU beraten über neue Initiative +++
Die Vorschläge der E3-Staaten und der Ukraine für Gespräche mit Russland werden nach Angaben der Bundesregierung kommende Woche im G7-Rahmen und dann auf dem EU-Gipfel beraten. "Die Debatte wird natürlich jetzt im Kreis der europäischen Partner erweitert", sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius mit Bezug auf die gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Ukraine am Sonntagabend. Die europäischen Partner würden auch über das Ergebnis sehr zeitnah unterrichtet. Zum Forum aus führenden Industriestaaten "Gruppen der Sieben" gehören die USA, Italien, Frankreich, Kanada, das Vereinigte Königreich, Japan und Deutschland.
+++ 16:21 Europäer wollen "mit neuer Wucht" Friedensanlauf starten +++
Deutschland und seine europäischen Partner wollen sich nach Angaben der Bundesregierung "mit neuer Wucht" um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs bemühen. "Wir sind in einer Phase der Neuorientierung, auch angesichts einer neuen, veränderten Situation in der Ukraine selbst und an der Front", sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius. Er verweist auch auf die Lage in Russland nach den jüngsten massiven Drohnenangriffen der Ukraine. "All dies gibt Anlass darüber nachzudenken, wie dieser Krieg beendet werden kann", sagt er. Dieser Prozess beginne nun "mit neuer Wucht in Europa". "Neu ist auch, dass wir den Verhandlungsprozess, den die USA maßgeblich geleitet haben, aufnehmen und weiterführen", sagt der Regierungssprecher. Dies geschehe in enger Abstimmung mit den USA und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Grundlage der diplomatischen Bemühungen sei die Erklärung der E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien nach ihrem Treffen am Sonntag in London.
+++ 15:54 Moskau lässt Europäer und Ukraine abblitzen +++
Die russische Führung reagiert ablehnend auf die neue Initiative der Ukraine und führender europäischer Staaten für Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges. Kremlsprecher Dmitri Peskow wirft den europäischen Staaten Doppelzüngigkeit vor. "Macron, Starmer und Merz versuchen, von Frieden zu reden, und unterstreichen zugleich ihre Absicht, das Kiewer Regime bei der Produktion neuer Waffengattungen zu unterstützen, um den Krieg fortzusetzen", sagt er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Der russische Präsident Wladimir Putin habe seine Haltung zu neuen Verhandlungen schon beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg klargemacht, sagt Peskow. Die Ukraine begehe derzeit "terroristische Verbrechen", was es schwer mache, sich irgendeine Vereinbarung mit ihr vorzustellen, zitiert Peskow den Kremlchef. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine hatten zu einer sofortigen Waffenruhe und Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgerufen. Ausgangspunkt dafür soll die derzeitige Frontlinie in der Ukraine sein.
+++ 15:30 Russland verurteilt Kremlkritiker Chodorkowski in Abwesenheit +++
Die russische Justiz verurteilt den Kremlkritiker und Ex-Ölmilliardär Michail Chodorkowski in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft. Ein Gericht in Moskau befindet den exilierten früheren Chef des Ölkonzerns Yukos für schuldig, angebliche Unwahrheiten über die russische Armee verbreitet zu haben. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Chodorkowski wurde vorgeworfen, im Herbst 2022 interne Zahlen zu den Verlusten der russischen Armee in der Ukraine veröffentlicht zu haben. In einem Video von 2024 kritisierte er den russischen Raketeneinschlag an einem Krankenhaus für krebskranke Kinder in Kiew mit zwei Toten und vielen Verletzten - auch dies wurde ihm als Diffamierung der Armee ausgelegt. Es gehört zur Strategie der Moskauer Führung, auch russische Gegner des Ukraine-Kriegs im Ausland mit Strafverfahren zu überziehen. Internationale Haftbefehle werden verschickt in der Hoffnung, deren Bewegungsfreiheit einzuschränken.
+++ 14:52 Luftalarm-Chaos in Sotschi: Russische Touristen fliehen +++
Menschen rennen von der Promenade, am Himmel sind Raketen und Rauchspuren zu sehen. Nach einem ukrainischen Drohnenangriff gerät Sotschi in Unruhe. Während am Strand Panik ausbricht, sitzen Tausende Reisende am Flughafen fest.
+++ 14:28 Xi verspricht Kim Unterstützung +++
Chinas Staatschef Xi Jinping sichert Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Unterstützung zu. "Egal, wie sich die internationale Lage verändert", werde China an der traditionellen Freundschaft festhalten und Kim bei der Führung des sozialistischen Kurses Nordkoreas unterstützen, sagt Xi nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua bei den Gesprächen in Pjöngjang. China ist wichtigster Verbündeter Nordkoreas. Zuletzt hatte Nordkorea zudem seine Beziehungen zu Russland deutlich ausgebaut. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine lieferte Pjöngjang nicht nur große Mengen an Munition und Artilleriegeschossen nach Moskau, sondern entsandte zudem bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung der russischen Streitkräfte. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 13:58 Putin spielt mit Möglichkeit, "Atomreaktorhülle zu brechen" +++
Deutschland, Frankreich und Großbritannien werben für neue Friedensgespräche. Politikwissenschaftler Carlo Masala sieht jedoch kaum Bewegung aus Moskau. Zugleich warnt er vor Russlands Strategie rund um Tschernobyl: Putin spiele mit der Möglichkeit, die Schutzhülle des Atomreaktors zu beschädigen.
+++ 13:24 Lettland bedankt sich bei Paris für Abschuss von Drohne +++
Die lettische Außenministerin Baiba Braze bedankt sich auf X bei den "französischen Verbündeten, dass sie die Drohne abgeschossen haben, die in den lettischen Luftraum eingedrungen ist". Die lettische Armee hatte zuvor berichtet, dass ein "ausländisches, unbemanntes Luftfahrzeug in den lettischen Luftraum im Folge der russischen elektronischen Kriegsführung" eingedrungen sei. Sie äußert sich nicht näher zur Herkunft der Drohne. Die französische Armee bestätigt den Einsatz von zwei Rafale-Kampfjets. (siehe Eintrag um 10:17)
+++ 12:53 ISW: Unzufriedenheit und Panik unter russischen Militärbloggern +++
erfolgreichen Mittel- und Langstreckenangriffe der Ukraine sorgen unter russischen Militärbloggern für Unzufriedenheit und Panik, wie das Institute for the Study of War berichtet. Ein russischer Militärblogger und ehemaliger Ausbilder bei "Sturm-Z" beklagt demnach, dass die Ukraine ihre Mittel- und Langstreckenangriffe ausweite, um kritische Infrastruktur und die Verteidigungsindustrie in operativer und strategischer Tiefe zu treffen, und dass sie Russlands Luftabwehrsysteme außer Gefecht setze. Auch kritisiert er die russische Bürokratie und Konflikte zwischen staatlichen und unternehmerischen Akteuren, die dazu führe, dass Russland nicht auf die sich verschärfenden Angriffe der Ukraine reagieren könne. Russland sei nicht in der Lage, die Trends auf dem Schlachtfeld der Ukraine zu analysieren und unterschätze die Fähigkeiten der Ukraine. Das ISW zitiert die Klage eines weiteren Militärbloggers, dass ukrainische Mittel- und Langstreckenangriffe die russische Militärlogistik und die Treibstoffversorgung in Südrussland und der besetzten Ukraine beeinträchtigen. Einige Militärblogger monieren zudem das russische Verteidigungsministerium und den Generalstab dafür, dass sie keine Vergeltungsschläge gegen die ukrainische Logistik, insbesondere gegen Brücken über den Dnipro, durchgeführt hätten.
+++ 12:25 Drohnentrümmer in Moldau entdeckt +++
In der Republik Moldau werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums Trümmer einer Drohne auf einem Feld unweit der ukrainischen Grenze gefunden. Überwachungssysteme hätten das Eindringen des Fluggeräts in der Nacht registriert. Die Herkunft der Trümmer werde noch untersucht, erklärt das Ministerium, verweist jedoch auf einen nächtlichen russischen Angriff in der benachbarten Ukraine. Präsidentin Maia Sandu fordert angesichts wiederholter Luftraumverletzungen die Anschaffung von Abfangdrohnen.
+++ 11:53 In diesen Punkten "wird Russland auf keinen Fall zustimmen" +++
In London einigen sich die Unterstützer der Ukraine gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi auf neue Vorschläge für einen Waffenstillstand mit Moskau. Russland-Korrespondent Rainer Munz geht die verschiedenen Punkte durch - und weckt wenig Hoffnung auf eine Einigung. Jedoch schließt er nicht aus, "dass man im Hintergrund längst redet".
+++ 11:20 Kiew meldet Rückeroberung von mehr als 600 Quadratkilometern Land seit Januar +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Armeechef Oleksandr Syrskyj seit Anfang 2026 mehr als 600 Quadratkilometer Land von Russland zurückerobert. Allein im Mai habe die Ukraine 100 Quadratkilometer mehr unter ihre Kontrolle gebracht, als sie verloren habe, teilt Syrskyj über Telegram mit. Wo genau die Geländegewinne erzielt wurden, lässt er offen. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 10:49 Ukraine setzt gleich mehrere Treffer hinter der Front +++
Dichte Rauchwolken steigen über einem der größten Ölspeicher im Kaukasus auf. Ukrainische Drohnen treffen offenbar mehrere Treibstofflager und Umspannwerke in Russland und auf der besetzten Krim. Die Angriffe richten sich gegen zentrale Nachschubrouten der russischen Armee.
+++ 10:17 Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab +++
Kampfjets des westlichen Militärbündnisses Nato schießen eine Drohne über Lettland ab. Das teilt die lettische Armee mit. Mindestens eine Drohne sei aus Russland in den lettischen Luftraum eingedrungen, sagt ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zwischenzeitlich ausgerufener Luftalarm wird aufgehoben. Davor waren Einwohner der an Russland und Belarus grenzenden östlichen Regionen aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben. Verirrte Militärdrohnen schüren in den baltischen Staaten und Finnland zunehmend die Sorge vor einem Übergreifen des Ukraine-Krieges auf die nördlichen Nato-Grenzen. Hintergrund sind verstärkte ukrainische Angriffe auf russische Ölhäfen an der Ostsee, bei denen Drohnen wiederholt ihre Ziele verfehlen.
+++ 09:49 Pressestimmen: "Wenig deutet auf einen baldigen Waffenstillstand hin" +++
Kommt es in der Ukraine zu einem Waffenstillstand? Dazu heißt es in der "Neuen Zürcher Zeitung": "Ein schmutziges Geheimnis besteht darin, dass das Szenario eines Waffenstillstands in der Ukraine die Europäer in Zugzwang brächte: Sie müssten plötzlich die Idee einer westlichen Schutztruppe für die Ukraine konkretisieren, wofür sie nicht ansatzweise vorbereitet sind. Zudem wären Vorkehrungen für den Fall zu treffen, dass Putin Truppen aus der Ukraine an die Grenze des Baltikums verlegt. Allerdings deutet wenig auf einen baldigen Waffenstillstand hin." Ähnlich der "Independent" :"Wie die Dinge liegen, will der russische Präsident Wladimir Putin seinen Krieg fortsetzen, weil er die Folgen einer Niederlage fürchtet. Derweil ist es zurzeit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der den größeren Vorteil aus der Fortsetzung des Krieges zieht, da sich das Blatt für die Ukraine anscheinend wendet. "De Volkskrant" aus den Niederlanden plädiert für eine stärkere Unterstützung Kiews: "In dieser Situation ist Angriff die beste Verteidigung: Russische Raketen zerstören, bevor sie abgefeuert werden." Die portugiesische Zeitung "Correio da Manhã" analysiert: "Mit der kategorischen Zurückweisung des von Wolodymyr Selenskyj vorgeschlagenen Verhandlungsangebots hat Wladimir Putin klar gezeigt, wer den Krieg in der Ukraine nicht beenden will. (...) Nach vier Jahren und Hunderttausenden Toten glaubt Putin noch immer, dass er alle Ziele seiner 'militärischen Spezialoperation' erreichen kann."
+++ 09:18 Umfrage: 61 Prozent der Ukrainer für Waffenstillstand - unter einer Bedingung +++
Laut einer Umfrage des Internationalen Soziologischen Instituts Kiew befürworten 61 Prozent der Ukrainer einen Waffenstillstand entlang der Frontlinie. Dies gilt allerdings nur für den Fall, dass Truppen europäischer Länder in der Ukraine nahe der Front stationiert werden und im Fall der Fälle einen russischen Angriff abwehren. 33 Prozent der Befragten lehnen diese Option kategorisch ab. Sollte die Ukraine allerdings keine Sicherheitsgarantien erhalten und keine nennenswerte Lieferung von Geld und Waffen erfolgen, sprechen sich 61 Prozent gegen einen Waffenstillstand aus.
+++ 08:45 Deutsche Abgeordnete fordern erschwerte Einreise für Russen in die EU +++
Bundes- und Europapolitiker von Union, SPD, Grünen und FDP rufen die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für eine erschwerte Einreise russischer Touristen in die EU einzusetzen. Die Vergabe von Schengen-Visa für russische Staatsbürger müsse mit Blick auf die europäische Sicherheitsordnung deutlich eingeschränkt werden, sagt Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dafür müsse sich die Bundesregierung gegenüber der EU-Kommission stark machen. "Zugleich muss sie sicherstellen, dass eine Ausreise für russische Oppositionelle und kritische Zivilgesellschaft trotzdem ermöglicht und unterstützt wird". Am Freitag hatte ein Kommissionssprecher angekündigt, 2027 neue Restriktionen für die Vergabe von EU-Visa an Russen vorzuschlagen. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, nennt die Visa-Erteilung "ein wichtiges Instrument in der Steuerung bilateraler Beziehungen". Russland könne nicht Deutschland einerseits mit Hunderten hybriden Kriegsmaßnahmen pro Jahr überziehen und zugleich eine oberflächliche Normalisierung der Beziehungen anstreben. Deutschland müsse klar benennen, dass an Russlands Verhalten nichts Normales sei.
+++ 08:13 Tschernobyl-Angriff zeigt, "die Lage ist brandgefährlich" +++
Der russische Treffer des Atommülllagers bei Tschernobyl zeigt, dass "Russland gar keine eigenen Atomwaffen abschießen muss", berichtet Korrespondentin Nadja Kriewald. Es reiche schon, die havarierte Anlage zu beschießen. Die Bemühungen um einen Waffenstillstand sieht sie "einen Minischritt" weiter.
+++ 07:42 Mangelwirtschaft auf der Krim: Einschränkungen bei Benzin und Nahrungsmitteln +++
Auf der russisch besetzten Krim kommt es zu immer größeren Engpässen. Wie das Institute for the Study of War unter Berufung auf russische Behörden mitteilt, gibt es inzwischen nur noch 20 Liter Benzin pro Woche – statt wie bisher pro Tag. Dabei müssen die Kunden einen im Voraus erworbenen QR-Code nutzen, auf den man nur über die von der russischen Regierung kontrollierte Messenger-App "Max" zugreifen kann. Auch bei Grundnahrungsmitteln und anderen Versorgungsgütern herrscht auf der Krim inzwischen offenbar Mangel. Das unabhängige russische Portal "Agenstvo" berichtet, dass sich Bewohner der Krim am 5. Juni über Einschränkungen beim Verkauf einiger Grundnahrungsmittel wie Buchweizen, Zucker, Reis und Mehl beschwerten. Wie das ISW schreibt, versuchen die Besatzungsbehörden, die Ursache für die Lebensmittel- und Benzinknappheit zu vertuschen, indem sie behaupten, dass natürliche Flauten in den Erntezyklen die Verfügbarkeit einiger Produkte vorübergehend beeinträchtigten.
+++ 07:15 Wieder Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Saporischschja +++
Bei russischen Angriffen auf die südostukrainische Region Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden fünf Menschen getötet worden. Zudem seien 14 Personen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Russland habe das Gebiet mit Luftangriffen und Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden.
+++ 06:43 Chaos am Flughafen Sotschi +++
Seit Freitag kommt es am Flughafen Sotschi in Russland wegen ukrainischer Drohnen-Angriffe zu erheblichen Störungen. Dies berichtet "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf russische Telegramkanäle. Tausende Passagiere können demnach seit mehreren Tage nicht wegfliegen, Dutzende Flüge verspäten sich, einige Flüge werden ganz gestrichen. Passagiere beschweren sich über das überfüllte Terminal: Es gibt keine freien Sitzplätze mehr, Bilder zeigen Passagiere auf dem Boden liegend oder sitzend.
+++ 06:10 Kiew: Drohnenschutz in Frontgebieten massiv ausgeweitet +++
Die Ukraine baut eigenen Angaben zufolge den Drohnenschutz in den Frontgebieten massiv aus. "Allein im Mai wurden mehr als 211 Kilometer Schutzvorrichtungen gegen Drohnen entlang von Logistikrouten installiert und fast 38 Kilometer beschädigter Straßenabschnitte instand gesetzt. Gleichzeitig wurden weitere 115,5 Kilometer Straßen in den Frontgebieten repariert", teilt Fedorov, der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für digitale Transformation, Mykhailo Fedorov, auf Telegram mit. Seit Anfang 2026 habe die Ukraine 822 Kilometer Straßen in den Frontgebieten mit einem Schutzsystem gegen Drohnen ausgestattet. "Dies trägt dazu bei, eine stabile Logistik, die schnelle Versorgung mit notwendigen Ressourcen, die Evakuierung von Verwundeten und eine sicherere Fortbewegung der Soldaten auch unter ständiger Bedrohung durch Drohnenangriffe aufrechtzuerhalten." Jeder geschützte Kilometer bedeute sichere Logistik und gerettete Leben.
+++ 05:40 Russische Medien: Ukraine attackiert Öldepots in Russland und den besetzten Gebieten +++
Das ukrainische Militär hat in der Nacht eine weitere Offensive mit Mittelstreckenangriffen auf russische und von Russland besetzte Gebiete gestartet und dabei mehrere Öldepots und Umspannwerke attackiert. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf russische Telegram-Medienkanäle. Fotos und Videos, die von Anwohnern in sozialen Medien veröffentlicht wurden, sollen dichten schwarzen Rauch zeigen, der aus dem Gebiet des Öldepots Gruschewaja Balka in der russischen Stadt Noworossijsk aufsteigt. Das Depot dient als größte Öllagerstätte im Kaukasus mit einer angegebenen Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen Treibstoff. Ein weiteres Öllager wurde demnach in der Nähe von Simferopol auf der besetzten Krim getroffen, wie der Telegram-Kanal "Crimean Wind" unter Berufung auf Anwohner berichtet. In einem Öllager des Krim-Tankstellenkonzerns ATAN sei ein Brand "mittleren Ausmaßes" ausgebrochen.
+++ 04:49 EU-Verteidigungsminister diskutieren Unterstützung der Ukraine in Zypern +++
Die EU-Verteidigungsminister kommen heute in Zypern zu Gesprächen über die weitere militärische Unterstützung für die Ukraine zusammen. Bei dem informellen Treffen in der Hauptstadt Nikosia wird es auch um die Bemühungen im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte gehen. Für die Unterstützung der Ukraine sollen insbesondere Mittel aus der sogenannten Europäischen Friedensfazilität (European Peace Facility, EPF) mobilisiert werden. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen seiner Schattenflotte umgeht Russland unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte.
+++ 03:48 Gouverneur auf Krim: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Zug +++
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen und der Lokführer sei verletzt worden, teilt der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer örtlichen Behörden zufolge die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 02:22 Ukrainische Armee: Brücke zwischen Krim und Südukraine bei Drohnenangriff beschädigt +++
Eine Brücke in der Nähe des Dorfes Tschonhar, die die besetzte Krim mit von Russland kontrollierten Teilen der Südukraine verbindet, wurde in der Nacht zum Sonntag bei einem ukrainischen Drohnenangriff beschädigt. Das ukrainische Militär bestätigt die Operation und veröffentlicht Videomaterial dazu. Zuvor hatte Wolodymyr Saldo, der von Russland eingesetzte Chef des besetzten Teils des Gebiets Cherson, gemeldet, die Brücke sei durch ukrainische Drohnen beschädigt worden. Der gemeldete Angriff erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine ihre Bemühungen verstärkt, die russischen Logistikrouten zu unterbrechen, die die besetzte Krim und die Fronttruppen in der Südukraine versorgen, schreibt der "Kyiv Independent".
+++ 01:09 Xi besucht Nordkorea - Peking will Pjöngjang enger an sich binden +++
Chinas Präsident Xi Jinping reist zur Stärkung der bilateralen Beziehungen nach Nordkorea und hat zum Auftakt den gemeinsamen Kampf gegen Hegemonie angekündigt. Es ist Xis erste Reise in das Nachbarland seit fast sieben Jahren. Es sei die unerschütterliche Politik der Volksrepublik, die Bande in allen Bereichen auszubauen, um eine faire Weltordnung zu wahren, schreibt Xi in einem Gastbeitrag in der nordkoreanischen Staatszeitung "Rodong Sinmun". Die Regierung in Peking bemüht sich, Pjöngjang wieder enger an sich zu binden. Der Austausch zwischen beiden Staaten war während der Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen. In der Folge hatte Kim die Beziehungen zu Moskau ausgebaut. Nordkorea unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine mit Waffenlieferungen und Soldaten.
+++ 00:35 Friedensforscher warnen vor neuem atomaren Wettrüsten +++
Die neun Atommächte haben ihre Arsenale nach Einschätzung von Friedensforschern im vergangenen Jahr modernisiert und weiterentwickelt. Das zeigt ein neuer Bericht des Stockholmer Sipri-Instituts. "Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass die Atomwaffenstaaten ihre Abrüstungsverpflichtungen vernachlässigen oder sogar ganz aufgeben und stattdessen ihre nukleare Stärke zur Schau stellen", so Sipri-Forscher Hans Kristensen. Moskau etwa hat im Angriffskrieg in der Ukraine auf sein Atompotenzial angespielt, um westliche Länder von der Unterstützung für die Ukraine abzuhalten. Russland und die USA verfügen nach Sipri-Schätzungen zusammen über rund 83 Prozent aller gelagerten Nuklearsprengköpfe. Mehr dazu lesen Sie hier.
+++ 23:43 Europäer und Ukraine legen Fünf-Punkte-Plan für Friedensgespräche vor +++
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine fordern Kremlchef Wladimir Putin zu einem sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen über ein Ende des Krieges auf. Daran sollten auch die USA und Europa "aktiv" beteiligt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj nach ihrem Treffen in London veröffentlichen.
+++ 23:02 Prowestliche Regierung liegt bei Wahl in Armenien vorn +++
Bei der als Richtungswahl geltenden Abstimmung in der Südkaukasusrepublik Armenien liegt ersten Hochrechnungen nach die prowestliche Regierung von Nikol Paschinjan vorn. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmen nach den ersten Zahlen 57 Prozent der Armenier für die Partei Zivilvertrag des Regierungschefs. Stärkste oppositionelle Kraft wird die prorussische Partei Starkes Armenien mit 21 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt mit 59 Prozent deutlich höher als bei der vorangegangenen Parlamentswahl 2021. Ausgezählt wurden bisher 110 von insgesamt etwa 2000 Wahllokalen. Die Abstimmung war von massiven Spannungen mit Russland geprägt. Moskau hatte wegen der von Eriwan betriebenen Annäherung an die EU vor der Wahl Einfuhrverbote für armenische Produkte verhängt und mit der Kündigung eines günstigen Gasliefervertrags gedroht.
+++ 21:49 Nachricht an Putin: Selenskyj nutzte Oligarch Abramowitsch als Boten +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch gebeten, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Wiederaufnahme bilateraler Friedensgespräche zu sprechen. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Selenskyj bestätigt später das Treffen mit Abramowitsch während eines Interviews mit Sky News. Selenskyj sagt, er habe Abramowitsch gebeten, Putin mitzuteilen, dass die Ukraine den Donbass niemals aufgeben werde. Er habe ihn außerdem gebeten, Putin zu sagen, dass er bereit sei, sich direkt mit ihm in einer Stadt außerhalb Russlands oder Belarus zu treffen. "Ich sagte, Sie können einen beliebigen Zeitpunkt ab morgen wählen, Sie können einen beliebigen Tag und ein beliebiges Format wählen", so Selenskyj.
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