Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 23:54 Selensky: "Jetzt kommt es auf das Tempo an" +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut mit der Führung von Armee und Sicherheitsapparat beraten. Die Lage in den befreiten Gebieten bei Charkiw im Osten habe man fest im Griff, sagt er in seiner abendlichen Videoansprache. Dabei dankt er einzelnen Brigaden seiner Armee, aber auch dem Geheimdienst SBU. Dieser trage Sorge dafür, "dass die Besatzer sich nirgends auf ukrainischem Boden halten können". Zugleich mahnt der Staatschef schnelles Handeln an: Tempo sei wichtig bei der Stabilisierung der befreiten Regionen, bei der Normalisierung des Lebens dort und beim Vorrücken der Truppen.

+++ 23:01 NRW rüstet sich für mehr Kriegsflüchtlinge in kalten Monaten +++
Das nordrhein-westfälische Flüchtlingsministerium bereitet sich auf einen vermehrten Zuzug von Ukraine-Kriegsflüchtlingen im Herbst und Winter vor. Bislang sei noch keine flächendeckende Überlastung zu verzeichnen, teilt das Ministerium in Düsseldorf mit. Einzelne Kommunen hätten aber bereits signalisiert, dass sie keine weiteren Menschen aufnehmen könnten. Zurzeit gibt es für Geflüchtete aus der Ukraine 4040 Plätze in den Landesunterkünften. Diese Zahl soll kurzfristig spürbar erhöht werden, um die Kommunen zu entlasten, wie es aus der Behörde heißt. Infolge des anhaltenden Krieges in der Ukraine müsse mit weiteren Flüchtenden gerechnet werden - auch aufgrund der kalten Jahreszeit. Bislang sind den Angaben zufolge knapp 215.000 Personen aus der Ukraine in NRW registriert.

+++ 22:13 Ukrainischer Verteidigungsminister bedankt sich bei "deutschen Freunden" +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow hat sich bei Deutschland für die Zusage, weitere Panzerhaubitzen zu liefern, bedankt. "Die Militärhilfe unserer deutschen Freunde ist ein wichtiger Teil unseres gemeinsamen Sieges über die Terroristen", schreibt er auf Twitter. Er erinnert in diesem Zusammenhang auch an weitere Mehrfachraketenwerfer MARS II sowie Mannschaftstransporter Dingo, die Berlin vergangene Woche zugesagt hatte.

+++ 21:56 Bericht: Russische Besatzer beschädigen jahrhundertealte Steinstatuen nahe Isjum +++
Russische Truppen sollen alte Kulturgüter auf einem Berg nahe der lange besetzten Stadt Isjum in der Region Charkiw stark beschädigt haben. Das ukrainische Medium "Kyiv Post" teilt entsprechende Bilder auf Twitter. Darauf sind die sogenannten Steinfrauen der Kultur der Polowetzen zu sehen, die demnach zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert entstanden sein sollen. Das ntv/RTL Verifizierungsteam bestätigt die Echtheit der Aufnahmen. Die Schäden könnten allerdings auch durch Kampfhandlungen entstanden sein. Ob eine mutwillige Zerstörung seitens der russischen Angreifer vorliegt, lässt sich nicht überprüfen. Bei den Polowetzen handelt es sich um ein Nomadenvolk, das vor allem im Mittelalter im eurasischen Raum verbreitet war.

+++ 21:36 Ukrainer "beschwören nukleare Katastrophe herauf" - Lawrow wiederholt unbelegte Vorwürfe +++
Die Außenminister Russlands und Frankreichs haben über die angespannte Sicherheitslage in dem von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja gesprochen. "Wichtig ist, dass es in der Ukraine nicht zu einem Nuklearunfall kommt in Folge der russischen Besatzung", sagt Frankreichs Chefdiplomatin Catherine Colonna vor Journalisten in New York. Lawrow erneuert dagegen den Vorwurf Moskaus, wonach ukrainische Soldaten mit vom Westen gelieferten Waffen Infrastrukturanlagen wie das AKW beschießen sollen. Sie beschwören damit eine nukleare Katastrophe herauf, wie er sagt. Der Beschuss müsse aufhören, fordert Lawrow nach Angaben seines Ministeriums. Nach ukrainischer Darstellung wiederum beschießen die russischen Truppen das Kraftwerk selbst, um die Ukrainer für die Schäden verantwortlich zu machen.

+++ 21:08 Donezk und Luhansk fordern schnellen Anschluss an Russland +++
Angesichts des Vormarsches ukrainischer Truppen beginnt in den von Moskau unterstützten Separatistengebieten Luhansk und Donezk eine Kampagne für einen schnellen Beitritt zu Russland. In der sogenannten Volksrepublik Luhansk appelliert ein Bürgerkammer getauftes Gremium an die örtliche Führung, bald eine Volksabstimmung über den Anschluss abzuhalten. Auch in der Volksrepublik Donezk äußert die Bürgerkammer die gleiche Bitte, wie die russische Nachrichtenagentur Tass meldet. Auch im Gebiet Cherson fordere die Bevölkerung ein Referendum, sagt der von Russland eingesetzte Verwaltungschef Kirill Stremoussow.

+++ 20:46 Russische Popdiva Pugatschowa muss sich nach Kriegskritik Häme gefallen lassen +++
Nach ihrer Kritik an Russlands Angriffskrieg ist die bekannte russische Popsängerin Alla Pugatschowa in ihrer Heimat unter Druck geraten. "Diese Dichterlinge, Harlekine und Gaukler brauchen bloß eine Möglichkeit zu singen und zu tanzen, zu feixen und vulgär klugzuscheißen", kommentiert der Leiter der Menschenrechtskommission des russischen Präsidenten, Waleri Fadejew, auf der offiziellen Webseite der Institution Pugatschowas Forderung nach Frieden. Eins der bekanntesten Lieder Pugatschowas heißt "Harlekino". Auch der kremlnahe russische Rapsänger Timati zieht über den angeblich fehlenden Patriotismus der Sängerin her. Pugatschowa hatte beklagt, dass die russischen Soldaten für "illusorische Ziele" sterben würden, während gleichzeitig Russland durch den Krieg international geächtet werde. Die Worte der 73-Jährigen, die immer noch als Superstar in ihrer Heimat gilt, fanden ein breites Echo.

+++ 20:17 Gouverneur: Bisher 146 Leichen nahe Isjum exhumiert +++
Aus den Gräbern nahe der ukrainischen Stadt Isjum sind der örtlichen Regierung zufolge bisher 146 Leichen exhumiert worden. "Einige der Toten weisen Anzeichen eines gewaltsamen Todes auf. Es gibt Leichen mit gefesselten Händen und Spuren von Folter", schreibt der Gouverneur der Region Charkiw, Oleg Sinegubow, auf Telegram. Zudem habe man die Leichen von zwei Kindern gefunden. Anwohnern zufolge kamen manche der begrabenen Menschen bei einem russischen Luftangriff ums Leben. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge wurden am Stadtrand von Isjum vermutlich insgesamt 450 Leichen begraben. Der Kreml weist die Anschuldigungen der Ukraine zurück.

+++ 19:49 Hacker manipulieren Telegram-Kanal der Wagner-Söldner +++
Hacker und Aktivisten ärgern die russischen Invasoren immer wieder mit humorvollen Nadelstichen, die ihre Propaganda lächerlich machen. In einer jüngsten Aktion zwingen sie die Administratoren eines Telegram-Kanals der Wagner-Söldner, die Emoji-Reaktionen zu sperren, indem sie dort wehende blau-gelbe Fahnen und andere pro-ukrainische Symbole platzieren. "Unsere Gegner haben auf wundersame Weise ein Emoji ersetzt! Daher sind die Reaktionen unter den Beiträgen vorübergehend nicht verfügbar", schreibt ein Wagner-Administrator.

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+++ 19:33 AfD-Abgeordnete planen Reise in Ostukraine +++
Mehrere AfD-Abgeordnete bereisen eigenen Angaben zufolge derzeit Russland. Geplant sei auch "ein Besuch der Ostukraine", teilt die AfD-Fraktion im sachsen-anhaltischen Landtag mit. Zur Delegation gehörten die Landtagsabgeordneten Daniel Wald und Hans-Thomas Tillschneider, heißt es. Die Gruppe wolle sich ein "eigenes Bild der humanitären Lage machen". Der scheidende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, wirft den Politikern in einem Tweet vor, mit dem geplanten Besuch in die russisch besetzten Gebiete in der Ostukraine den russischen "Vernichtungskrieg zu unterstützen". Laut Melnyk gehören auch nordrhein-westfälische AfD-Abgeordnete zur Reisegruppe.

+++ 19:11 Angst vor Katastrophe bei AKW Saporischschja: Polens Feuerwehr erhält Jodtabletten +++
Mit Blick auf die Kämpfe um das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja gibt Polens Innenministerium landesweit Jodtabletten an die Berufsfeuerwehr aus. Für jeden polnischen Bürger werde eine ausreichende Menge an Kaliumjodid-Tabletten bereitgehalten, teilt das Ministerium in Warschau mit. "Dabei handelt es sich um ein gesetzlich vorgesehenes Standardverfahren, das im Falle eines möglichen Strahlungsnotfalls angewendet wird." Eine aktuelle Belastung durch atomare Strahlung gebe es aber nicht. Die Behörde warnt die Bürger auch davor, Jodtabletten prophylaktisch einzunehmen. Der Beschuss von Anlagen des russisch besetzten AKW Saporischschja hat international Angst vor einer Atomkatastrophe ausgelöst.

+++ 18:50 "Zurück in die Vergangenheit": Europa setzt verstärkt auf Kohle-Importe +++
Die europäischen Einfuhren von Kraftwerkskohle könnten im Jahr 2022 den höchsten Stand seit mindestens vier Jahren erreichen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Analysten. Laut Noble Resources International Pte Ltd. könnten die europäischen Einfuhren von Kraftwerkskohle in diesem Jahr auf etwa 100 Millionen Tonnen steigen, so viel wie seit 2017 nicht mehr. Die Rohstoffpreisagentur Argus geht davon aus, dass die Lieferungen ein Vierjahreshoch erreichen werden. "Europa geht zurück in die Vergangenheit", wird Rodrigo Echeverri, Leiter der Forschungsabteilung bei Noble, zitiert. Hintergrund der steigenden Importe ist die durch den russischen Angriff auf die Ukraine und damit verbundene Sanktionen verursachte Energiekrise - vor allem die Knappheit von Erdgas.

+++ 18:29 Litauen erwägt Einreiseverbot auch für Belarussen +++
Nach dem Einreisestopp für Russen mit Schengen-Visum erwägt Litauen, seine Grenze auch für Staatsbürger des benachbarten Belarus dicht zu machen. "Dieses Thema wird gegenwärtig geprüft, und es finden Gespräche statt", sagt Innenministerin Agne Bilotaite bei einem Besuch an der Grenze des baltischen EU- und NATO-Landes zu Belarus. "Ich denke, dass es sehr ernsthafte Argumente gibt, auch die Einbeziehung von Belarus in Betracht zu ziehen", sagt sie der Agentur BNS zufolge. "Ich sehe sehr deutlich, dass auch das belarussische Regime an dem Krieg beteiligt ist und einen hybriden Angriff mit illegalen Migranten gegen Litauen durchführt." Die Europäische Union beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen.

+++ 18:04 "Hochverrat": Separatisten verurteilen zwei OSZE-Mitarbeiter +++
Prorussische Separatisten im ostukrainischen Luhansk haben zwei Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wegen "Hochverrats" zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Dmitry Schabanow sei von den Richtern schuldig gesprochen und zu 13 Jahren Haft verurteilt worden, berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf das Oberste Gericht der selbsternannten "Volksrepublik Luhansk". Wenige Stunden später wurde sein Kollege Maxim Petrow ebenfalls zu 13 Jahren Haft verurteilt. Schabanow und Petrow waren im April festgenommen worden. Die Behörden der Separatisten werfen Schabanow vor, den US-Geheimdienst CIA seit August 2021 mit Informationen über Truppenbewegungen der Separatisten versorgt zu haben. Petrow, der als Übersetzer für die OSZE gearbeitet hatte, soll angeblich die Zusammenarbeit mit ausländischen Diensten gestanden haben.

+++ 17:47 Suchtrupp spürt unentdeckte Kriegsopfer in Charkiw auf +++
Im Nordosten des Landes begibt sich ein Trupp der ukrainischen Nationalgarde auf die Suche nach bisher unentdeckten Opfern des Krieges. Drohnen helfen dem Trupp bei der Lokalisierung von Leichen. Auch tote russische Soldaten werden auf der Mission geborgen.

+++ 17:23 Ukrainische Truppen drängen Russen im Osten des Landes weiter zurück +++
In den ostukrainischen Gebieten Charkiw, Donezk und Luhansk haben die ukrainischen Truppen den russischen Gegner offenbar weiter zurückgedrängt. Kiewer Medien melden die Befreiung des Orts Jarowa am linken Ufer des Siwerskyj Donez. Offizielle Bestätigungen von ukrainischer oder russischer Seite liegen bislang nicht vor. Zuvor kursierten bereits Videos über erfolgreiche Vorstöße der ukrainischen Truppen auf das linke Ufer des Oskil im Gebiet Charkiw bei Kupjansk und Borowa. Zudem ist es ukrainischen Einheiten offensichtlich ebenfalls gelungen, bei Bilohoriwka über den Siwerskyj Donezk zu setzen und einen Angriff auf Kreminna durchzuführen. Der Chef der Donezker Separatisten, Dennis Puschilin, sprach im russischen Fernsehen zumindest von einer abgewehrten Attacke auf die seit April unter russischer Kontrolle stehende Kleinstadt.

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+++ 16:58 Russland geht mit Rekrutierungs-LKW auf Soldatensuche +++
Um einsatzwillige Männer für den Ukraine-Krieg zu gewinnen, wirbt die russische Armee in speziellen Rekrutierungstrucks um potenzielle neue Soldaten. Vor allem der versprochene Lohn, der dem Dreifachen des russischen Durchschnitts entspricht, soll sie zum Eintritt ins Militär bewegen.

+++ 16:42 Habeck sieht Chance, gut durch den Winter zu kommen +++
Nach Aussage von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Deutschland trotz fehlenden russischen Gases die Chance, gut durch den Winter zu kommen. Dafür müssten allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, sagt Habeck im vorpommerschen Lubmin. In Deutschland müsste viel Energie eingespart werden und man müsse Glück mit dem Wetter haben. Der Füllstand der Gasspeicher nähere sich der Marke von 90 Prozent an und der Preis sei trotz ausbleibender russischer Lieferungen in den vergangenen Wochen gesunken. Im Winter solle das Gas aus den Speichern zur Verfügung gestellt werden. "Das heißt aber auch, dass die Speicher dann am Ende des Winters wieder leer sein werden, in diesem Fall richtig leer, weil wir das Gas nutzen werden." Dann müsse man wieder schnell einspeichern.

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+++ 16:23 Ukraine erhält vier weitere Panzerhaubitzen 2000 aus Deutschland +++
Die Bundeswehr wird der Ukraine weitere vier Artilleriegeschütze Panzerhaubitze 2000 ergänzt um ein weiteres Munitionspaket zur Verfügung stellen. Das teilt das Verteidigungsministerium mit. Die Lieferung erfolge "trotz der angespannten eigenen Materiallage" und werde "unverzüglich in die Wege geleitet". Ministerin Christine Lambrecht zufolge habe sich der Einsatz der Haubitzen in dem Krieg bewährt. "Um die Ukraine in ihrem mutigen Kampf gegen den brutalen russischen Angriff weiter zu unterstützen", werde Deutschland dem Wunsch nach weiteren Lieferungen nachkommen. Die Haubitzen kämen direkt aus der Instandsetzung, "die gemeinsam mit der Industrie deutlich beschleunigt werden konnte. Damit steigt die Zahl dieser von Deutschland gelieferten Hochleistungsgeschütze auf 14."

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+++ 15:59 Bürgermeister zeigt Kamerateam russischen Folterkeller +++
Bereits in den ersten Kriegstagen wird der ukrainische Grenzort Kosatscha Lopan von den russischen Truppen überrannt. Anwohner berichten von Deportationen und verschleppten Kindern während der Besatzung. Der Bezirksbürgermeister führt Reporter vor Ort durch einen angeblichen Folterkerker für Zivilisten.

+++ 15:36 Bremer Polizei dementiert Falschmeldung über vermeintlichen Waffenhandel +++
Die Polizei Bremen hat ein Video über vermeintlich für die Ukraine bestimmte und in Deutschland beschlagnahmte Flugabwehrraketen als Fälschung betitelt. "Es handelt sich hierbei um eine Falschmeldung. Die Polizei Bremen hat mit diesem Video nichts zu tun und hat auch keine Ukrainer festgenommen, die mit Waffen handelten", heißt es auf Twitter. In sozialen Medien kursierte zuvor ein Video, was die Raketen zeigen soll, und die Behauptung, die Polizei habe in Bremen Ukrainer festgenommen, die mit Flugabwehrraketen vom Typ "Stinger" gehandelt hätten, welche aus Europa in die Ukraine geliefert worden seien. Offenbar wurde eine falsche Tonspur über das Video gelegt, dessen Herkunft unklar ist. "Nehmen Sie mal das Handy runter, sowas müssen sie nicht filmen", sagt eine Stimme darin. Ursprünglich stammt diese Tonspur aus einem im Januar 2022 veröffentlichten Youtube-Video, das Polizisten in Greiz (Thüringen) zeigt. Auch russische Offizielle verbreiteten die Falschmeldung.

+++ 15:05 Spezialeinheit rechnet mit "Unvorstellbarem" in Mariupol +++
Als Teil einer Spezial-Truppe wirkt eine Militäreinheit tschetschenischer Freiwilliger bei der Befreiung der ukrainischen Stadt Isjum mit. Nach ihrer Rückkehr von der Front bilden sie in der Nähe von Kiew nun neue tschetschenische Kämpfer aus - unter anderem für die Rückeroberung Mariupols.

+++ 14:43 Lindner: Keine Kursänderung hin zu Lieferung von Kampfpanzern +++
FDP-Chef Christian Lindner sieht in der Bundesregierung keine Kursänderung hin zu einer Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine. Auf Äußerungen von Außenministerin Annalena Baerbock angesprochen sagt Lindner, er habe sich innerhalb der Bundesregierung rückversichert und amtlich gefragt, ob sich die Haltung einzelner Ressorts konkret verändert habe. "Das konnte nicht bestätigt werden", sagt der Bundesfinanzminister dazu weiter. Bei Treffen der Verbündeten in Ramstein sei nach seiner Kenntnis Einigkeit darüber erzielt worden, auf den Ringtausch zu setzen "und dass keine Kampfpanzer westlicher Produktion und Bauart geliefert werden sollen". Dies sei weiter die Linie der FDP und auch im Präsidium bestätigt worden.

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+++ 14:17 Experten: Putin baut zunehmend auf Alternativen zu regulären Truppen +++
Angesichts bedeutender Verluste bei seinen Streitkräften ist Russlands Präsident Wladimir Putin nach Ansicht unabhängiger Militärexperten immer stärker auf Alternativen angewiesen. Der Kreml konzentriere sich zunehmend darauf, schlecht vorbereitete Freiwillige in irregulären improvisierten Einheiten zu rekrutieren, statt sie als Reserve oder Ersatz für reguläre russische Truppen einzusetzen, schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) mit Sitz in Washington. Einen Grund dafür sehen die Experten in Putins getrübtem Verhältnis zur eigenen Militärführung und dem Verteidigungsministerium über den Sommer hinweg, insbesondere nach den jüngsten Gebietsverlusten. Bei ihrer Gegenoffensive im Nordosten der Ukraine Anfang September sind die ukrainischen Kräfte im Gebiet Charkiw bis an den Oskil vorgestoßen.

+++ 13:41 Separatisten: 13 Zivilisten bei Beschuss von Donezk getötet +++
In der von prorussischen Separatisten kontrollierten ostukrainischen Stadt Donezk sind nach Angaben des Bürgermeisters 13 Menschen durch Artilleriebeschuss getötet worden. Es handle sich um Zivilisten, zwei Kinder seien unter den Toten, schreibt der von Russland unterstützte Bürgermeister Alexej Kulemsin auf Telegram. Die Zahl der Verletzten stehe noch nicht fest. Das ukrainische Militär hat sich im Bereich der Außenbezirke von Donezk in Stellung gebracht. Die Stadt wurde in den vergangenen Monaten wiederholt beschossen.

+++ 13:07 Ukrainische Getreideexporte in laufender Saison fast halbiert +++
Die ukrainischen Getreideexporte haben sich nahezu halbiert. Sie seien in der im Juli begonnenen und bis Juni 2023 laufenden Saison bislang zum Vorjahreszeitraum um 45,6 Prozent auf 6,364 Millionen Tonnen zurückgegangen, teilt das Landwirtschaftsministerium in Kiew mit. Demnach wurden 3,72 Millionen Tonnen Mais, 2,06 Millionen Tonnen Weizen und 557.000 Tonnen Gerste ausgeführt. Die Getreideexporte sind seit Beginn der russischen Invasion im Februar eingebrochen, weil die Schwarzmeerhäfen des Landes zeitweise für den Transport gesperrt waren. Zudem hält Russland Teile der Ukraine besetzt und die Getreideerträge sind niedriger.

+++ 12:38 Ukrainische Truppen erobern erstmals modernen T-90M-Panzer +++
Zum ersten Mal können ukrainische Truppen einen der modernsten russischen Kampfpanzer, den T-90M, erbeuten. Das zeigen Aufnahmen auf Twitter, die von RTL/ntv verifiziert werden können. Laut Tweet soll der Panzer in der Region Charkiw erobert worden sein. Das lässt sich allerdings nicht bestätigen.

Die M-Variante des T-90-Panzers wurde erst vor zwei Jahren in Dienst gestellt. Der Panzer ist mit der radarabsorbierenden Materialtarnung Nakidka überzogen.

+++ 11:45 Kreml dementiert mutmaßliche Kriegsverbrechen in Isjum +++
Der Kreml weist die Vorwürfe, russische Streitkräfte hätten in der ukrainischen Provinz Charkiw Kriegsverbrechen begangen, als "Lüge" zurück. Rund 450 Leichen - die meisten nach Angaben der Ukraine Zivilisten - wurden in Massengräbern in der Nähe von Isjum gefunden, nachdem die russischen Truppen in diesem Monat aus der Region vertrieben wurden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi sagte, Ermittler hätten vor Ort Beweise für Folter gefunden, darunter Leichen mit gefesselten Händen. Er beschuldigte die russischen Truppen, Kriegsverbrechen begangen zu haben.

+++ 11:21 Gouverneur: Russischer Militärstützpunkt im Gebiet Luhansk zerstört +++
Die Ukraine zerstört einen Militärstützpunkt in Kadiivka, berichtet der Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Haidai. Der russische Stützpunkt, der im lokalen Kulturpalast eingerichtet war, sei in der Nacht zum 19. September angegriffen worden. Der Beamte fügte hinzu, dass die Ukraine auch erfolgreich russische Militärausrüstung und Truppen in Nowoaidarsk angegriffen habe.

+++ 10:49 Proteste in Russland: Ikone "macht Putin wirklich Schwierigkeiten" +++
Die Erfolge der ukrainischen Armee wirken sowohl in der Ukraine als auch in Russland auf die Moral der Menschen. Während Ukrainer frischen Mut fassen, wächst bei den Russen der Unmut über die eigene Führung. Eine prominente Stimme wird für Putin zur Gefahr, berichtet ntv-Korrespondent Rainer Munz.

+++ 10:20 Selenskyj bestätigt Raketeneinschlag nahe AKW Südukraine +++
In der Nähe des Atomkraftwerks (AKW) Südukraine ist nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew eine russische Rakete eingeschlagen. Er wirft Russland die Gefährdung der ganzen Welt vor. "Wir müssen es stoppen, solange es nicht zu spät ist", schreibt er in den sozialen Netzwerken. Das AKW Südukraine (Piwdennoukrajinsk) liegt knapp dreihundert Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew. Im Betrieb befinden sich drei Reaktoren mit einer Nettoleistung von 2850 Megawatt.

+++ 09:47 London: Russische Luftwaffe immer stärker unter Druck +++
Die russische Luftwaffe gerät im Krieg gegen die Ukraine nach britischer Einschätzung zunehmend unter Druck. In den vergangenen zehn Tage habe Russland offensichtlich vier Kampfjets verloren und damit insgesamt 55 Maschinen seit Beginn des Angriffs Ende Februar. Das teilt das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Der Anstieg der Verluste sei womöglich teilweise darauf zurückzuführen, dass die russische Luftwaffe ein größeres Risiko eingehe, um Bodentruppen unter dem Druck ukrainischer Vorstöße aus nächster Nähe zu unterstützen, hieß es weiter. Hinzu komme das schlechte Situationsbewusstsein russischer Piloten. Einige Flugzeuge seien wegen der sich schnell bewegenden Front über ukrainisch kontrolliertem Gebiet in dichtere Luftverteidigungszonen geraten. "Russlands andauernder Mangel an Luftüberlegenheit bleibt einer der wichtigsten Faktoren, die die Fragilität seines operativen Designs in der Ukraine untermauern", betont das Ministerium.

+++ 09:25 Russland meldet engere militärische Kooperation mit China +++
Russland hat einem Medienbericht zufolge mit China eine engere Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen vereinbart. Der Fokus liege auf gemeinsamen Militärübungen, meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Russlands Sicherheitsrat.

+++ 08:54 Ukraine meldet Angriff auf AKW im Süden +++
Die Ukraine meldet russische Angriffe auf das Atomkraftwerk Piwdennoukrajinsk im Süden des Landes. Alle drei Reaktoren des AKW blieben aber unbeschädigt und funktionierten normal, teilt der staatliche Betreiber Energoatom weiter mit. Eine Detonation habe es 300 Meter entfernt von den Reaktoren gegeben. Dabei seien Gebäude beschädigt worden, außerdem seien durch den Angriff Schäden an einem Wasserkraftwerk in der Nähe entstanden.

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+++ 08:30 Ukrainische Panzer überqueren Oskil-Brücke im Osten +++
Dem ukrainischen Militär gelingt es offenbar, den strategisch wichtigen Fluss Oskil im Nordosten des Landes zu überqueren. Präsident Selenskyj kündigt derweil an, die erfolgreiche Gegenoffensive der vergangenen Woche soll erst der Anfang gewesen sein. Verhandlungen mit Russland kämen derzeit nicht in Frage.

+++ 07:52 "So lange wie nötig" - Biden sagt Ukraine weitere Unterstützung zu +++
US-Präsident Joe Biden versichert der Ukraine eine eiserne Unterstützung. "Der Preis, den das ukrainische Volk für diesen Krieg zahlt, ist extrem hoch. Aber wir werden ihnen so lange zur Seite stehen, wie sie Hilfe brauchen", sagt Präsident Biden im Interview mit CBS. Die USA haben bereits mehr als 15 Milliarden Dollar für die Ukraine ausgegeben.

+++ 07:02 Russische Sängerin Pugatschowa will als Auslandsagentin gezählt werden +++
Die bekannte russische Popsängerin Pugatschowa kritisiert Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Da das Justizministerium ihren Ehemann Maxim Galkin als "Auslandsagent" auf eine Schwarze Liste gesetzt habe, bitte sie darum, ebenfalls zu den Auslandsagenten gezählt zu werden, schreibt die 73-Jährige auf ihrem Instagram-Account. Seit den 70er Jahren prägte Pugatschowa die Rock- und Popmusik in Russland. Nach Beginn des Kriegs gegen die Ukraine reiste das Paar nach Israel aus. Im Gegensatz zu Galkin, der Kritik an der russischen Führung übte, hat sich Pugatschowa mit politischen Äußerungen bislang zurückgehalten. Umso größer ist das Echo, das nun auf ihre harte Kriegskritik folgen könnte. Der Politologe Abbas Galljamow, einst Redenschreiber von Präsident Putin, spricht von einer "kräftigen Ohrfeige" für den Kreml.

+++ 06:34 "Ergibt keinen Sinn" - Kiew lehnt Verhandlungen mit Russland ab +++
Kiew schließt Verhandlungen und ein Treffen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Selenskyj zum jetzigen Zeitpunkt aus. "Kurz gesagt, der Verhandlungsprozess an sich und ein persönliches Treffen der Präsidenten ergeben derzeit keinen Sinn", sagte der externe Berater des ukrainischen Präsidentenbürochefs, Mychajlo Podoljak, ukrainischen Medien zufolge. Podoljak nannte drei Gründe, warum Gespräche in dieser Phase zwecklos seien. Erstens werde Russland dabei versuchen, Geländegewinne festzuhalten und zu legitimieren. Zweitens diene das Festhalten des Status quo Russland nur als Atempause, um dann die Angriffe auf der neuen Linie fortsetzen zu können. Und drittens müsse Russland für die auf ukrainischem Terrain begangenen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. Verhandlungen seien also erst möglich, wenn sich die russischen Truppen von ukrainischem Gebiet zurückgezogen hätten. Dann könne über die Höhe der Reparationszahlungen und die Herausgabe von Kriegsverbrechern verhandelt werden, sagte Podoljak.

+++ 06:02 US-General: "Krieg läuft für Russland nicht besonders gut" +++
Der US-General, Mark Milley mahnt Kiew und den Westen, wachsam zu bleiben, wie Russland auf die jüngsten Rückschläge auf dem Schlachtfeld in der Ukraine reagieren könnte. "Der Krieg läuft für Russland im Moment nicht besonders gut", sagte Milley, Vorsitzender der Generalstabschefs vor Reportern in Warschau nach dem Besuch einer polnischen Militärbasis. "Deshalb müssen wir alle in hohem Maße bereit und wachsam bleiben." Milley weist darauf hin, dass sich der Krieg in einer neuen Phase befinde, in der die ukrainischen Streitkräfte die strategische Initiative ergriffen und in den letzten Tagen große Teile des Territoriums im Nordosten und Süden der Ukraine zurückerobert hätten. "Aus diesem Grund müssen wir sehr genau beobachten, wie Russland darauf reagieren wird", fügt er hinzu.

+++ 05:35 Söder verlangt Gasdeckel und Aus für Umlage +++
Bayerns Regierungschef Markus Söder fordert die Bundesregierung vor dem Hintergrund der Energiekrise zu einer raschen staatlichen Deckelung der Gaspreise auf. "Wir brauchen dringend einen Gaspreisdeckel, damit die Menschen in unserem Land gut durch den Winter kommen", sagt Söder der "Augsburger Allgemeinen". Andernfalls drohe eine Pleitewelle für den gesamten Mittelstand, das Handwerk und ein Abstieg für weite Teile der Bevölkerung, sagt der CSU-Chef. Die Bundesregierung müsse auf weitere Belastungen der Bevölkerung verzichten. "Deshalb gehört auch die Gasumlage abgeschafft", fordert Söder. "Sie ist eine politische Fehlkonstruktion und unnötiger Preistreiber für die Menschen."

+++ 04:45 Balten und Polen schließen Russen aus +++
Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Polen beschränken die Einreise für Menschen aus Russland weiter. Sie werden vom heutigen Montag an die Grenzen für Staatsbürger des Nachbarlandes mit einem Schengen-Visum für touristische Aufenthalte, Geschäftsreisen, Sport- und Kulturveranstaltungen geschlossen halten. Entsprechende Regelungen treten in den vier EU- und NATO-Ländern simultan in Kraft. Bestimmte Ausnahmen gelten jedoch etwa für Russen mit Wohnsitz, Aufenthaltsrecht oder Verwandten sowie aus humanitären Gründen. Auch Dissidenten sollen weiter einreisen dürfen.

+++ 04:10 Weil: "Nord Stream 2 wird nie in Betrieb gehen" +++
Durch die Pipeline Nord Stream 2 wird nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nie Gas von Russland nach Deutschland fließen - auch nicht nach einem Ende der Ära von Präsident Wladimir Putin. "Der Vertrauensverlust ist so fundamental, dass es nie wieder eine Situation geben wird, in der eine deutsche Bundesregierung auf Energie aus Russland setzen kann", sagt der SPD-Politiker. Er sei sehr sicher: "Nord Stream 2 wird nie in Betrieb gehen." Die Bundesregierung hatte das Genehmigungsverfahren für die fertiggestellte Pipeline Nord Stream 2 im Februar kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Eis gelegt. Putin hatte kürzlich gesagt, er wolle die Pipeline bei Bedarf in Betrieb nehmen.

+++ 03:30 Migrationsexperte rechnet mit Winter-Exodus aus der Ukraine +++
Der Migrationsexperte Gerald Knaus geht davon aus, dass die Zahl der Menschen, die aus der Ukraine in die Europäische Union fliehen müssen, über den Winter weiter ansteigt. "Es kann durchaus sein, dass die Zahl der Menschen, die aus der Ukraine fliehen müssen, noch einmal steigen wird", sagt Knaus der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Wenn die russische Strategie wie derzeit darin besteht, Kraftwerke und notwendige Infrastruktur zur Versorgung von Städten zu zerstören, kann das enorme humanitäre Probleme weiter verschärfen. Schon jetzt gibt es in der Ukraine mehr als sechs Millionen Binnenvertriebene. Dieser Krieg ist leider noch lange nicht zu Ende", betont der österreichische Soziologe.

+++ 02:05 Bundeswehr: Zahl der Kriegsdienstverweigerer verdreifacht +++
Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in der deutschen Bundeswehr steigt deutlich an. "Im laufenden Jahr sind bisher 657 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung im Bundesamt eingegangen", sagt ein Sprecher des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im gesamten vergangenen Jahr lag die Zahl bei lediglich 209. Sie hat sich also bis Ende August bereits mehr als verdreifacht. Viele Antragsteller begründen ihre Verweigerung angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine und einer möglichen Eskalation damit, dass sie mit einer kriegerischen Auseinandersetzung nicht gerechnet hätten.
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+++ 01:05 Zu viele Hürden: Lambrecht gegen neue Wehrpflicht +++
Trotz der veränderten Bedrohungslage lehnt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ab. "Eine Wehrpflicht-Debatte hilft uns wenig in der aktuellen Situation", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es dauert seine Zeit, Soldatinnen und Soldaten auszubilden - unter einem Jahr macht das wenig Sinn. Und die Frage der Wehrgerechtigkeit, die das Bundesverfassungsgericht angemahnt hat, lässt sich nicht so einfach beantworten. Die Wehrpflicht müsste auch Frauen umfassen und dürfte am Ende nicht nur jeden Vierten in einem Jahrgang betreffen." Lambrecht weist auf eine weitere Hürde hin: "Wir haben weder genügend Kasernen, Ausbilder noch das Gerät für Zehntausende Wehrpflichtige."

+++ 00:04 Oligarch im Fokus: Razzia bei Selenskyj-Förderer +++
Die ukrainischen Behörden haben Medienberichten zufolge im Zuge von Korruptionsermittlungen das Ski-Ressort von Milliardär Ihor Kolomojskyj in den Karpaten durchsucht. Es seien im Zusammenhang mit einer millionenschweren Korruptionsaffäre um den Öl- und Gaskonzern Ukrnafta unter anderem Dokumente beschlagnahmt worden, berichtet das Internetportal Zn.ua unter Berufung auf Informanten bei der Antikorruptionsbehörde NABU. Der Oligarch galt lange Zeit als Förderer von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Kolomojskyj erklärt, er habe von einer Durchsuchung in seinem Ski-Ressort "nichts gehört". Dem Medienbericht zufolge geht es um ungesetzliche Aneignung von Eigentum des Ölkonzerns Ukrnafta in Höhe von umgerechnet mehr als 300 Millionen Euro.

+++ 23:01 "Ruhe vor dem Sturm": Selenskyj kündigt Fortsetzung der Offensive an +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Angriffe auf das von russischen Truppen besetzte Gebiet in der Ukraine angekündigt. "Vielleicht erscheint es irgendjemandem unter Ihnen so, dass nach einer Reihe von Siegen Stille eingetreten ist, doch das ist keine Stille", sagt Selenskyj am Abend in seiner täglichen Videoansprache. Vielmehr sei es die Vorbereitung auf die nächste Offensive, deren Ziel die Rückeroberung von Mariupol, Melitopol und Cherson sei. Nach Angaben Selenskyjs wird sich die Ukraine dabei nicht nur auf die Gebiete konzentrieren, die es vor dem russischen Überfall im Februar kontrollierte. Auch die Territorien der von Moskau unterstützten Separatisten im Osten des Landes und Städte auf der seit 2014 von Russland annektierten Krim würden zurückerobert, kündigt der 44-Jährige an. "Denn die gesamte Ukraine muss frei sein."
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+++ 22:10 Bei Kampfpanzern kann laut Baerbock Vorstoß nur multilateral erfolgen +++
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bekräftigt, dass die Entscheidung, Kampfpanzer für die Ukraine zu liefern, nur international gemeinsam funktionieren könne. "Derzeit geht keiner der internationalen Partner den Schritt", sagt die Grünen-Politikerin in der ARD-Sendung "Anne Will". "Wir können den Schritt nicht alleine gehen."

+++ 21:26 Bericht: Ukraine bemüht sich weiter um F-16-Jets und weitere Waffensysteme +++
Laut einem Bericht des Mediums "politico" führt die Ukraine weiterhin Gespräche mit den USA, in denen es um die mögliche Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen, dem Flugabwehr-Raketensystem "Patriot" sowie um Drohnen des Typs "Gray Eagle" geht. Zwar habe das Land öffentlichkeitswirksame Forderungen nach diesen Waffen zuletzt zurückgeschraubt, aber hinter den Kulissen habe der Drang nach Waffen, die das Blatt des Krieges wenden könnten, nicht aufgehört, heißt es in dem Bericht. "Politico" beruft sich auf Informationen von Beratern der ukrainischen Regierung, von Pentagon-Beamten und Führungskräften der US-Verteidigungsindustrie. Demnach diskutierten beide Seiten über die Lieferung aller drei Waffensysteme und die damit verbundene Ausarbeitung langfristiger Finanzierungsabkommen.

+++ 20:09 Ex-Kanzler Schröder: Als Verhandler darf man "die Tür nicht laut zuknallen" +++
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisiert einem Medienbericht zufolge europäische Staatschefs. "Ich hätte erwartet, dass in der Tradition der europäischen Entspannungspolitik wenigstens der Versuch gemacht wird, wie man den Krieg zu Ende führt", sagt Schröder dem Nachrichtenportal "The Pioneer". Der russische Überfall auf die Ukraine sei gleichwohl falsch gewesen. "Dass der Krieg begonnen wurde, ist ein Fehler der Russen. Das habe ich immer gesagt." Es gebe nie Gründe für einen Krieg, aber es gebe "geopolitische Erklärungsmuster". Angesprochen auf seine zurückhaltende Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Angriffskrieg gegen ein souveränes Land sagte Schröder demnach: "Man kann keine Rolle in möglichen Verhandlungen spielen, wenn man als Erstes auf volle Distanz geht und die Tür laut zuknallt."

+++ 19:26 Kiew will Brückenkopf am Ostufer des Flusses Oskil gebildet haben +++
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben am Fluss Oskil Truppenteile übersetzen können und damit einen Brückenkopf zum weiteren Vorgehen gen Osten gebildet. "Die ukrainischen Streitkräfte haben den Oskil überwunden. Seit gestern kontrolliert die Ukraine auch das linke Ufer", teilte die Pressestelle der ukrainischen Streitkräfte am Sonntag per Video auf ihrem Telegram-Kanal mit. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. Auf dem Video ist ein Panzer zu sehen, der den Fluss durchfährt und am anderen Ufer von ukrainischen Soldaten schon empfangen wird. Bei ihrer Gegenoffensive Anfang September sind die ukrainischen Kräfte im Gebiet Charkiw bis an den Oskil vorgestoßen. Dahinter haben die russischen Truppen nach ihrem Rückzug eine neue Frontlinie aufgebaut und mehrere Versuche der Ukrainer, den Fluss zu überqueren, abgewehrt. Die Bildung eines Brückenkopfs auf der Ostseite des Oskil wäre ein strategisch wichtiger Erfolg für die ukrainischen Truppen.

Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, fzö/mba/mau/rts/AFP/dpa

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