Politik

Terrorverdächtiger in U-Haft Abdeslam will "später" aussagen

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Videoaufnahmen aus 2014: Abdeslam läuft über den Markt in Molenbeek.

(Foto: AP)

Belgien übergibt Salah Abdeslam den französischen Behörden. Gegen den wohl einzigen überlebenden Paris-Attentäter läuft nun ein Ermittlungsverfahren. Der 26-Jährige kündigt an, zu kooperieren. Eine erste Anhörung ist bereits angesetzt.

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Salah Abdeslam ist ins Gefängnis Fleury-Merogis gebracht worden.

(Foto: REUTERS)

Nach seiner Auslieferung nach Frankreich haben die französischen Behörden gegen den mutmaßlichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eingeleitet. Nach Angaben seines Anwalts wurde der 26-Jährige in der Haftanstalt Fleury-Mérogis südlich von Paris in Untersuchungshaft genommen. Laut Justizminister Jean-Jacques Urvoas erwartet ihn dort in einem Spezialtrakt Isolationshaft unter schärfster Bewachung.

Der Islamist war am Morgen bewacht von einer Spezialeinheit per Flugzeug nach Paris gebracht worden und wurde im Justizpalast einem auf Terrorismus spezialisierten Richter vorgeführt. Dabei habe er angekündigt, "später auszusagen", so sein Anwalt Frank Berton. Ein erster Termin für eine ausführliche Anhörung sei für den 20. Mai angesetzt worden.

Ermittelt wird gegen Abdeslam wegen einer ganzen Reihe von Vorwürfen, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte: Neben Mord und versuchtem Mord im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung geht es unter anderem um Freiheitsberaubung - wegen des Angriffs auf die Pariser Konzerthalle Bataclan - sowie um Besitz von Sprengstoff und Waffen.

Erwartung an Verhöre

Die Opferanwältin Samia Maktouf sagte, sie erwarte keine "wirkliche Zusammenarbeit" des Islamisten mit den Behörden. Sie hoffe aber, dass die Verhöre "neue Elemente bringen, um Anwerber und Finanzierer" der für die Anschläge verantwortlichen Islamistenzelle zu identifizieren.

Abdeslam war Mitte März nach monatelanger Fahndung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek festgenommen worden. Er soll bei der Planung und Ausführung der Pariser Anschläge vom 13. November eine zentrale Rolle gespielt haben. Vermutlich ist er zudem der einzige noch lebende Islamist, der direkt an den Anschlägen beteiligt war. Außerdem hatte er belgischen Ermittlern zufolge auch Verbindungen zu den Attentätern, die am 22. März in Brüssel 32 Menschen töteten.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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