Politik

Proteste am Flughafen Abschiebeflug nach Kabul gestartet

98993097.jpg

Flüchtlingsinitiativen halten die Abschiebung wegen der prekären Sicherheitslage für völkerrechtswidrig.

(Foto: dpa)

Erneut startet von Düsseldorf aus ein Sammelflug mit abgelehnten Asylbewerbern in Richtung Afghanistan - wenn auch mit weit weniger Flüchtlingen an Bord als geplant. Die Abschiebung ruft wegen der angespannten Sicherheitslage am Ziel dennoch Proteste hervor.

Trotz der verschärften Sicherheitslage in Afghanistan ist von Düsseldorf aus erneut ein Sammelflug mit abgelehnten Asylbewerbern nach Kabul gestartet. Das bestätigte die Bundespolizei.

Nach Mitteilung von Flüchtlingsinitiativen waren wesentlich weniger als die ursprünglich geplanten 80 Menschen an Bord. Unter anderem wegen Krankheit und Einsprüchen in letzter Minute seien am Ende nur 17 Abzuschiebende Richtung Kabul geflogen, hieß es. Die Bayerische Landesregierung sprach in einer Mitteilung von 19 Passagieren. Aus Bayern wurden demnach acht Menschen abgeschoben, darunter drei Straftäter.

Nach der Landung in Kabul, bestätigte ein Vertreter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vor Ort, dass 19 abgeschobene Asylbewerber an Bord waren. Die Maschine, die am Vorabend in Düsseldorf gestartet war, sei um kurz nach 7.00 Uhr morgens (Ortszeit Kabul) angekommen.

Zuvor hatte die Flüchtlingsinitiative "Afghanischer Aufschrei" mit 200 bis 300 Teilnehmern am Startflughafen Düsseldorf gegen die Abschiebung demonstriert. Die Maßnahme sei wegen der prekären Sicherheitslage in Afghanistan völkerrechtswidrig, sagte Oliver Ongaro von der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative "Stay" (Bleib). Seit Dezember 2016 haben deutsche Behörden bislang 155 Männer wieder in ihr Herkunftsland abgeschoben.

In Kabul gab es 2017 über 20 schwere Anschläge mit mehr als 500 Toten. Erst vor wenigen Tagen waren bei einem 17-stündigen Taliban-Angriff auf ein großes Hotel fast 20 Menschen getötet worden. Kurz nach der Ankunft des jüngsten Abschiebeflugs aus Deutschland wurde im ostafghanischen Dschalalabad ein Büro der Kinderhilfsorganisation "Save the Children" überfallen.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

Mehr zum Thema