Politik

"Rechte Argumentationsstrategie" AfD-Anhänger provozieren bei KZ-Besuch

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Die AfD-Besuchergruppe zeigte beim Besuch in Sachsenhausen eine "manifest rechte und geschichtsrevisionistische Einstellung".

(Foto: imago/Jürgen Ritter)

Bei einem Besuch im Konzentrationslager Sachsenhausen sollen AfD-Anhänger die Verbrechen des Naziregimes verharmlost haben. Die Teilnehmer der Führung stammen aus dem Wahlkreis von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. Finanziert wurde die Reise vom Staat.

Eine AfD-Gruppe aus dem Wahlkreis von Fraktionschefin Alice Weidel hat einem Medienbericht zufolge in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen mit rechten Äußerungen provoziert. Es seien "manifest rechte und geschichtsrevisionistische Einstellungen und Argumentationsstrategien erkennbar" geworden, sagte der Sprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Horst Seferens, dem "Tagesspiegel". Der Besuch in der Gedenkstätte ereignete sich demnach bereits im Juli. Der Vorfall sei zunächst nicht angezeigt worden.

Unter den 17 Teilnehmern waren dem Bericht zufolge fünf bis sechs Personen, welche die Führung durch die Gedenkstätte "permanent unterbrachen und störten". Seferens sagte dem Blatt, einige der AfD-Besucher hätten die KZ-Verbrechen relativiert und verharmlost, die Existenz von Gaskammern sei in Zweifel gezogen und dem Gedenkstätten-Mitarbeiter mangelnde Kompetenz sowie Manipulation unterstellt worden.

Die Polizei erfuhr demnach erst durch den Zeitungsbericht von dem Vorfall und stellte noch am Donnerstagabend Strafanzeige von Amts wegen und leitete Ermittlungen ein. Die Fahrt wurde dem Bericht zufolge vom Bundespresseamt finanziert. Eine Regierungssprecherin bestätigte demnach, dass es bei dem Besuch der AfD-Gruppe in Sachsenhausen zu "antisemitischen und historisch unhaltbaren Äußerungen" kam, schrieb sie allerdings nur einem Teilnehmer zu. Der brandenburgischen Regierung sei der Vorfall seit Wochen bekannt gewesen, berichtete die Zeitung.

Im Rahmen der politischen Bildung finanziert das Bundespresseamt regelmäßig Reisen interessierter Bürger. Bundestagsabgeordnete aller Parteien können nach derzeitiger Regelung pro Jahr insgesamt 150 Teilnehmer für eine der sogenannten Informationsfahrten vorschlagen. Übernommen werden dabei die Kosten für die Anreise, die Übernachtung und ein Teil der Mahlzeiten.

Neben einem Besuch des Deutschen Bundestages und sogenannten Informationsgesprächen in Ministerien sind dabei üblicherweise auch kulturelle und geschichtliche Führungen wie etwa durch die Gedenkstätte Hohenschönhausen, das Jüdische Museum oder über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers vorgesehen. Die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen liegen in Oranienburg im Norden Berlins.

Quelle: ntv.de, mba/AFP