Politik

Slogan der Hitlerjugend recyceltAfD-Jugend startet neu - mit rechten Parolen

29.11.2025, 21:43 Uhr
Auf-der-Gruendungsveranstaltung-der-AfD-Jugendorganisation-werden-Aufkleber-unter-anderem-mit-der-Aufschrift-Remigration-schuetzt-Frauen-angeboten-Die-als-gesichert-rechtsextremistisch-eingestufte-Vorgaengerin-Junge-Alternative-hatte-sich-durch-Selbstbeschluss-aufgeloest-Auf-der-Gruendungsveranstaltung-in-den-Hessenhallen-sollen-auch-die-beiden-Co-Bundesvorsitzenden-sprechen
Mit Reden und auf Stickern - die neue Jugendorganisation der AfD setzt den Ton. (Foto: picture alliance/dpa)

Die neue AfD-Jugendorganisation wählt ihren Vorstand und macht klar, wohin die Reise geht: Anleihen bei der Hitlerjugend, Forderungen nach millionenfacher "Remigration". Es gibt aber auch Zwist: Ein Redner sorgt mit seinem bizarren Auftritt für Kritik.

Bei der Wahl des Vorstands der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) haben mehrere Kandidaten stramm rechte Töne angeschlagen. Der schleswig-holsteinische AfD-Jungpolitiker Kevin Dorow rief dazu auf, sich nicht vom sogenannten Vorfeld abzugrenzen. Auch "von denjenigen, die außerhalb der etablierten Parteistrukturen für dieselben Ziele kämpfen wie wir" solle man sich nicht distanzieren. Abgrenzung sei das Lieblingsspiel der Gegner. Man müsse das Gegenteil tun: Eine Verschiebung des Sagbaren erreichen. Dorow wurde in das Führungsgremium der AfD-Nachwuchsorganisation gewählt.

"Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein", sagte Dorow mit Blick auf Thüringens AfD-Parteichef. "Diese Jugendorganisation wird die Speerspitze der jungen Rechten in Deutschland sein", fügte er unter großem Jubel der Anwesenden hinzu. "Jugend wird durch Jugend geführt" war Prinzip der Bündischen Jugend in der Weimarer Zeit und später auch der Hitlerjugend.

Der Baden-Württemberger Mio Trautner forderte, "dass die Abschiebungen im Land endlich starten, dass die Startbahnen in Deutschland glühen". Die Kandidatin Julia Gehrkens erhielt tosenden Beifall für ihre Aussage: "Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder!". Auch Gehrkens wurde in den GD-Vorstand gewählt. Neu-Vorstandsmitglied Cedric Krippner bekam großen Beifall, als er "millionenfache Remigration" forderte. "Wir müssen abschieben, abschieben, abschieben, bis Deutschland wieder Heimat wird", sagte Helmut Strauf, ebenfalls Vorstandsmitglied der GD.

Alexander Eichwald bewarb sich ebenfalls für den Vorstand, wurde aber nicht gewählt. Sein fragwürdiger Auftritt sorgte in der Halle in Gießen für Verwirrung und Kritik. Eichwald trat mit rollendem "R" und einer Rede ans Pult, die im Ton an NS-Reichskanzler Adolf Hitler erinnerte. Er sprach die Teilnehmer mit "Parteigenossen und -genossinnen" an. In den Saal rief er: "Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam". Er proklamierte außerdem: "Es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen".

Anschließend kam scharfe Kritik aus dem Saal. Unter großem Beifall wurde Eichwald gefragt, ob er ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei. Sein rollendes "R" erklärte er damit, Russlanddeutscher zu sein.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

AfDBjörn HöckeRechtsextremismus