Politik

Antisemitismus-Affäre AfD-Kreisverband wählt Gedeon ab

fd5483fc116266df05c2c492ba7ec780.jpg

Saß nur vier Monate im Landtag, bereitete seiner Partei in dieser Zeit aber mächtig Ärger: Wolfgang Gedeon.

(Foto: dpa)

Eine Landtagsfraktion spaltet sich seinetwegen, sogar im AfD-Bundesvorstand sorgt der Fall Gedeon für Streit. Nun erhält der umstrittene Politiker die Quittung.

Der AfD-Kreisverband Konstanz hat seinen umstrittenen Vorsitzenden Wolfgang Gedeon abgewählt. Die Mitgliederversammlung habe "nach konstruktiver Diskussion" beschlossen, Anfang September eine Neuwahl des Kreisvorstandes abzuhalten, heißt es in einer kurzen Erklärung auf der Internetseite des Kreisverbandes. Gedeon war der Partei im April 2013 beigetreten und zum Vorstandssprecher gewählt worden.

Dem AfD-Politiker wird Antisemitismus vorgeworfen. An der Frage, wie die Partei mit Gedeon umgehen soll, hatte sich ein heftiger Streit in der baden-württembergischen Landtagsfraktion entzündet. In der Folge verließ der bisherige Fraktionsvorsitzende Jörg Meuthen mit 13 Abgeordneten die Fraktion. Er reagierte damit auf die Weigerung einiger Mitglieder, seinem Antrag auf Ausschluss Gedeons zu folgen.

Die Spaltung der Landtagsfraktion hatte auch den Konflikt im AfD-Bundesvorstand verschärft. Parteichefin Frauke Petry war gegen den Willen ihres Co-Vorsitzenden Meuthen nach Stuttgart gereist, um in dem Streit zu vermitteln. Gedeon erklärte schließlich seinen Austritt aus der Fraktion. Meuthen, der auch Chef der baden-württembergischen AfD ist, warf Petry vor, sie habe sich in seine Belange eingemischt und dadurch die Lage komplizierter gemacht.

Meuthen will Gedeon aus der AfD ausschließen. Ein entsprechendes Verfahren gegen ihn wurde eingeleitet. Die beiden Gruppen in der Fraktion sind derweil nach wie vor zerstritten. Gutachter sind damit beschäftigt zu klären, ob es es zwei Fraktionen einer Partei im selben Landtag geben darf.

Am Wochenende forderte der Bundesvorstand, die Landtagsfraktion solle sich wieder zusammenfinden. Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg forderte Petry und Meuthen auf, in Zukunft besser zusammenarbeiten. "Wer das nicht kann, muss sich überlegen, ob er an der richtigen Stelle sitzt."

Quelle: n-tv.de, cro/dpa

Mehr zum Thema