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Der Parteitag in Köln hat mit einer schweren Schlappe für AfD-Chefin Petry begonnen.
Der Parteitag in Köln hat mit einer schweren Schlappe für AfD-Chefin Petry begonnen.(Foto: dpa)
Samstag, 22. April 2017

Hitzige Debatte in Köln: AfD-Mitglieder verpassen Petry Denkzettel

Die AfD will auf jeden Fall mit einem Spitzenteam in den Bundestagswahlkampf gehen. Einen entsprechenden Antrag lehnen die Mitglieder ab. Es ist bereits der zweite Dämpfer, den Parteichefin Frauke Petry in Köln hinnehmen muss.

Niederlage für AfD-Chefin Frauke Petry:  Die AfD will auf jeden Fall mit einem Spitzenteam in den Bundestagswahlkampf gehen. Ein Antrag, die Wahl der Spitzenkandidaten von der Tagesordnung zu streichen, wurde auf dem AfD-Bundesparteitag in Köln abgelehnt. Gestellt hatte ihn Parteivize Albrecht Glaser. Er gilt als Unterstützer von Parteichefin Frauke Petry.

Petry hatte nach monatelangem Machtgerangel erklärt, sie stehe als Spitzenkandidatin nicht zur Verfügung. Hätte der Parteitag nun beschlossen, kein Spitzenteam zu bestimmen, stünde sie als Parteivorsitzende und bekannteste Persönlichkeit der AfD faktisch weiterhin in der ersten Reihe.

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Es war bereits der zweite Dämpfer, den Petry in Köln erhielt: Zuvor hatten die 600 Delegierten bereits beschlossen, sich nicht mit der von ihr geforderten "realpolitischen" Ausrichtung der Partei zu befassen. Ob das Spitzenteam am Samstag oder Sonntag gewählt werden sollte, blieb zunächst offen. Als mögliche Kandidaten gelten Alice Weidel aus Baden-Württemberg sowie die stellvertretenden Parteivorsitzenden Alexander Gauland und Beatrix von Storch. Weidel gilt als Vertreterin der Wirtschaftsliberalen. Von Storch und Gauland sind Wunschkandidaten der Rechtsnationalen.

Petry entschuldigt sich

Zuvor hatte Petry in ihrer Eröffnungsrede für den von ihr favorisierten "realpolitischen Kurs" geworben. Das Bild der Partei in der Öffentlichkeit dürfe nicht von einer "lauten Minderheit" bestimmt werden, sagte die AfD-Bundesvorsitzende. Sie verstehe, dass viele Parteimitglieder die Auseinandersetzung scheuten. Dies sei verständlich, aber falsch und "nicht mutig", sagte sie in Anspielung auf das Parteimotto "Mut zur Wahrheit".

Gleichzeitig räumte Petry Fehler ein. Sie sagte, es tue ihr leid, dass sich Parteivize Alexander Gauland durch eine Formulierung in ihrem kürzlich veröffentlichten "Zukunftsantrag" angegriffen gefühlt habe. Sie sei bereit zu Änderungen an dem Antrag, der für Unruhe gesorgt hatte und der eine Abgrenzung von einer "fundamentaloppositionellen" Strategie fordert. Petry richtete sich damit auch gegen die Ideen des Thüringer Fraktionschefs Björn Höcke, über den Gauland seine schützende Hand hält.

Die Parteichefin betonte, man müsse vor der NRW-Wahl im Mai und der Bundestagswahl klarmachen, "ob und wie die AfD in den Jahren bis 2021 eine realistische Machtoption für die Wähler aufbaut, damit wir das Spielfeld und die Regierungsbank nicht dauerhaft den etablierten Parteien (...) überlassen." Petry will im innerparteilichen Ringen durchsetzen, dass die AfD sich mittelfristig koalitionsfähig macht. Auch bei knappen Mehrheiten solle die unterlegene Minderheit das Votum "öffentlich mittragen und offensiv verteidigen", mahnte Petry.

Quelle: n-tv.de

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