Umfrage für Sachsen-Anhalt41 Prozent: AfD liegt 15 Prozentpunkte vor der CDU

Im September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. CDU-Ministerpräsident Schulze, der erst wenige Monate im Amt ist, kann den Höhenflug der AfD in den Umfragen nicht stoppen. Das Bundesland steuert auf eine schwierige Regierungsbildung zu.
Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD ihren Vorsprung vor der regierenden CDU laut einer Umfrage weiter ausgebaut. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei kommt einer Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zufolge auf 41 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erreicht 26 Prozent. In Sachsen-Anhalt wird die AfD vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.
Im Vergleich zu einer MDR-Umfrage vom September 2025 gewinnt die AfD von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund damit zwei Prozentpunkte hinzu, während die CDU einen Punkt verliert. Auch die Linke büßt einen Punkt ein und kommt auf 12 Prozent. Im Landtag vertreten wäre außerdem die SPD mit unverändert 7 Prozent.
Den Wiedereinzug verpassen würden die Grünen, die einen Punkt auf 4 Prozent hinzugewinnen. Ebenfalls nicht einziehen würde das BSW, das zwei Punkte verliert und auch bei 4 Prozent landet. Die FDP, die derzeit zusammen mit CDU und SPD die Landesregierung stellt, wird wegen ihrer niedrigen Werte nicht einzeln ausgewiesen.
Die AfD hätte im neuen Landtag zwar keine absolute Mehrheit. Da die CDU Koalitionen mit der Linken ausschließt, wäre abseits der AfD aber lediglich eine Minderheitsregierung aus Christ- und Sozialdemokraten denkbar. Befragt wurden vom Mittwoch vergangener Woche bis Dienstag 1164 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt.
Wer soll die nächste Regierung anführen?
Der Landtag in Magdeburg wird am 6. September neu gewählt. 44 Prozent der Befragten befürworten in der Umfrage, dass die CDU die nächste Landesregierung anführen sollte, für die AfD sprechen sich 43 Prozent aus. Würde der Ministerpräsident direkt gewählt, läge Schulze mit 36 Prozent vor Siegmund mit 32 Prozent.
Als wichtigstes politisches Problem in Sachsen-Anhalt wird von 14 Prozent der Befragten der Bereich Einwanderung und Integration benannt. Es folgen Bildung mit 12 Prozent und Wirtschaft mit 10 Prozent. Mit 31 Prozent trauen die meisten Befragten der AfD am ehesten zu, die größten politischen Probleme zu lösen.
Mit der derzeitigen Landesregierung sind 33 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, während 62 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden sind. 82 Prozent geben an, wenig oder gar nicht darauf zu vertrauen, dass der Staat insgesamt seine Aufgaben erfüllt. 16 Prozent haben großes oder sehr großes Staatsvertrauen.
Die Landtagswahl vom 6. Juni 2021 gewann die CDU um den damaligen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff mit 37,1 Prozent vor der AfD mit 20,8 Prozent. Die Linke erreichte 11,0 Prozent, die SPD 8,4 Prozent. Die FDP kam damals auf 6,4 Prozent vor den Grünen mit 5,9 Prozent. Das BSW gab es seinerzeit noch nicht.