Politik

NATO verteidigt Militäreinsätze "Afghanistan wird nicht die letzte Krise sein"

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US-Soldaten in Afghanistan auf Patrouille (Archivbild).

(Foto: picture alliance / k89/ZUMAPRESS.com)

Nach 20 Jahren endet der Kampfeinsatz der internationalen Truppen in Afghanistan mit der Rückeroberung des Landes durch die Taliban. NATO-Chef Stoltenberg sieht in dem Einsatz trotzdem Erfolge. Auch in Zukunft seien ähnliche Missionen des Verteidigungsbündnisses sinnvoll.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hält trotz der raschen Rückeroberung Afghanistans durch die Taliban auch in Zukunft ähnliche Militäreinsätze des westlichen Bündnisses für sinnvoll. "Afghanistan wird nicht die letzte Krise sein, in der Nordamerika und Europa gemeinsam, mithilfe der NATO, handeln müssen", schreibt Stoltenberg in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". "Es wird immer jemanden geben, der uns schaden will."

Militäreinsätze seien "grundsätzlich das letzte Mittel, manchmal aber doch die einzig vernünftige Antwort". Die Mission in Afghanistan "war ein langer und schwieriger Einsatz, der mit vielen Opfern und hohen Kosten verbunden war", schreibt Stoltenberg. Dennoch seien Erfolge mit dem Einsatz verbunden. "Die NATO-Mission bestand darin, Al-Qaida erheblich zu schwächen und zu verhindern, dass Afghanistan als Ausgangsbasis für Terroristen dient, die uns dann angreifen. Seit dem 11. September hat es keine in Afghanistan organisierten Terrorangriffe mehr in unseren Heimatländern gegeben."

Dennoch habe die NATO "eine umfassende Untersuchung" zum Afghanistan-Einsatz eingeleitet. "Die Ereignisse der vergangenen Wochen waren tragisch für die Afghanen und erschütternd für alle, die sie unterstützen", so Stoltenberg. Es gebe viele schwierige Fragen bezüglich des NATO-Engagements, die man sich nun ehrlich stellen müsse. "Wir müssen Lehren daraus ziehen."

Stoltenberg sieht die Streitkräfte trotzdem als den ultimativen Garanten für Freiheit. "Ohne starke und glaubwürdige Streitkräfte als Rückendeckung wird die Diplomatie scheitern. Während des Kalten Krieges gaben die Streitkräfte der NATO unseren Diplomaten und Politikern die notwendige Stärke, mit der Sowjetunion zu verhandeln." Konflikte könnten durch Abschreckung verhindert werden.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa

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