Politik
Wäre auch gern "gekrönt" - Aigner will angeblich Regierungschefin im Freistaat Bayern werden.
Wäre auch gern "gekrönt" - Aigner will angeblich Regierungschefin im Freistaat Bayern werden.(Foto: dpa)
Samstag, 18. November 2017

Votum der CSU-Mitglieder: Aigner drängt in die erste Reihe

Wenige Wochen vor dem CSU-Parteitag bringt sich das Spitzenpersonal in Stellung. Erst lässt sich Bayerns Finanzminister Söder von der Parteijugend nach vorn schieben. Nun legt das Umfeld von Wirtschaftsministerin Aigner nach.

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will nach Medienberichten den CSU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 per Urwahl bestimmen lassen und selbst ins Rennen gehen. Aigner habe diesen Plan mehreren Parteifreunden mitgeteilt, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf das Umfeld Aigners. Sie halte sich aber an die Vorgabe, vor dem CSU-Parteitag Mitte Dezember öffentlich keine Personalien zu diskutieren. Auch die "Passauer Neue Presse" berichtete, die Chefin des mächtigen CSU-Bezirks Oberbayern habe sich für eine Urwahl ausgesprochen.

Ministerpräsident Horst Seehofer sagte vor Beginn der Jamaika-Sondierungen in Berlin: "Wir reden jetzt über die Regierungsbildung in Berlin und nicht über Personalfragen und Verfahrensfragen." Er verwies auf den CSU-Vorstandsbeschluss, dass für die Dauer der Gespräche in Berlin keine CSU-Personaldebatte erfolgen solle. "So lange wir hier über die historische Frage reden, ob eine Regierungsbildung möglich ist, beteilige ich mich nicht an Personaldiskussionen", sagte Seehofer. "Dabei bleibt's."

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber sagte der "Passauer Neuen Presse", er sei "überrascht" von dem Personal- und Verfahrensvorschlag noch während der Sondierungsgespräche in Berlin. Persönlich finde er, ein Mitgliederentscheid sei "natürlich überlegenswert". Allerdings dauere das viele Monate und könne erst vom neuen Vorstand gestartet werden. "Das bedeutet viele Monate Selbstbeschäftigung und inneren Wahlkampf mit allen möglichen Belastungen", sagte Huber. "Das muss man deshalb sehr gründlich prüfen."

In der Debatte um die Seehofer-Nachfolge war es in den vergangenen Wochen vor allem um Finanzminister Markus Söder gegangen. Die bayerische Junge Union hatte sich Anfang November offen gegen Seehofer gestellt und einen personellen Neuanfang gefordert. Die CSU hatte bei der Bundestagswahl nur 38,8 Prozent der Stimmen erreicht. Die Partei befürchtet nun bei der Landtagswahl in Bayern den Verlust ihrer absoluten Mehrheit. Kommenden Monat werden auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg ein neuer Parteichef sowie ein neuer Vorstand gewählt.

Quelle: n-tv.de