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Armee erschießt Flüchtlinge Aktivisten: Grenzer töten syrische Kinder

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Millionen Syrer haben der Türkei bereits Zuflucht gefunden. Für Neuankommende ist die Grenze jedoch geschlossen.

(Foto: AP)

Sie wollten sich vor den Kämpfen in ihrer Heimat in Sicherheit bringen. Doch für mindestens acht Mitglieder einer syrischen Familie endet die Flucht bereits an der türkischen Grenze mit einer Tragödie.

Türkische Grenzsoldaten haben nach Angaben von Aktivisten mindestens acht syrische Flüchtlinge erschossen, darunter vier Kinder. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, teilweise schwer, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Gruppe war demnach vor Gefechten um die nordsyrische Stadt Manbidsch in der Provinz Aleppo auf der Flucht. Die Gruppe gelangte der Beobachtungsstelle zufolge über die nordwestliche Provinz Idlib an die Grenze zur Türkei. Dort hätten türkische Soldaten das Feuer eröffnet. Es soll sich größtenteils um Mitglieder einer Großfamilie gehandelt haben.

Die in der Syrische Nationalen Koalition zusammengeschlossenen Gegner von Staatschef Baschar al-Assad gaben die Zahl der Todesopfer mit elf an. Das von der Türkei unterstützte Bündnis mit Sitz in Istanbul sprach von einer "fürchterlichen Tragödie". Die Tötung "schutzloser Syrer" widerspreche der "Gastfreundschaft der türkischen Regierung und des türkischen Volkes".

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle erschossen türkische Grenzsoldaten seit Jahresbeginn mindestens 60 Menschen, alles Zivilisten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf den Grenzsoldaten in einem im Mai vorgelegten Bericht vor, syrische Flüchtlinge mit tödlicher Waffengewalt an der Einreise in die Türkei zu hindern. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bestreitet das, und die türkische Armee beharrt darauf, lediglich auf bewaffnete Schmuggler, nicht auf Zivilisten zu schießen.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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