Politik

Protest gegen China-Führung Aktivisten bestreiken Hongkongs U-Bahn

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Mundschutz ist in Hongkong ganz normal, hilft aber auch den Demonstranten beim Verschleiern.

(Foto: dpa)

Ungeachtet der Einschüchterungsversuche hält die Oppositionsbewegung in Hongkong ihren Protest aufrecht. Am Samstag eskalieren die Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dennoch folgen zum Wochenstart neue Aktionen, die nicht nur den morgendlichen Berufsverkehr durcheinanderwirbeln.

Mitten im Berufsverkehr haben Demokratie-Aktivisten in Hongkong mit Protestaktionen an U-Bahnhöfen Chaos ausgelöst. Schwarz gekleidete Demonstranten hielten U-Bahnen von der Weiterfahrt ab und sorgten so für erhebliche Verspätungen. Die Protestbewegung rief außerdem zu einem neuen Generalstreik auf.

Für den Nachmittag kündigten prodemokratische Studenten eine Demonstration an. An den Universitäten in der chinesischen Sonderverwaltungszone soll heute der Unterricht nach der Sommerpause wieder beginnen. In der Protestbewegung engagierte Studenten planen jedoch einen zweiwöchigen Uni-Boykott. Vor etlichen Schulen in der chinesischen Sonderverwaltungszone bildeten Schüler vor Unterrichtsbeginn zudem lange Menschenketten. Einige trugen Gasmasken, Helme und Schutzbrillen, mit denen sich die Hongkonger Aktivisten vor dem Tränengas der Polizei schützten.

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massenproteste für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die Demonstranten fürchten eine zunehmende Beschneidung ihrer im Vergleich zu Festland-China größeren bürgerlichen Freiheiten.

Eskalation am Wochenende

Die neue Protestaktion an den U-Bahnhöfen folgte auf ein von schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten geprägtes Wochenende. Am Samstag war eine Kundgebung eskaliert, als einige Demonstranten auf einer Hauptverkehrsstraße nahe dem Hongkonger Polizeihauptquartier eine Barrikade in Brand setzten. Die Polizei setzte Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer mit blauer Farbe gegen die Demonstranten ein.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte eine Untersuchung der Polizeigewalt. Am Sonntag blockierten Aktivisten erneut mehrere Verkehrsverbindungen zum Flughafen; mindestens ein Dutzend Flüge wurden gestrichen.

Mit Blick auf den Aufruf der Protestbewegung zu einem erneuten Generalstreik am heutigen Montag warnte die Hongkonger Airline Cathay Pacific ihre Mitarbeiter davor, ihre Arbeit niederzulegen. Ein Generalstreik am 5. August, bei dem das Leben in der ansonsten emsigen Metropole nahezu stillstand, war von der Gewerkschaft der Flugbegleiter unterstützt worden. Cathay Pacific hat seither mindestens vier Mitarbeitern gekündigt, die die Protestbewegung unterstützten.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP