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Frankreich erlässt Dekret Akw Fessenheim schließt - aber erst 2019

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In dem 1977 in Betrieb genommenen Atomkraftwerk kommt es immer wieder zu Pannen und Zwischenfällen.

(Foto: REUTERS)

Das nahe an der Grenze zu Deutschland gelegene französische Akw Fessenheim soll schließen. Dies besagt ein nun veröffentlichtes Dekret. Doch bis dahin könnte es noch etwas dauern - weil erst ein Druckwasserreaktor fertig werden muss.

In Frankreich ist ein Dekret zur Stilllegung des umstrittenen Atomkraftwerkes Fessenheim erlassen worden. Die entsprechende Anordnung wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Allerdings macht das Dekret die Schließung des Akw unweit der Grenze zu Deutschland von der Inbetriebnahme eines modernen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville abhängig. Diese dürfte frühestens 2019 erfolgen.

Der EPR-Reaktor in Flamanville hätte ursprünglich schon 2012 in Betrieb gehen sollen, bei seinem Bau traten aber immer neue Schwierigkeiten auf. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte ursprünglich versprochen, die beiden 40 Jahre alten Reaktoren von Fessenheim bis Ende 2016 abzuschalten.

Umweltministerin Ségolène Royal würdigte das Dekret zur Stilllegung als Beitrag zur Energiewende, die Frankreichs Abhängigkeit von der Atomkraft verringern soll. Der Beschluss zur Schließung von Fessenheim könnte allerdings von einer künftigen Regierung durch eine Gesetzesänderung rückgängig gemacht werden, dies hatte Royal bereits selbst eingeräumt.

Der Verwaltungsrat des Stromkonzerns EDF hatte am Donnerstag beschlossen, dass ein Antrag auf einen Entzug der Betriebserlaubnis von Fessenheim erst "in den sechs Monaten" vor der Inbetriebnahme des Flamanville-Reaktors eingereicht werden soll.

In Deutschland sorgte dies für scharfe Kritik: Das Bundesumweltministerium sprach von einer "großen Enttäuschung" und forderte die französische Regierung auf, eine Stilllegung von Fessenheim "zügig" einzuleiten. Umweltministerin Royal sagte daraufhin zu, ein Dekret zur Stillegung des Akw zu erlassen.

In dem ältesten französischen Atomkraftwerk, das 30 Kilometer südwestlich von Freiburg liegt, gibt es immer wieder Pannen und Zwischenfälle. Kritiker verweisen zudem auf das Erdbebenrisiko in der Region und die Gefahr einer Überschwemmung bei einem Bruch des Dammes, der das Akw vom Rheinkanal trennt.

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Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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