Politik
Albig bei seiner Stimmabgabe in Kiel.
Albig bei seiner Stimmabgabe in Kiel.(Foto: REUTERS)
Sonntag, 07. Mai 2017

Schleswig-Holstein wählt: Albig traut den Umfragen nicht

Die letzten Umfragen weisen auf einen knappen Wahlausgang in Schleswig-Holstein hin. Ministerpräsident Albig dagegen gibt seine eigene Stimme siegesgewiss ab. Und hält nicht viel von den Ergebnissen der Meinungsforschungsinstitute.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hat sich bei seiner Stimmabgabe für die Landtagswahl optimistisch gezeigt. Der SPD-Politiker kam am Mittag in Kiel in Begleitung seiner Lebensgefährtin ins Wahllokal und sagte: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gewinnen, weil alle Umfragen bei den letzten Landtagswahlen immer falsch waren - und zwar frappierend falsch."

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In den Umfragen lag die CDU zuletzt vorne. Dem Ausgang der Wahl schaue er deshalb mit "großer Gelassenheit, mit Fröhlichkeit, mit Demut" entgegen, so Albig. Er hofft auf einen klaren Wahlsieg der SPD, um die seit 2012 regierende Koalition mit den Grünen und dem SSW fortsetzen zu können. Nach früheren Aussagen erwartet Albig für seine SPD 35 Prozent und einen deutlichen Vorsprung vor der von Daniel Günther geführten CDU.

Seit 08.00 Uhr am Sonntagmorgen können die rund 2,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Nach jüngsten Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und der CDU ab. Demnach muss die SPD um die Fortsetzung der Koalition mit Grünen und der Partei der dänischen und friesischen Minderheit SSW bangen.

Schleswig-Holsteiner zieht es an die Urnen

Insgesamt 13 Parteien treten mit einer Landesliste an. Die AfD hat erstmals Chancen, in den schleswig-holsteinischen Landtag einzuziehen. Die Linke, die bereits von 2009 bis 2012 im Landtag vertreten war, kann laut Umfragen knapp auf den Wiedereinzug hoffen. Die rund 2600 Wahllokale schließen um 18.00 Uhr. Unmittelbar danach werden erste Prognosen und Hochrechnungen erwartet.

Sollte es nach der Wahl für eine Neuauflage der jetzigen Koalition nicht reichen, kämen mehrere neue Varianten infrage. Eine sogenannte Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen wäre ebenso denkbar wie ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP oder eine große Koalition aus SPD und CDU. Albig hat auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht ausgeschlossen. Deren Einzug in den Landtag ist nach den Umfragen aber fraglich - klar bessere Chancen hat die AfD. Bei dieser Landtagswahl dürfen erstmals schon 16-Jährige ihre Stimme abgeben. Zu den dominierenden Themen im Wahlkampf gehörten die Bildungspolitik, der Zustand der Infrastruktur und der Ausbau der Windenergie.

Bis zum Mittag zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Bis 11.00 Uhr hatten bereits 21,55 Prozent der gut 2,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie der Landeswahlleiter am Sonntag mitteilte. 2012 hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt 17,7 Prozent betragen, 2009 waren es 25,9 Prozent.

Quelle: n-tv.de