Politik

CDU-Kooperation mit Linken Althaus für "Projektregierung" in Thüringen

11128458.jpg

Dieter Althaus war von 2003 bis 2009 Thüringens Ministerpräsident (Archivbild).

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Sechs Jahre lang war Dieter Althaus für die CDU Ministerpräsident von Thüringen. In der derzeitigen verfahrenen politischen Lage fordert er seine Partei auf, neue Formen der Zusammenarbeit mit der Linken zu suchen. Sogar einen Vermittler zwischen den Parteien schlägt er vor.

Angesichts der schwierigen Mehrheitsverhältnisse nach der Landtagswahl in Thüringen hat Ex-Ministerpräsident Dieter Althaus von der CDU seine Partei zu neuen Formen der Kooperation mit der Linken aufgefordert. In der "Thüringer Allgemeinen" schlug er eine gemeinsame "Projektregierung" zwischen CDU und Linken vor. Zugleich regte er an, dass Ex-Bundespräsident Joachim Gauck bei derartigen Gesprächen zwischen beiden Parteien vermitteln könne.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow lobte den Vorstoß. "Ich begrüße jede Bewegung in der CDU, die am Ende zu einer verlässlichen Regierungsarbeit führt", sagte der Linken-Politiker der Zeitung. Ramelow will nach der Wahl vom Oktober eine Minderheitsregierung aus Linken, SPD und Grünen schmieden. Diese wäre allerdings fallweise auf die Unterstützung von Oppositionsparteien angewiesen.

Ramelow wirbt bereits seit Längerem für neue Formen der Zusammenarbeit des geplanten rot-rot-grünen Bündnisses mit CDU und FDP im Erfurter Landtag bei konkreten Vorhaben, während er zugleich jegliche Kooperation mit der AfD ausschließt. Eine potenzielle Zusammenarbeit zwischen Linken, CDU und FDP wäre ein enormer Einschnitt. Die Parteien trennt ein tiefer programmatischer Graben.

Bei der Landtagswahl am 27. Oktober war die Linkspartei stärkste Kraft geworden. Die CDU kam hinter der AfD mit starken Verlusten auf den dritten Platz. Neben SPD und Grünen zog die FDP in das Landesparlament ein. Die Mehrheitsverhältnisse sind extrem kompliziert, die Regierungsbildung dauert an. Ramelow bleibt so lange laut Landesverfassung noch geschäftsführend im Amt. Eine Frist für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten gibt es nicht.

Nach aktuellem Stand wollen Linke, SPD und Grüne die Gespräche über die Bildung einer Minderheitsregierung in den kommenden Wochen fortsetzen. Ramelow plant nach eigenen Angaben, sich spätestens Ende Februar im Landtag erneut als Ministerpräsident wählen zu lassen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen