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Von Storch kritisiert Konzert Altmaier kontert AfD-Tweet mit Gedicht

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Beatrix von Storch sorgte mit einem Tweet erneut für Aufsehen.

imago/Sven Simon

In Chemnitz feiern mehr als 65.000 Menschen beim Protestkonzert gegen Rechts. AfD-Politikerin von Storch pöbelt auf Twitter gegen die Besucher, sie seien "Merkels Untertanen". Wirtschaftsminister Altmaier antwortet lyrisch - mit einem Zweizeiler.

In Reimform hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier einen umstrittenen Tweet der stellvertretenden AfD-Fraktionschefin Beatrix von Storch gekontert. Sie hatte über das Protestkonzert gegen Rechts am Montagabend in Chemnitz geschrieben: "Ihr seid nicht mehr. Ihr seid Merkels Untertanen, ihr seid abscheulich - und ihr tanzt auf Gräbern." Dazu schrieb der Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel ebenfalls auf Twitter: "Die Mehrheit sind nicht die, die schreien. Ihr spaltet und zerstöret immerfort. Humanität ist stärker als Euer garstig Wort." Zu dem Konzert gegen Rassismus waren 65.000 Zuschauer gekommen.

Nicht nur der CDU-Politiker äußerte via Twitter seinen Unmut über die AfD-Politikerin. Comedian Oliver Kalkofe fragte von Storch, wie man sich als aufrechter Bürger und Politiker im Dienste des Deutschen Volkes dagegen wehren könne, wenn Menschen sich friedlich ohne Nazi-Symbolik in Gedenken treffen und Spenden für die Opfer sammeln. "So viel boshafter Zynismus ist nur schwer nachzuvollziehen", schrieb er.

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Unter dem Motto "#wirsindmehr" spielten in Chemnitz Bands wie die Toten Hosen, Kraftklub sowie die Rapper Marteria und Casper. Mit einer Schweigeminute wurde zu Beginn der Veranstaltung an den 35-jährigen Deutschen erinnert, dessen gewaltsamer Tod Auslöser der Vorfälle wurde. Tatverdächtig sind ein Syrer und ein Iraker, die in Haft sitzen.

In Chemnitz war es zuvor tagelang zu Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis und Gegnern der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sowie zu Gegenprotesten gekommen. Der gemeinsame Demonstrationszug von AfD und Pegida am Samstag gibt der Debatte über eine Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz neue Nahrung.

Davon unabhängig nehmen der niedersächsische und der Bremer Verfassungsschutz jetzt den AfD-Nachwuchs ins Visier. Im Zusammenhang mit den Protesten und Demonstrationen gibt es bisher 51 Ermittlungsverfahren. Meist sind die Täter unbekannt, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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