Politik

Deutschland im "Aufholprozess" Altmaier skeptisch bei Teslas Fusionsplänen

Für die Tesla-Pläne in Deutschland hat Wirtschaftsminister Altmaier nur lobende Worte, doch bei etwaigen Fusionen gibt er sich reserviert. Deutschland habe eine starke Autoindustrie, sagt Altmaier bei ntv. "Dazu passt Tesla, aber das muss nicht unbedingt zu Fusionen und größeren Zusammenschlüssen führen."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich positiv zu den Plänen von Tesla-Chef Elon Musk in Deutschland geäußert, aber auch gesagt, man werde "sorgfältig" mit den Ankündigungen des Elektro-Autobauers umgehen.

"Wir alle sind froh, dass Elon Musk und Tesla Milliarden in Deutschland investieren und Tausende von Arbeitsplätzen schaffen. Das stärkt die Automobilindustrie insgesamt", sagte der CDU-Politiker ntv. Musk hatte sich im Rahmen einer Preisverleihung am Dienstagabend offen über mögliche Fusionen mit anderen Herstellern gezeigt. In diesem Punkt zeigte Altmaier sich skeptisch: "Über Fusionen und Zusammenarbeit müssen betroffene Unternehmen entscheiden. Ich habe nicht den Eindruck, dass da konkrete Vorhaben anstehen. Aber der Staat hat nicht die Rolle, Unternehmen vorzuschreiben, wie sie arbeiten."

In Deutschland habe man traditionell eine starke Autoindustrie mit einem weltweit hohen Ansehen, so Altmaier. "Dazu passt Tesla, aber das muss nicht unbedingt zu Fusionen und größeren Zusammenschlüssen führen."

Deutsche Hersteller "in einem Aufholprozess"

Altmaier hatte im November angekündigt, dass Tesla für seine erste europäische Batterie-Fabrik im brandenburgischen Grünheide mit einer "beträchtlichen Förderung" rechnen könne. Der konkrete Betrag werde von der Europäischen Kommission und der Bundesrepublik Deutschland festgelegt, wenn feststehe, in welchem Umfang Musk in innovative und neue Produkte investiere. So wie andere Unternehmen auch, könne Musk, "wenn er das so tut, wie er es vorgesehen hat, eine beträchtliche Förderung erwarten". Diese Klarheit brauche man auch, bevor die Gelder fließen: "Deswegen werden wir sehr sorgfältig mit allen Ankündigungen umgehen", bekräftigte Altmaier und fügte hinzu: "Ich bin aber ganz sicher, dass Elon Musk die Aussage, dass er möglicherweise die größte Batteriefabrik weltweit in Brandenburg bauen möchte, nicht aus heiterem Himmel gemacht hat. Ich kenne Herrn Musk seit vielen Jahren und ich weiß, dass er strategische Entscheidungen sehr gut überlegt und sie meistens auch umsetzt."

Auf die Frage, ob es in Deutschland erst einen amerikanischen Hersteller brauche, um vorzumachen, wie Batterie-Fertigung funktioniere, sagte Altmaier: "Wir haben in Deutschland die ersten Elektroautos gebaut und dann haben wir eine Zeit lang vergessen, wie man das macht." Nun sei man "in einem Aufholprozess". Er habe aber "keine Zweifel", dass in Deutschland in den nächsten Jahren und Jahrzehnten "mit die besten und erfolgreichsten" Elektroautos gebaut werden könnten: "Gerne von Elon Musk, aber nicht nur. Wir wollen auch, dass unsere traditionellen Automarken auf diesem Feld erfolgreich sind."

Quelle: ntv.de, psa