Politik
Bei der Nato habe Berlin insgesamt 82 Jets (hier ein Archivbild) für Krisenfälle zugesagt.
Bei der Nato habe Berlin insgesamt 82 Jets (hier ein Archivbild) für Krisenfälle zugesagt.(Foto: picture alliance / Bernd Wüstnec)
Mittwoch, 02. Mai 2018

Nato-Pflichten unerfüllbar: Angeblich nur vier kampfbereite "Eurofighter"

Erst stimmt das kalkulierte Budget nicht, dann gibt es Zweifel an der Einsatzbereitschaft: Offenbar hat die Bundeswehr derzeit nicht einmal eine Handvoll kampffähiger "Eurofighter". Die Truppe arbeite mit Hochdruck an dem Problem.

Die Bundeswehr hat nach einem "Spiegel"-Bericht massive Probleme mit der Einsatzbereitschaft ihrer Kampfjets vom Typ "Eurofighter". Wegen technischer Schwierigkeiten beim Selbstschutzsystem seien nur rund zehn Jets für echte Einsätze startklar. Weil die Luftwaffe nur über kleine Bestände an Bewaffnung für den "Eurofighter" verfüge, könnten derzeit sogar nur vier Jets für reale Missionen eingesetzt werden, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf interne Berechnungen der Luftwaffe.

Deutschland könne wegen der mangelhaften Einsatzbereitschaft seine militärischen Zusagen an die Nato nicht mehr erfüllen. Bei der Nato habe Berlin insgesamt 82 Jets für Krisenfälle zugesagt. Die Bundeswehr habe auf Anfrage die neuen technischen Probleme bestätigt, allerdings nicht die konkreten Zahlen. Diese seien als geheim eingestuft. Ein Sprecher sagte, man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung.

Erst vor wenigen Tagen waren Forderungen der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen publik geworden, wonach die CDU-Politikerin deutlich mehr Geld in den laufenden Haushaltsverhandlungen fordert. SPD-Finanzminister Olaf Scholz hat für die Jahre bis 2021 nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" (BamS) sechs Milliarden Euro weniger eingeplant, als von der Verteidigungsministerin beansprucht. Insgesamt soll von der Leyen zwölf Milliarden Euro mehr fordern als der vorherige Finanzminister Wolfgang Schäuble in seinem Entwurf vom vergangenen Sommer vorsah.

Sieben Piloten quittieren Dienst

Doch Schäubles Nachfolger will dem Bericht zufolge nur etwa sechs Milliarden Euro zusätzlich ausgeben. Als erste Details der Finanzpläne bekannt wurden, machte das Verteidigungsministerium umgehend Druck: "Mindestens eines der verabredeten großen internationalen Rüstungsprojekte" müsse unter diesen Umständen wohl erst einmal auf Eis gelegt werden, ließ von der Leyen verlauten - "so schmerzhaft es ist". Bei der Digitalisierung und der persönlichen Ausrüstung jedenfalls sollten keine Abstriche gemacht werden.

Und nicht nur das fehlende Geld bereitet der Bundeswehr gerade Sorgen. Sieben "Eurofighter"-Piloten haben dem BamS-Bericht zufolge in den vergangenen Wochen ihren Dienst bei der Bundeswehr quittiert. Für die Truppe sei dies ein teurer Verlust, da die Ausbildung der Piloten pro Kopf etwa fünf Millionen Euro koste. Mit Fluglehrern und Einsatz-Crews gibt es laut dem Blatt insgesamt etwa 120 "Eurofighter"-Piloten. Einen Sprecher der Luftwaffe zitiert das Blatt mit den Worten: "Die Kündigungen sind bedauerlich. Unsere Einsatzbereitschaft ist dadurch aber nicht gefährdet."

Quelle: n-tv.de