Politik
Kerzen für die Opfer brennen im Kölner Dom.
Kerzen für die Opfer brennen im Kölner Dom.(Foto: AP)
Sonntag, 19. April 2015

Germanwings-Katastrophe: Angehörige prüfen US-Klage

Noch immer warten offenbar 33 Familien von Opfern des Germanwings-Absturzes auf Soforthilfe. Für sie ergäben sich zum Teil "existenzbedrohende Situationen", so ein Rechtsanwalt. Hinterbliebene wenden sich nun auch an Anwälte in den USA.

Deutsche Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe prüfen, ob sie vor einem Gericht in den USA auf Schadensersatz klagen können. "Wir haben Gespräche mit den Anwälten amerikanischer Hinterbliebenen geführt", sagte Professor Elmar Giemulla, der unter anderem die Angehörigen der 16 getöteten Schüler aus Haltern vertritt, der "Bild am Sonntag". Dazu seien Gespräche mit den Anwälten amerikanischer Hinterbliebener geführt worden.

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"Die amerikanischen Kollegen werden für uns einen Antrag stellen", sagte Giemulla. "Dann entscheidet ein US-Richter, ob auch die deutschen Hinterbliebenen ihre Forderungen in den Vereinigten Staaten geltend machen dürfen."

Hintergrund ist dem Bericht zufolge, dass im Gegensatz zu den USA das deutsche Recht in der Regel keinen emotionalen Schadensersatz für Hinterbliebene von Flugzeug-Abstürzen vorsieht. In den USA würden durchschnittlich Schadensersatzzahlungen von rund 4,5 Milliarden Euro gewährt.

Dem Blatt zufolge soll es in der nächsten Wochen erste Gespräche über eine außergerichtliche Einigung geben. "In der Vergangenheit haben Airlines deutschen Angehörigen so zwischen 100.000 und 1,5 Millionen Euro zugesprochen", so Giemulla.

Der "Bild am Sonntag" zufolge haben bislang 111 Familien eine Soforthilfe in Höhe von 50.000 Euro bekommen. Sobald der Anspruch nachvollziehbar sei, zahle man, sagte ein Sprecher der Lufthansa. 33 Familien haben aber offenbar noch keine Unterstützung erhalten. "Für sie ergeben sich zum Teil existenzbedrohende Situationen", sagte Rechtsanwalt Christof Wellens dem Blatt.

Bei dem Airbus-Absturz auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf waren am 24. März alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Copilot der Germanwings-Maschine soll den Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und das Flugzeug dann absichtlich zum Absturz gebracht haben.

Quelle: n-tv.de

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