Politik

Grüner Amtsinhaber abgewählt Angreifer verletzt Freiburgs neuen OB Horn

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Der neue Freiburger Oberbürgermeister: Martin Horn: Hier wenige Stunden vor dem tätlichen Angriff.

(Foto: dpa)

Tätlicher Angriff auf der Wahlparty: Kurz nach seiner Wahl zum neuen Oberbürgermeister von Freiburg wird der parteilose Politiker Martin Horn zur Zielscheibe der Gewalt. Ein bislang unbekannter Attentäter greift Deutschlands jüngsten Großstadt-Rathauschef an.

Der neue Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn ist kurz nach seinem Wahlsieg angegriffen und verletzt worden. Der 33-Jährige wurde bei seiner Wahlparty am Abend attackiert, wie ein Sprecher der Polizei in Freiburg bestätigte.

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Eine Tat, die nicht nur die Freiburger schockiert: Mit einem Eisbeutel an der Wange begibt sich Martin Horn (l.) zu einem Rettungswagen, um sich einer ersten Behandlung zu unterziehen.

(Foto: dpa)

Ein 54 Jahre alter Tatverdächtiger sei vorläufig festgenommen worden, teilten die Behörden mit. Horn sei ins Gesicht geschlagen worden. Die Folge seien ein ausgeschlagener Zahn und eine Wunde unter dem Auge. Auf ersten Bildern aus Freiburg war zu erkennen, wie der Politiker in Begleitung von Polizeibeamten zu einem Rettungswagen gebracht wird.

Horn sei zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Freiburger Polizei mit. Hintergründe der Tat sowie das Motiv des Angreifers seien noch nicht bekannt.

Niederlage für die Grünen

Der parteilose Sozialwissenschaftler Horn war bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag als überparteilicher Kandidat angetreten und hatte die Wahl mit 44,2 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Damit kann er zum 1. Juli die Nachfolge des Grünen-Politikers Salomon antreten. Der 33-Jährige gebürtige Pfälzer gewann die Wahl mit einem Vorsprung von 13 Prozentpunkten vor dem bisherigen Amtsinhaber. Horn ist nach eigenen Angaben der jüngste Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt.

Horns Wahlsieg stellt für die Universitätsstadt und einstige Grünen-Hochburg im Südwesten Baden-Württembergs eine politische Zäsur dar: Der 57-jährige Salomon hatte das Amts des Freiburger Oberbürgermeisters die vergangenen 16 Jahre lang inne. Er war erster grüner Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt.

"Martin Horn ist der Sieger"

Salomon hatte bereits vorab angekündigt, im Falle einer Wahlniederlage in den politischen Ruhestand gehen zu wollen. "Für mich beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt", sagte er am Wahlabend. Nach vielen Jahren als Berufspolitiker verlasse er nun seine politischen Ämter. Es sei ihm nicht gelungen, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen. "Martin Horn ist der Sieger", sagte Salomon. Dies müssten er und seine Unterstützer anerkennen.

Horn, Europa- und Entwicklungskoordinator bei der Stadt Sindelfingen, hatte sich bereits im ersten Wahlgang vor Salomon an die Spitze gesetzt. Das Wahlergebnis wurde als Schlappe für die Grünen und die CDU gewertet - die beiden Parteien hatten sich für Salomons Wiederwahl stark gemacht. Horn hatte im Wahlkampf die SPD unterstützt.

Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 51,7 Prozent. Freiburg ist mit rund 230.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Vor Salomon hatte 40 Jahre lange die SPD den Oberbürgermeister in Freiburg gestellt.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa