Angriff auf RaketenanlagenUSA bringen Bunkerbrecher an der Straße von Hormus zum Einsatz

Hunderte Tanker und Frachter liegen am Persischen Golf fest, weil die Straße von Hormus derzeit unpassierbar ist. Jetzt nehmen die USA iranische Raketenstellungen in der Region mit einer Waffe ins Visier, die zuletzt im Zwölf-Tage-Krieg im vergangenen Sommer im Einsatz war.
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen. "Mehrere" der Tiefenpenetrationsbomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien "erfolgreich eingesetzt" worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit.
Die Spezialmunition mit besonderer Durchdringungskraft kommt etwa bei Angriffen auf besonders verstärkte Einrichtungen oder unterirdische Bunkeranlagen zum Einsatz. Als die USA im vergangenen Juni in den Krieg zwischen Israel und dem Iran einstiegen, ging die Luftwaffe mit bunkerbrechenden Bomben gegen iranische Atomanlagen vor. Nach Angaben des US-Militärs zielte der Angriff nun auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten "eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge" dargestellt.
Die Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine wichtige Ader für den internationalen Handel mit Öl und Flüssiggas. Teheran hat infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran mehrfach gedroht, dort passierende Schiffe anzugreifen. Der Schiffsverkehr in der Meerenge ist seit Kriegsbeginn vor rund zweieinhalb Wochen praktisch zum Erliegen gekommen. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter liegen in der Region fest. Nach Daten der International Maritime Organisation (IMO) hat der Iran bislang 16 Handelsschiffe attackiert, dabei gab es Verletzte und mehrere Tote.
Für eine von US-Präsident Trump gewünschte Eskorte durch die Straße von Hormus gibt es derzeit keine internationale Unterstützung. An der engsten Stelle ist die Meerenge nur 25 bis 40 Kilometer breit. Entsprechend wenig Raum bliebe 200 bis 400 Meter langen Tankern wie auch Kriegsschiffen für Manöver. Das Gebiet "bevorzugt den Angreifer", erklärte der Schiffsmakler SSY dem Branchendienst Argus Media.