Politik

Neue Erkenntnisse nach Anhörung Anis Amri soll Mitwisser gehabt haben

105095154.jpg

Der Weihnachtsmarktattentäter Anis Amri soll im Vorfeld des Anschlags über seinen Plan gesprochen haben.

(Foto: picture alliance / -/Bundeskrimi)

Bisher gingen die Behörden davon aus, dass Anis Amri ein Alleintäter war. Nun berichtet der Chef des Berliner LKA dem Untersuchungsausschuss: Es gab wohl einen Mitwisser, der von den Anschlagsplänen auf den Berliner Weihnachtsmarkt wusste.

Der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz hat nach einem Medienbericht einen islamistischen Gefährder in seine Anschlagspläne eingeweiht. Darüber habe der Leiter des Berliner Landeskriminalamtes (LKA), Christian Steiof, in nichtöffentlicher Sitzung den Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses informiert, berichten RBB, "Berliner Morgenpost" und das ARD-Politikmagazin "Kontraste" unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung.

Der LKA-Chef schilderte demnach, dass drei sogenannte Vertrauenspersonen seiner Behörde Kontakt zum Attentäter Anis Amri hatten, zwei von ihnen seien im Drogenmilieu eingesetzt gewesen. Einer der dieser beiden Informanten habe Mitarbeitern der Anti-Terroreinheit des LKAs von einem Gespräch mit einem Mann namens Feysal H. berichtet, der der Behörde bekannt sei und von dieser als Gefährder eingestuft werde. Den Berichten zufolge soll es sich um einen wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung vorbestraften Mann handeln.

Im Gespräch mit der V-Person habe H. gesagt, Amri habe ihn in seine Anschlagspläne eingeweiht. Nach Angaben von Teilnehmern der Sitzung versicherte LKA-Chef Steiof, dass seine Behörde erst nach dem Anschlag von der V-Person erfahren habe, dass ihr der Terrorplan Amris bekannt gewesen sei, so die Medien. Bislang waren die Behörden in offiziellen Darstellungen immer von einem Alleintäter ausgegangen.

Unklar blieb aber, wann H. von Amris Anschlagsplänen erfuhr und wann die V-Person von H. informiert wurde. Damit ist auch unklar, ob das LKA vor dem Attentat mit 12 Toten und zahlreichen Verletzten von den Anschlagsplänen hätte erfahren können. Der bislang schwerste islamistische Anschlag in Deutschland jährt sich am 19. Dezember zum zweiten Mal.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa/AFP

Mehr zum Thema