Politik

Unterstützung von General Haftar Ankara wirft Frankreich "Chaos in Libyen" vor

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General Chalifa Haftar kämpft gegen die von den Vereinten Nationen anerkannte Einheitsregierung in Tripolis.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Türkei unterstützt die libysche Einheitsregierung, Frankreich dagegen den Rebellengeneral Haftar. Die beiden Länder machen einander heftige Vorwürfe - und kritisieren einander teils mit derselben Wortwahl.

Die türkische Regierung hat Frankreich ein "gefährliches Spiel in Libyen" und die Unterstützung "illegaler Strukturen" vorgeworfen. Wegen seiner Unterstützung für den General Chalifa Haftar trage Paris eine "große Verantwortung für das Chaos, in das Libyen gezerrt" worden sei, erklärte ein Sprecher des türkischen Außenministeriums. Das Ministerium folgte damit dem Wortlaut einer Erklärung aus dem Elysée-Palast vom Vortag, in der Präsident Emmanuel Macron das türkische Engagement in Libyen als inakzeptables "gefährliches Spiel" bezeichnet hatte.

Der Ministeriumssprecher Hami Aksoy warf Macron vor, "gesunden Menschenverstand" vermissen zu lassen. Andernfalls wäre dem französischen Staatschef klar, "dass die Probleme, die Libyen derzeit durchmacht, auf die Angriffe des Putschisten Haftar zurückzuführen sind, den er unterstützt", erklärte er weiter. Die Anschuldigungen Macrons gegenüber Ankara nannte der Sprecher "unbegründet". Stattdessen verfolge Frankreich in Libyen "selbstsüchtige Interessen".

Ankara steht im Libyen-Konflikt an der Seite der von den Vereinten Nationen anerkannten Einheitsregierung in Tripolis. Mit Unterstützung der Türkei starteten die Streitkräfte der Einheitsregierung Anfang des Monats eine Offensive auf die strategisch wichtige Stadt Sirte, die von Haftar gehalten wird. Frankreich wird vorgeworfen, in dem Konflikt Haftar zu unterstützen. Auch Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen hinter Haftar.

Quelle: ntv.de, jkl/AFP