Politik
"Ihr hättet mit uns rechnen sollen" twittern Anonymous.
"Ihr hättet mit uns rechnen sollen" twittern Anonymous.(Foto: Twitter.com/@KuKluxKlanUSA)
Dienstag, 18. November 2014

Hacker veröffentlichen Botschaft: Anonymous legt sich mit Ku-Klux-Klan an

Internet-Aktivisten haben den Twitter-Account des Ku-Klux-Klans übernommen - und sie erklären nun, was sie wollen: Die Aktion versteht sich als Reaktion auf Todesdrohungen. Die Hacker überlegen jetzt, Identitäten von Klan-Mitgliedern zu veröffentlichen.

Die Netzaktivisten von Anonymous haben den offiziellen Twitter-Account des Ku-Klux-Klans (KKK) übernommen. Das Profilbild zeigt das Anonymous-Logo - darunter ist zu lesen: "Seit 16. November 2014 09.11.47 Uhr in der Hand von Anonymous. Ihr hättet mit uns rechnen sollen."

Der Twitter-Account wurde von einem offiziellen Klan-Mitglied geführt, will Anonymous herausgefunden haben.
Der Twitter-Account wurde von einem offiziellen Klan-Mitglied geführt, will Anonymous herausgefunden haben.(Foto: twitter.com/KuKluxKlanUSA)

Der Hack ist eine Reaktion auf rassistische Drohungen des KKK bei Protesten in der US-Stadt Ferguson. Die Aktion trägt den Hashtag #OpKKK ("Operation Ku-Klux-Klan"). Bei Anti-Rassismus Protesten verteilten die Fremden-Hasser Flugblätter. Darauf wurden Demonstranten als Terroristen bezeichnet und es wurde dazu aufgefordert, mit Waffengewalt gegen sie vorzugehen. Die Proteste in Ferguson sind eine Reaktion auf den erschossenen schwarzen Teenager Michael Brown.

Den ersten Tweet, den Anonymous über den gehackten Acccount verschickt hatte, zeigte ein gehängtes KKK-Mitglied. Darunter ist zu lesen: "Ihr hättet mit uns rechnen sollen. #OpKKK ist weiterhin ein Erfolg. Freiheit wird siegen." In den Medien sorgte diese Nachricht für Kritik, denn viele Schwarze wurden in den vergangenen Jahrhunderten auf diese Art und Weise vom Ku-Klux-Klan ermordet.

"KKK ist eine terroristische Gruppierung"

Nun haben die Internet-Aktivisten eine weitere, erklärende Nachricht auf dem Twitter-Account des KKK veröffentlicht. Sie gehen auf Kritiken ein und verdeutlichen ihren Standpunkt: Der KKK sei eine terroristische Gruppierung mit Blut an den Händen. Deswegen seien sich die meisten Mitglieder von Anonymous darin einig, dass der KKK nicht mehr das Recht habe, seine "rassistischen und bigotten Standpunkte" gegenüber einer breiten Öffentlichkeit zu äußern.

Durch Direktnachrichten, die an @KuKluxKlanUSA gesendet worden seien, könne Anonymous belegen, dass der Account von einem offiziellen Mitglied der "Loyal White Knights of the Ku-Klux-Klan" betrieben werde, heißt es in der Botschaft. Ob die Identitäten von Mitgliedern, über die die Aktivisten Bescheid wüssten, offen gelegt würden, müsse von den Hackern intern noch diskutiert werden. Es sei nicht im Sinne von Anonymous, Unschuldige an den Pranger zu stellen.

Bis diese Entscheidung gefallen ist, wollen die Aktivisten den Account unberührt lassen - er könne weitere wichtige Informationen für die "Operation Ku-Klux-Klan" liefern, heißt es. Der Account soll nach Angaben von Anonymous gelöscht werden, sobald die Aktion "ein Erfolg" sei.

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Quelle: n-tv.de