Politik

Offensive in Syrien Anti-IS-Allianz nimmt Rakka ins Visier

A Syrian Democratic Forces (SDF) fighters sits on a vehicle in the north of Raqqa city, Syria February 3, 2017. Picture taken February 3,2017. REUTERS/Rodi Said

Kämpfer der SDF haben den Norden Rakkas erreicht - nun wollen sie die Stadt ganz einschließen.

(Foto: REUTERS)

Die Metropole am Euphrat gilt als inoffizielle Hauptstadt des IS: Nun will eine Allianz Rakka aus den Händen der Islamisten befreien - mit Hilfe der USA. Auch strategisch wäre ein Erfolg äußerst wichtig.

Eine von den USA unterstützte Anti-IS-Allianz hat nach eigenen Angaben die nächste Phase ihrer Offensive gegen die inoffizielle Hauptstadt der Islamisten in Syrien begonnen. Ziel sei es, Rakka komplett einzuschließen sowie die Verbindungsstraße zwischen Rakka und der ostsyrischen Stadt Deir al-Sor abzuschneiden, teilten die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) mit.

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IS-Hochburgen am Euphrat: Die Verbindungsstraße folgt dem Flusslauf.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Der Vorstoß werde von der US-geführten internationalen Koalition gegen den IS aus der Luft sowie durch Spezialkräfte unterstützt. Die Provinz Deir al-Sor wird in weiten Teilen von der Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert. Die gleichnamige Stadt liegt nahe der irakischen Grenze und ist besonders heftig umkämpft, weil sie Rakka und irakische Gebiete verbindet, die ebenfalls vom IS beherrscht werden. Mit der Kontrolle über die Straße würde die Allianz die Verbindung zwischen den beiden Hochburgen der Islamisten unterbrechen.

USA stellen Elitesoldaten

Die Offensive lokaler Milizen gegen den IS hatte im November begonnen. Die USA haben zur Unterstützung der SDF mehrere Hundert Elitesoldaten abgestellt. Sie sollen die Milizionäre ausbilden und beraten. Auch Frankreich unterstützt die Rebellen in dem Gebiet mit Militärberatern. Im Januar lieferten die USA zudem erstmals gepanzerte Fahrzeuge an die SDF für deren Vormarsch auf Rakka.

Die SDF ist ein mehrheitlich kurdischer Zusammenschluss mehrerer Milizen, zu der auch arabische Einheiten gehören. Den Streitkräften ist es gelungen, mit Hilfe von Luftangriffen der Anti-IS-Koalition die Islamisten aus dem Norden des Landes zu vertreiben.

Stärkste Kraft der SDF ist die Kurdenmiliz YPG, die das militärische Rückgrat der autonomen Gebiete bildet, die Kurden und Verbündete in Nordsyrien eingerichtet haben. Die YPG unterhält auch Verbindungen zur verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Quelle: ntv.de, mli/rts