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Brisantes Bin Laden-Dokument Arbeitet der Iran mit Al-Kaida zusammen?

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Wandbild in Teheran. Laut des Bin Laden-Dokuments stellt die Feindschaft gegen Amerika eine Gemeinsamkeit zwischen Al-Kaida und Iran dar.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Iran steht im Verdacht, eng mit Terrororganisationen zusammen zu arbeiten. US-Präsident Trump nennt das Land den größten Förderer des Terrorismus - und erntet Kritik. Ein Dokument aus dem Nachlass Bin Ladens könnte ihm recht geben.

Ein bisher unveröffentlichtes Dokument aus dem Nachlass Osama Bin Ladens soll neue Informationen über eine mögliche Kooperation zwischen Al-Kaida und der islamischen Republik Iran ans Licht gebracht haben. Die besagten 19 Seiten gehören Medienberichten zufolge zu den kürzlich von der CIA veröffentlichten 470.000 Dokumente aus dem Besitz des Führers und Mitbegründers der Terrororganisation. Die Unterlagen wurden im Mai 2011 während des Angriffs auf das Anwesen Bin Ladens beschlagnahmt und sind bis heute nicht vollständig ausgewertet.

Das Dokument soll angeblich einige der Vorwürfe aus Donald Trumps kämpferischer Iran-Rede vor einigen Wochen bestätigen. Der Präsident der USA hatte damals einen Umschwung in den politischen Beziehungen zum Iran angekündigt. Er bezeichnete das Land unter anderem als den "größten Förderer des islamistischen Terrorismus weltweit".

So habe das iranische Regime nach den 9/11-Anschlägen auf das Wold Trade Center hochrangigen Terroristen Zuflucht geboten, darunter auch Mitglieder der Familie Bin Ladens selbst. Tatsächlich flohen nach dem Attentat zahlreiche teils hochrangige Al-Kaida Mitglieder in den Iran. Laut eines Berichts der britischen Zeitung "The Independent" sorgten die zweifelhaften Gäste im Iran damals für politische Kontroversen: Während die iranische Regierung einige der Verdächtigen festnahm oder in ihr Herkunftsland zurückschickte, sollen die Revolutionsgarden, eine paramilitärische Organisation des Landes, offener für eine Kooperation gewesen sein.

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Trump erntet Kritik und könnte dennoch richtig liegen

Dass Iran und Al-Kaida in der Vergangenheit hin und wieder gemeinsame Sache gemacht haben sollen, ist laut eines Berichts des Informationsportals "Gulfnews" keine neue Information. Brisant an Trumps Anschuldigungen ist jedoch die Rede von einer immer noch anhaltenden engen Kooperation Irans mit Al-Kaida, den Taliban, Hizbollah und anderen Terrornetzwerken. Brisant auch, weil die Regierung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama durch den Atomdeal den Iran zuvor als zumindest teilweise vertrauenswürdigen Verhandlungspartner einstufte.

Trump erhielt für seine Worte umgehend scharfe Kritik. In einem Bericht des Magazins "Politico" sagte Philip Gordon, zu Obamas Zeiten Koordinator der Nahostpolitik, Trump habe "Beweise verschärft", um den Iran als einen Partner Al-Kaidas darzustellen. Er verglich Trumps Rhetorik mit den Falschinformationen aus den Jahren 2002 und 2003 zu Massenvernichtungswaffen im Irak und Verbindungen des selbigen Landes zu Al-Kaida, die später widerlegt wurden.

Doch auch wenn Trump seit seinem Erscheinen auf der politischen Bühne immer wieder aufs Neue bewiesen hat, dass er es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt, scheinen die Informationen über die anhaltenden dubiosen Verbindungen des Iran nicht aus der Luft gegriffen zu sein.

Iranischer Außenminister wehrt sich gegen Vorwürfe

Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur "Bloomberg News" schildert der unbekannte Autor des besagten Bin Laden-Dokuments, Iran hätte Al-Kaida zugesichert, sie "mit allem auszustatten, was sie bräuchten, inklusive Geld, Waffen und speziellen Trainings in Hisbollah Camps im Libanon". Als Gegenleistung verlangten sie "Schläge gegen amerikanische Interessen" in Saudi Arabien und der Golf-Region.

Unter anderem wegen des Konflikts zwischen Sunniten und Schiiten und widerstreitenden Interessen war die Möglichkeit einer engeren Kooperation zwischen der sunnitischen Al-Kaida und dem schiitischen Iran immer wieder als unwahrscheinlich herunter gespielt worden, heißt es in dem Bericht. Doch auch wenn die Bin Laden-Dokumente die Rivalität beider Seiten bestätigen sollen, so findet sich darin angeblich auch der Beweis gemeinsamer Interessen, allen voran die "Feindschaft gegen Amerika".

Auf die Bin Laden-Dokumente reagierte via Twitter prompt der iranische Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Dieser nennt die Vorwürfe "Fake News" auf der Basis selektierter Al-Kaida Dokumente. Die Anschuldigungen seien ein "Rekordtief des Niveaus" und ein politisches Manöver der Amerikaner, um an die Öl-Dollars von Irans politischen Gegnern zu kommen.

Es wird wohl noch dauern, bis das tatsächliche Ausmaß der Verbindungen Teherans zu Terrororganisationen wie Al-Kaida wirklich ersichtlich ist. Der Großteil der von der CIA veröffentlichten Dokumente ist bisher weder übersetzt noch analysiert.

Quelle: n-tv.de, sra/dpa

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