Politik

Konflikt um Berg-Karabach Aserbaidschan gibt sich gesprächsbereit

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Bei Gefechten im Jahr 2020 wurden mehr als 6500 Menschen getötet.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Berg-Karabach kommt es trotz eines Waffenstillstands erneut zu Spannungen. Aserbaidschan fordert Armenien auf, "konkrete Schritten" für Friedensverhandlungen zu unternehmen. Sollte sich der Konflikt in der Region wieder verschärfen, könnte das für Russland zur Belastung werden.

Aserbaidschan hat sich zu Friedensgesprächen mit Armenien bereiterklärt. Falls Armenien "ernsthaft" über ein Friedensabkommen sprechen wolle, müssten "konkrete Schritte" in diese Richtung unternommen werden, erklärte das Außenministerium in Baku. Das Ministerium erinnerte daran, dass Aserbaidschan vor einem Jahr Friedensgespräche vorgeschlagen habe.

2020 standen sich Armenien und Aserbaidschan in einem Krieg um die Enklave Berg-Karabach gegenüber, in dem mehr als 6500 Menschen getötet wurden. Der russische Präsident Wladimir Putin vermittelte eine Waffenruhe. Armenien verlor große Gebiete an Aserbaidschan, Russland stationierte Truppen zur Überwachung der Waffenruhe in der Bergregion.

In der vergangenen Woche warf die Regierung in Eriwan Aserbaidschan vor, die Waffenruhe in der Zone mit russischer Zuständigkeit verletzt zu haben. Der armenische Sicherheitsrat warf Aserbaidschan am Montag vor, "neue Provokationen und eine Offensive auf Berg-Karabach vorzubereiten". Zugleich forderte der Sicherheitsrat Baku auf, Verhandlungen über einen "umfassenden Friedensvertrag" aufzunehmen.

Wenn sich die Spannungen um Berg-Karabach verstärken, könnte das für Russland zur Belastung werden, denn Zehntausende russische Soldaten sind bereits in der Ukraine im Einsatz. Russland hat rund 2000 Soldaten für die friedenserhaltende Mission nach Berg-Karabach entsandt. Die Armenier in Berg-Karabach brachen mit Aserbaidschan, als die Sowjetunion 1991 zusammenbrach. Bei den anschließenden Kämpfen um Berg-Karabach wurden rund 30.000 Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, chf/AFP

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